Abenteuer mit gewissem Ambiente

Sieben Minigolf-Anlagen gibt es im St. Wendeler Land. Teils werden sie für Turniere genutzt, teils sind sie als reiner Freizeitspaß gedacht. Die St. Wendeler Redaktion hat sich aufgemacht, die Anlagen genauer zu inspizieren. Dieses Mal im Check: die Minigolf-Anlagen im Ferienpark Bostalsee.

Gestaltungselemente wie hier ein altes Rad finden sich an jeder Bahn.
Die Eule beäugt das Geschehen auf der Anlage im Innern des Market-Domes.

Während in Deutschland gern klassisch Mini-Golf oder Miniatur-Golf gespielt wird, stehen die US-Amerikaner laut Internet mehr auf Adventure-Golf. Mini-Golf als Abenteuer? Geht das?

Ja, zumindest kommt das Bespielen der Minigolf-Outdoor-Anlage im Center-Parcs Bostalsee für das SZ-Team einem Abenteuer gleich. Der Start auf dem ungewohnten Belag Kunstrasen mit eingebauten Höhen und Tiefen verläuft mehr als holprig. Später schafft Praktikantin Chiara Recktenwald ein Ass - ein Schlag, ein Treffer.

Die Reise beginnt an "Hole 1". Die Beschriftung ist in Englisch. Aber ob Loch oder Hole ist egal - Hauptsache, die Zahl stimmt. Die Bahnen erinnern von der Farbgebung her an echtes Golf: der grüne Kunstrasen und rund ums Loch ist der Belag hellbeige (wie Sand) eingefärbt. Banden wie bei den klassischen Minigolf-Anlagen gibt es nicht. Diesen Job übernehmen hier Steine und Holz . Der Abschlagpunkt wird von einer rechteckigen schwarzen Scheibe markiert. Was fehlt, ist eine Ablage für die Ergebnis-Zettel. Auch Sonnenschirme gibt es nicht. Nach Bahn 7 lädt ein Holzhäuschen mit Bank zur Pause ein. Von hier aus können die Spieler auf den See schauen.

Sitzmöglichkeiten sind aber auch direkt in die Hindernisse eingebaut. So ist ein Boot aus Holz nicht nur Blickfang auf der Bahn, sondern bietet Mitspielern einen Platz zum Warten mitten im Geschehen. Gleiches gilt für einen aus Holz gearbeiteten Tisch samt Hocker, den eine andere Bahn ziert. Zwei Mülleimer gibt es auf der Anlage, die 18 Hindernisse bietet. Diese sind individuell gestaltet, greifen allesamt das Thema "Reisen" auf. So müssen mal liegengebliebene Schuhe umspielt, das Loch in einer übergroßen Schatulle oder im Kastenkoffer getroffen oder der Ball durch ein halbzerstörtes Ruder bugsiert werden.

Die Idee zu dieser Adventure-Bahn geht zurück auf die Legende vom Bostalsee. Diese besagt, dass ein Mädchen ein Bächlein in ein trauriges Tal umleitete, sodass dort ein herrlicher See entstand. Anschließend begab sie sich auf Weltreise. An jeder Station suchte sie die schönsten Pflanzen und einen Gegenstand, der Glück bringen sollte. Das war die Vorgabe einer Ausschreibung. Es gibt in fast allen Center-Parcs-Feriendörfern solche Anlagen, die das jeweilige Thema des Parks widerspiegeln. Zwischen Oktober 2014 und Ende August dieses Jahres wurden 15 000 Karten nach Angaben von Center-Parcs fürs Adventure-Golfen verkauft.

Auch wenn die Hindernisse kreativ gestaltet sind, eines haben sie mit dem klassischen Minigolf gemein: Manchmal reicht ein Schlag aus, um den Ball ins Loch zu bugsieren. Praktikantin Chiara Recktenwald tritt während der Partie den Beweis dazu an. Das Endergebnis nach 18 Bahnen: Chiara Recktenwald 68, SZ-Redakteurin Evelyn Schneider 61. Ein Schild mit der Aufschrift "Goodbye" verabschiedet die Spieler. Die können danach noch weitere Aktivitäten am See starten oder sich eine Erfrischung gönnen. Vor dem Market-Dome gibt es zwei Terrassen, auf denen eine große Auswahl an Getränken und Speisen serviert wird. Die haben allerdings ihren Preis. Auch ein Eiswagen ist aufgebaut. Kostenlos hingegen ist der Blick auf den See während des Minigolfens.

