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Ärzte-Bereitschaft wird neu geregeltZentrale Anlaufstelle für Patienten

Ärzte-Bereitschaft wird neu geregeltZentrale Anlaufstelle für Patienten

Sulzbachtal/Fischbachtal/Illingen. Der Bereitschaftsdienst der Ärzte an Wochenenden und Feiertagen wird in unserer Region neu geregelt. Der hausärztliche Notdienst für Sulzbach, Friedrichsthal, Quierschied und Illingen soll ab Anfang Dezember am Knappschaftskrankenhaus Sulzbach angesiedelt werden

Sulzbachtal/Fischbachtal/Illingen. Der Bereitschaftsdienst der Ärzte an Wochenenden und Feiertagen wird in unserer Region neu geregelt. Der hausärztliche Notdienst für Sulzbach, Friedrichsthal, Quierschied und Illingen soll ab Anfang Dezember am Knappschaftskrankenhaus Sulzbach angesiedelt werden. Das hat Wolfgang Meunier, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland (KVS), der SZ auf Anfrage bestätigt. Infos für Illinger ÄrzteMeunier fügte hinzu, alle Fraktionen des Saar-Landtages hätten die KVS bereits 2001 aufgefordert, die Bereitschaftsdienstregelung neu zu gestalten. Das Sulzbacher Knappschaftskrankenhaus sei der zwölfte Standort einer Bereitschaftsdienstpraxis im Saarland. Damit seien mehr als 80 Prozent unseres Bundeslandes mit diesem Modell abgedeckt. Das findet jedoch nicht bei allen Ärzten Beifall. Meunier berichtet, bei einer Abstimmung in diesem Sommer hätten sich 72 Prozent der 79 für den Bereitschaftsdienst in Frage kommenden Mediziner in den Notfalldienstringen Sulzbach, Friedrichsthal, Quierschied und Illingen für diese Lösung ausgesprochen. Laut Notfalldienstordnung sei eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich. Ursprünglich sollte Dudweiler in die Bereitschaftsdienstpraxis an der Sulzbacher Klinik einbezogen werden, doch dort war der Widerstand der niedergelassenen Ärzte zu stark. Meunier sagt, Dudweiler sei "in Gänze dagegen" gewesen. Deshalb bleibe Dudweiler nach derzeitigem Stand eigenständig bei der Regelung des Bereitschaftsdienstes.Doch nicht nur in Dudweiler gibt es Ablehnung. Auch aus Quierschied sind kritische Stimmen zu hören. "Das informelle Verfahren verlief katastrophal. Die Fakten müssen auf den Tisch", sagen die in Quierschied niedergelassenen Ärzte Dr. Ortwin Schäfer (Hausarzt) und Dr. Wolfgang Günder (Internist). Das bisher gut funktionierende Modell der wohnortnahen Versorgung für Mediziner und Patienten werde zerschlagen. Schäfer und Günder befürchten, die Versorgungssicherheit der Bevölkerung werde beschädigt, wenn die bisher eigenständigen Notfalldienstringe zusammengelegt werden. Dadurch entstünden weite Wege. So müssten Patienten am Wochenende oder an Feiertagen beispielsweise aus den Illinger Ortsteilen Welschbach oder Hirzweiler nach Sulzbach kommen. Oder einer der beiden Ärzte aus der dortigen Bereitschaftsdienstpraxis nach Welschbach oder Hirzweiler fahren. Die beiden Quierschieder Ärzte: "Die neue Lösung ist nicht sehr patientenfreundlich. Patienten sind Bürger mit Grundrechten und haben auch das Recht zu erfahren, wie künftig die wohnortnahe Versorgung aussehen wird." Meunier kennt die Bedenken aus Teilen der Ärzteschaft. Wenn, wie im Beispiel skizziert, ein Patient aus Hirzweiler nach Sulzbach fahren muss, hält er das für eine "erträgliche Entfernung". Im Übrigen, fügt der Mann von der Kassenärztlichen Vereinigung hinzu, gebe es demnächst zwei Informationsveranstaltungen - eine für die Illinger Ärzte, eine zweite für alle Ärzte im Zuständigkeitsbereich der Bereitschaftsdienstpraxis Sulzbach -, bei denen die Bedenken der Gegner ausgeräumt werden könnten. Sulzbach/Illingen/Merchweiler. Die neue Bereitschaftsdienstpraxis (BDP) Sulzbach wird in der zentralen Patientenannahme des Knappschaftskrankenhauses im ersten Untergeschoss eingerichtet. Dort stehen zwei Räume zur Verfügung. Die Sulzbacher BDP ist zuständig für alle Patientinnen und Patienten aus den Städten Sulzbach und Friedrichsthal, der Gemeinde Quierschied, der Gemeinde Illingen (ohne Uchtelfangen) sowie der Gemeinde Merchweiler, die zum bisherigen Notfalldienstring Illingen zählt. Das geht aus einem Infoblatt der Kassenärztlichen Vereinigung hervor, das auf der Internetseite des Sulzbacher Krankenhauses veröffentlicht ist. Dr. Marcel Fiebrich aus Neuweiler ist der leitende Obmann der neuen BDP. Nach seinen Angaben kann die Praxis an Feiertagen und am Wochenende von Samstag, 8 Uhr, bis Montag, 8 Uhr, in Anspruch genommen werden; außerdem an Heiligabend, Silvester und Rosenmontag. Fiebrich sieht in der neuen Regelung nur Vorteile für Patienten: "Egal mit welchen Problemen die Patienten auch kommen, es ist direkt ein Spezialist im Krankenhaus vor Ort." Eine leitende Obfrau aus einem anderen Bezirk habe diesen Vorteil bestätigt. me/llDie Bereitschaftsdienstpraxis Sulzbach ist ab 4. Dezember unter Telefon (0 18 05) 66 30 08 zu erreichen.