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„Alleh Hopp!“ auf die Frauen-Fastnacht

„Alleh Hopp!“ auf die Frauen-Fastnacht

Die katholische Frauengemeinschaft Schiffweiler hatte zur Frauensitzung in die Mühlbachhalle geladen. 140 Damen in schönen Verkleidungen amüsierten sich köstlich und applaudierten begeistert den Akteuren.

Beim "Frauenkabarett mit jahreszeitlich passendem Thema", so der offizielle Name der Veranstaltung im Kulturkalender der Gemeinde Schiffweiler, zeigten die Frauen der KFD eine "saubere Fasenacht", wie es die 1.Vorsitzende Heike Culmann beschrieb. Darunter versteht sie "Büttenreden ohne ordinäre Witze, die auch nicht unter die Gürtellinie gehen". Neben der Wahrung des Anstands legt man bei der KFD "auch viel Wert auf Kleidung und Accessoires, die zu den jeweiligen Bühnenauftritten passen müssen", so die Vorsitzende. Was dies im Einzelnen bedeutet, sahen die Zuschauer im gesamten, mehrstündigen Nachmittagsprogramm bei Kaffee und Kuchen: Ohne derbe Witze, dafür aber mit passenden Verkleidungen und viel Liebe zum Detail, traten die Frauen der KFD auf und brachten ihre Gäste ein ums andere Mal zum Schmunzeln. Doch nicht nur die Akteure auf und neben der Bühne waren verkleidet in die Mühlbachhalle gekommen, sondern auch die Gäste. So kam es schon mal vor, dass ein Teufel und ein Pirat an einem Tisch saßen, daneben verteilten sich bunte Perücken und farbenfrohe Hüte in der ganzen Halle.

Maria Jost war ebenfalls in die Halle gekommen, um an der "närrischen Kaffeerunde" teilzunehmen. "Ich bin immer da, wenn der Verein etwas macht. Zum Fasenachtskaffee gehe ich natürlich jedes Jahr gerne", sagte die 86-Jährige, der das gesamte Programm gut gefallen hat. Neben Einzel- und Doppelvorträgen in der Bütt gab es auch das ein oder andere Lied und einige Tanzdarbietungen, die das Programm abrundeten. Ob man sich "Fasenacht auf Rezept" verschreiben lässt, wie in einer Büttenrede von Heike Culmann vorgeschlagen, oder sich über "das Dasein als Haushälterin beim Pastor" amüsiert, wie von Elisabeth Kuhn getan, die Zuschauer ließen sich vom Spaß der Akteure an ihren Darbietungen anstecken und bedachten die Redner mit "Alleh Hopp"-Rufen.

Die Stimmung in der Halle war ausgelassen: Die Besucher schunkelten, sangen und lachten. Dabei waren beim "Frauenfasching" logischerweise kaum Männer anwesend. "Wir haben 140 Karten für diese Sitzung verkauft. Außer unserem Musiker ist jedoch kein Mann im Saal", gab Heike Culmann mit einem Schmunzeln an. Davon unbehelligt unterhielt Musiker Karl-Heinz Keller das Publikum in den Pausen zwischen den Auftritten oder in der Kaffeepause mit altbekannten Fastnachtsliedern. Das von Sitzungsmoderatorin Helene Schorr ausgegebene Ziel, "die Lachmuskeln der Zuschauer zu strapazieren", dürfte an diesem bunten Nachmittag in der Mühlbachhalle erreicht worden sein.