Alle sehen Biosphäre als touristische Chance

Alle sehen Biosphäre als touristische Chance

Die Podiumsdiskussion von SZ und SR vor einer Wahl hat Tradition. Diesmal stellten sich vier Bewerber um den Chefsessel im Homburger Rathaus den Fragen: Peter Fuchs (CDU), Rüdiger Schneidewind (SPD), Marc Piazolo (unabhängiger Kandidat) und Barbara Spaniol (Die Linke).

Die Themenvielfalt im Rahmen der Podiumsdiskussion von SZ und SR mit den Homburger Oberbürgermeister-Kandidaten am Mittwochabend im Saalbau (wir berichteten) war im Großen und Ganzen deckungsgleich mit den aktuellen Themen. Daraus speisten sich auch die Fragen der Zuhörer, die sie entweder am Mikrofon stellten oder vorher schriftlich eingereicht hatten. Peter Reuter verfolgt seit 1996 die Homburger Kommunalpolitik und wollte wissen, welche Möglichkeiten es bezüglicher einer Bürgerbeteiligung gebe etwa bei einer möglichen Center-Ansiedlung. Peter Fuchs (CDU) dazu: "Eine langfristige Stadtentwicklung kann nur erfolgreich sein, wenn alle zusammen ins Gespräch kommen, etwa an einem Runden Tisch. Aber die Entscheidung fällt im Rat. Marc Piazolo (unabhängiger Kandidat) räumte ein, es seien ganz eindeutig Fehler gemacht worden bei der Bürgerbeteiligung. "Wir müssen die Gespräche verstärken", meinte Rüdiger Schneidewind (SPD). Alle Projekte unter seiner Federführung seien mit großer Bürgerbeteiligung entstanden. Barbara Spaniol (Die Linke) machte sich stark für die Aufnahme eines echten Bürgerentscheids ins Kommunale Selbstverwaltungsgesetz.

Andreas Ecker meinte, warum man nicht in der Stadt den Weg mit dem gehe, was vorhanden sei, bevor man große Investitionen wage? "Ich bin als OB bereit, eine Bürgerbefragung zur Enklerplatzbebauung zu machen. Die meisten Menschen in Homburg wollen ein Center", ist sich Schneidewind sicher. Spaniol befürchtet dagegen: "Zusätzliche Verkaufsflächen machen die kleinen inhabergeführten Geschäfte kaputt." Fuchs betonte, diese Geschäfte und ein Einkaufszentrum müsse kein Widerspruch sein. Als Beispiel nannte er Koblenz.

Peter Hartmann wollte wissen, ob die Kandidaten einen Windpark für Homburg unterstützen? "Grundsätzlich ja, aber nicht ohne die Bürger", so Spaniol. Für Fuchs ist klar: "Wenn wir die Energiewende ernst nehmen, müssen wir auch über einen Windpark reden. Das Floriansprinzip darf nicht herrschen. Von mir ein grundsätzliches Ja." Das kommt auch von Piazolo: "Ein eindeutiges Ja, wenn man die Energiewende will, muss man was dafür tun." Für Schneidewind ist klar: "Ein Windpark kann nur kommen, wenn eine große Mehrheit der Bürger dafür ist."

Was die Kandidaten machen wollen, um den Schuldenstand der Stadt zu verringern, wollte Herbert Eder in Erfahrung bringen. Dazu Piazolo: "Schulden abbauen kann man nur, wenn man weniger macht. Wir müssen uns verstärkt darum kümmern, Gewerbesteuern in die Stadt zu bringen."

Die Biosphäre ist das Thema von Wolfgang Giffel. Wie die Kandidaten zur Biosphäre stehen,wie's mit einer Ausweitung der Fläche etwa durch die Einbeziehung von Jägerburg, aussieht und in welcher Weise sie sich persönlich für die Biosphäre engagieren, wollte er wissen. "Über Jägersburg kann man reden", meinte Schneidewind, der die Biosphäre für ein sehr gutes Projekt hält. "Mit dem Teil, mit dem wir dabei sind, sind wir ausreichend vertreten." Er selbst sein von Anfang an Mitglied im Biosphärenverein. Peter Fuchs nannte die Biosphäre eine für Homburg wichtige touristische und landschaftliche Attraktion, die noch stärker in den Blickpunkt rücken müsste. Er sei für eine Ausweitung der Leader-Region. Durch die politische Arbeit setze er sich für die Biosphäre ein. Piazolo steht der Biosphäre sehr positiv gegenüber, könnte sich eine Ausweitung, etwa durch Anbindung an den nördlichen Teil Jägersburgs, durchaus vorstellen. "Seit vielen Jahren kommen in unserer Großfamilie Bio-Produkte aus dem Bliesgau auf den Tisch."

Für Spaniol ist die Biosphäre eine Chance für die Region, die weiterentwickelt werden muss. Eine Erweiterung um Jägersburg könnte sie sich gut vorstellen. "In unserem Naherholungsgebiet dort mit Weiheranlagen und Waldlehrpfad wird der Einklang von Mensch und Natur bestens vorgelebt".