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Abschied nehmen von zwei "guten Seelen"

Abschied nehmen von zwei "guten Seelen"

Neunkirchen. So manch einer verdrückte während des Gottesdienstes oder der anschließenden Feierstunde ein paar Tränen; denn es galt Abschied zu nehmen: Mit Schwester M. George und Schwester M. Lizzy haben die beiden letzten Dernbacher Schwestern zum Jahresende das St. Josef-Krankenhaus verlassen

Neunkirchen. So manch einer verdrückte während des Gottesdienstes oder der anschließenden Feierstunde ein paar Tränen; denn es galt Abschied zu nehmen: Mit Schwester M. George und Schwester M. Lizzy haben die beiden letzten Dernbacher Schwestern zum Jahresende das St. Josef-Krankenhaus verlassen. Die Provinzleitung der Armen Dienstmägde Jesu Christi hat sich schweren Herzens - so Provinzoberin Schwester M. Simone - zu diesem Schritt entschieden. Mit dem Umzug des St. Josef-Krankenhauses auf den Kohlhof und der Inbetriebnahme der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof enden fast 150 Jahre segensreiches Wirken der Dernbacher Schwestern in Neunkirchen. Die Schwestern haben das Haus in all diesen Jahren mit geprägt und "werden uns deshalb fehlen", fasste Geschäftsführer Franz-Josef Backes seinen Dank in Worte. Oberin Christel Müller versprach - das tat sie übrigens auch im Namen von Schwester M. Basina, der Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen - , dass man auch am neuen Standort die Tradition und das Erbe der Dernbacher Schwestern sorgsam hüten werde.Schwester M. George war seit 1993 als Seelsorgerin, Schwester M. Lizzy gut acht Jahre zunächst in der Pflege, dann im begleitenden Dienst und als Sakristanin im St. Josef-Krankenhaus tätig. Ihre Art, auf die Menschen zuzugehen und sie auf ihrem oft nicht einfachen Weg ein Stück weit zu begleiten, wird dem Hause fehlen, zeigte sich nicht nur Christel Müller überzeugt.

Auch den Schwestern selbst fiel es sichtlich schwer, den lieb gewordenen Ort, die Aufgaben und die Menschen in Neunkirchen zu verlassen. Kein Wunder, schließlich gehörten die Armen Dienstmägde Jesu Christi seit 1868 wie selbstverständlich zur Stadt dazu. Damals kamen sie, um sich neben der ambulanten Krankenpflege um die schulische Erziehung weiblicher Jugendlicher zu kümmern. Der Kulturkampf machte diese Arbeit vorübergehend unmöglich; der Bau des Krankenhauses bedeutete für die Dernbacher Schwestern gleichsam einen Neubeginn in Neunkirchen.

2003 dann trennten sich die Dernbacher Schwestern von ihren letzten beiden Einrichtungen im Saarland, übertrugen - auch damals schweren Herzens - das St. Josef-Krankenhaus und das St. Vincenz-Altenheim auf die Marienhaus GmbH. Hier wissen sie ihre Einrichtungen in guten Händen; denn, auch daran erinnerte Provinzoberin Schwester M. Simone, die Intention beider Ordensgründerinnen - Katharina Kasper auf Dernbacher und Margaretha Flesch auf Waldbreitbacher Seite - waren und sind doch sehr ähnlich.

So haben die Dernbacher Schwestern zum Jahreswechsel den letzten von vormals neun Konventen im Saarland geschlossen. Eine hält hier allerdings die Dernbacher Fahne weiterhin aufrecht: Schwester M. Stephanita, die über viele Jahre das St. Vincenz-Altenheim geleitet hat und dort weiterhin lebt. Und damit hält sie auch weiterhin den Geist der Gemeinschaft wach. red