Fazit: Die Gestaltung der Anlage ist kreativ, der Blick auf den See vermittelt einen Hauch Urlaubsstimmung. Es ist die etwas andere Minigolf-Anlage im Kreis. Es ist als Adventure-Golf eine andere Kategorie, auch preislich spielt sie in einer anderen Liga. Erwachsene zahlen sechs Euro, Kinder 4,50 Euro.

Adventure-Golf kann täglich von 9 bis 19 Uhr gespielt werden.

Das fröhliche Gezwitscher der Vögel in einer Voliere begrüßt die Gäste beim Betreten der Indoor-Minigolf-Anlage im Market-Dome. Aber die gefiederten Freunde sind nicht nur Begrüßungskomitee, sondern auch Motto des Birdie-Parcours. Das ist konsequent und liebevoll durchgezogen: Bäume sind auf die Wände gemalt und aus Korb geflochtene Käfige dienen als Lampen. Auf den Bahnen selbst plustert sich mal ein Hahn als tierisches Ziel für den Ball auf, hockt ein Truthahn als Hindernis auf der Bahn, beäugt eine Eule das Geschehen oder muss der Ball ins Maul eines Pelikans bugsiert werden.

Zwölf Bahnen sind hier aufgebaut. Gespielt wird auf Kunstrasen. Wenn viel Betrieb ist, kann es in dem Raum schon mal eng werden. Sieben Bänke zum Warten oder Ausruhen stehen bereit. Was wiederum fehlt, sind Ablageflächen für den Ergebnis-Block oder Taschen. Das Spiel ist auf gewisse Weise spannend und es stellt sich dem SZ-Team eine Frage: Kann irgendjemand diese Bahnen mit einem Ass spielen? Die beiden Testerinnen, Praktikantin Chiara Recktenwald und SZ-Redakteurin Evelyn Schneider, konnten es jedenfalls nicht. Wobei das wohl gewollt ist. Denn die Anlage soll Familien ansprechen. Und bei diesem Parcours brauchen viele Erwachsene wohl ähnlich viele Schläge wie die Kleinen. Zeitgleich sind Eltern mit ihren Töchtern auf dem Parcours unterwegs und alle scheinen Spaß zu haben. Eine Anleitung, wie viele Schläge ein Teilnehmer bis zum Ziel haben darf, gibt es nicht. Hier ist der Weg das Ziel, geht's nicht ums Sportliche. Mit 57 Schlägen kämpft sich Evelyn Schneider durch den Parcours, Chiara Recktenwald reichen 56.

Ein netter Effekt am Ende der Anlage: Dort wartet ein prächtiger Holz-Pfau darauf, dass die Spieler einlochen. Ist das passiert, schreit der Pfau los. Gleichzeitig blinken die installierten Leuchten. Ein inszeniertes Finale. Doch Achtung: Wer die Bahnen nicht der Reihe nach abarbeitet, sondern springt, muss aufpassen. Wenn der Pfau den Ball erstmal hat, gibt er ihn nicht mehr her. Wer sich nach der Partie noch stärken möchte, hat im Market-Dome die große Auswahl: so etwa in der Snack-Bar oder dem Café und Bistro. Ein Burger-Menü kostet beispielsweise 4,80 Euro. Eine große Cola (0,4 Liter) gibt es für 3,40 Euro, ein Bier für 3,30 Euro. Von Oktober 2014 bis Ende August 2015 wurden 30 000 Karten fürs Birdie-Golfen verkauft.

Fazit: Egal, welches Wetter, die Indoor-Minigolf-Anlage ist immer bespielbar. Gerade Kinder dürften hier ihren Spaß haben - der Gestaltung und der Anzahl der Bahnen wegen. Aber auch für Erwachsene eine nette Abwechslung. Aber auch hier gilt, das Spielen ist teurer als auf klassischen Minigolf-Anlagen: Erwachsene zahlen fünf Euro, Kinder 3,50 Euro.

Birdie Golf im Center-Parcs Bostalsee kann täglich von 9 bis 19 Uhr, im Sommer auch länger, gespielt werden. Kontakt: Tel. (0 68 52) 90 2 80.