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Alt und Neu ansehnlich verbunden

Alt und Neu ansehnlich verbunden

Neunkirchen. Neunkirchen, Langeoog, Stein an der Traun in Oberbayern, Berlin, Neunkirchen. Hier schließt sich der Kreis für das Paar Noltus-Grawann. Den gebürtigen Niederländer und die Saarländerin aus Niederlinxweiler hat es nach 36 Jahren, in denen sie die Vorzüge der gesunden Nordsee-Luft, der bayrischen Berge und der vibrierenden Weltstadt genossen, wieder nach Neunkirchen geführt

Neunkirchen. Neunkirchen, Langeoog, Stein an der Traun in Oberbayern, Berlin, Neunkirchen. Hier schließt sich der Kreis für das Paar Noltus-Grawann. Den gebürtigen Niederländer und die Saarländerin aus Niederlinxweiler hat es nach 36 Jahren, in denen sie die Vorzüge der gesunden Nordsee-Luft, der bayrischen Berge und der vibrierenden Weltstadt genossen, wieder nach Neunkirchen geführt. Genauer gesagt in die Lutherstraße 15, wo das Ehepaar im Jahr 2006 das mehrstöckige Haus des Bruders von Nora Grawann erbte und seither von Grund auf nach eigenen Vorstellungen renovierte. Um den 84-Jährigen zu pflegen, hatten die beiden ihre Wohnung in Berlin gekündigt. Doch noch vor dem geplanten Umzug starb der ältere Bruder. Sein Nachlass war also quasi das Schicksal, das den ehemaligen Lehrer und die Erzieherin in die Stadt zurückführte, die sie 1970 wegen der Pollenallergie des kleinen Sohnes Johannes in Richtung Langeoog verlassen hatten. Auf der idyllischen Nordsee-Insel arbeitete André Noltus als Lehrer, seine Frau Nora leitete eines der dazu gehörigen Internate bis zum Jahr 1988, der Schließung der Schule. Die nächste Station war eine Privatschule in Bayern. "Als wir 1998 verrentet wurden, gingen wir nach Berlin, wo auch Johannes mit seiner Familie lebt", erzählt Nora Grawann. An der Spree gefiel und gefällt es den beiden bei ihren Besuchen ausnehmend gut. Doch ein Vergleich mit der Stadt an der Blies wäre natürlich unfair. Zumal das Ehepaar die Vorzüge Neunkirchens sehr wohl zu schätzen weiß, ohne die Schönheitsfehler unter den Teppich zu kehren. Soziale Probleme, ein wachsender Zuzug von ausländischen Mitbürgern, deren Integration nicht gerade einfach ist. "Wir versuchen stets, Freundlichkeit zu vermitteln, gerade gegenüber den ausländischen Mitbürgern", betont André Noltus. "Ein freundliches Wort ist manchmal mehr wert als 100 Euro." Der 70-Jährige setzt sich für ein "sauberes, freundliches und sicheres Neunkirchen" ein und hat viele Ideen, wie dieses Ziel verwirklicht werden könnte. Diese entwickelt er an seinem Schreibtisch in der mit viel Geschmack eingerichteten Wohnung. Für das außergewöhnliche Ambiente zeichnet Nora Grawann verantwortlich, die offensichtlich ein Händchen dafür hat, Altes mit Modernem auf äußerst ansehnliche Weise zu verbinden. Wenn ihr Ehemann mal wieder eine Lesung mit Gedichten von Kästner, Roth und anderen oder aus seinen Büchern hält, macht sie es sich im Ohrensessel gemütlich und liest meist anspruchsvolle Werke wie die "Wendezeit" des Physikers und Philosophen Fritjof Capra. Und wenn die drei Enkel aus Berlin zu Besuch sind, werden Ausflüge in die Umgebung gemacht. Zum Beispiel zum Itzenplitzer Weiher, und "Gondwana werden wir sicherlich besuchen." Auch auf das neue Neunkircher Schwimmbad, Die Lakai, freuen sich Großeltern und Enkel schon. Zum Abschied sagt André Noltus lächelnd: "Ich liebe diese Straße. Hier hat man viel zu schreiben und viel zu erleben." "Ich liebe diese Straße. Hier hat man viel zu schreiben und viel zu erleben."André Noltus