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Affen und Krokodile als Begleiter

Affen und Krokodile als Begleiter

Sechs erlebnisreiche Tage lang lief Stefan Jung aus Böckweiler durch den Dschungel von Costa Rica. Der 33-Jährige wurde bei der „Coastal Challenge“ in Mittelamerika 25. Der Extremsportler wurde von heulenden Affen geweckt, sah badende Krokodile und hatte Insekten an den Beinen als ständige Begleiter.



"Du bist nicht mehr der Mensch, der du warst." So lautet das Fazit und die Erkenntnis des Böckweiler Extremsportlers Stefan Jung. Der 33-Jährige hat jetzt bis Mitte Februar an der sechstägigen "Coastal Challenge" in Costa Rica teilgenommen und wurde 25. bei 105 Startern aus 19 Ländern. Jung erzählt: "Ich bin mit dem Erreichten zufrieden. Ich wollte durchkommen und mit der Deutschland-Fahne in der Hand, lächelnd in Bahia Drake an der Pazifikküste, der Grenze zu Panama. Dort, wo der englische Freibeuter Sir Francis Drake mit seinem Schiff Golden Hind 1579 vor Anker ging, über die Ziellinie laufen. Das habe ich geschafft."

Für die 225 Kilometer der zehnten Ausgabe des Rennens brauchte der Trailläufer 42:34:12 Stunden. Morgens wurde er von heulenden Affen geweckt, konnte vom Zeltplatz aus die badenden Krokodile beobachten, bevor es zum Start ging. Eine hammerharte Woche liegt hinter ihm. Keine der zwischen 23 und 48 Kilometer langen Strecken, für die er zwischen 3:44 und 10:05 Stunden benötigte, war leicht.

Steile An- und Abstiege, Flussdurchquerungen, aber vor allem die Witterung mit über 40 Grad Hitze und über 90 Prozent Luftfeuchtigkeit machten dem Leichtgewicht zu schaffen. Der 33-Jährige musste täglich ans Leistungs-Limit gehen. Da habe sich das intensive "Hitzetraining" in der Sauna bezahlt gemacht, meinte Jung, der an einem Tag für gerade mal drei Kilometer zwei Stunden gebraucht habe. Es ging über Straßen als auch auf "Singletrails", eben mal mit einer Machete frei gehauene, mit Bändern markierte Pfade. Nach dem Start in Quepos ging es teilweise durch dichten Dschungel. Affen über dem Kopf, Insekten an den Beinen gehörten zu den täglichen Begleiterscheinungen beim einsamen Kampf gegen die Uhr.

Mit den übrigen Läufern, darunter die beiden anderen Deutschen im Feld, der Drittplatzierte Philipp Reiter aus München, und die Lenggrieserin Julia Böttger, Zweite in der Frauenwertung, traf er sich abends im Camp, redete über das Erlebte.

Kontakte knüpfte Jung auch zum Sieger (23:26,23 Stunden), dem US-Amerikaner Mike Wardian, mehrfacher Amerika-Meister über 50 und 100 Kilometer, und zum Engländer Nick Clark, einen der weltbesten 100-Meilen-Läufer. Solch einen Lauf mit diesen Belastungen und Herausforderungen könne nur jemand bewältigen, der mental stark und gewillt sei, an die Grenzen zu gehen, weiß der Böckweiler.

2015 in die Wüste nach Chile

Was kommt jetzt? Die Antwort: "Laufschuhe in die Ecke stellen, erholen, regenerieren." Locker traben oder schwimmen gehen, so gestaltet sich das Programm in den nächsten Wochen. Doch Stefan Jung blickt nach vorn. Er will über seine Erlebnisse, zu denen auch die Begegnungen mit den Menschen sowie die große und für ihn bedrückende Armut gehörten, anderen erzählen. Zwischenzeitlich hat er auf seiner Facebook-Seite seine Ziele gepostet: "Hart arbeiten und mir den nächsten Urlaub/Traum verdienen. Habe in diesem Jahr beruflich noch viel vor." Die nächste größere sportliche Herausforderung soll sich in der Hitze abspielen. Im Oktober 2015, will er an der sechstägigen über 250 Kilometer langen Atacama Crossing durch die chilenische Wüste laufen.

stefan-jung.com

thecoastalchallenge.com