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7000 kamen, staunten und lachten

7000 kamen, staunten und lachten

Bosen. Jay holte zwei Männer aus dem Publikum auf die Bühne des Pavillons am Bostalsee. Auf Anweisung von "Miss Flames" stellten sich die beiden nebeneinander auf, so dass sich die gebürtige Israelin auf die Oberschenkel der Herren stellen konnte. Die Feuerkünstlerin entzündete eine rotierende Fackel und ließ in einem weiten Bogen reihum Funken sprühen

Bosen. Jay holte zwei Männer aus dem Publikum auf die Bühne des Pavillons am Bostalsee. Auf Anweisung von "Miss Flames" stellten sich die beiden nebeneinander auf, so dass sich die gebürtige Israelin auf die Oberschenkel der Herren stellen konnte. Die Feuerkünstlerin entzündete eine rotierende Fackel und ließ in einem weiten Bogen reihum Funken sprühen. Das Publikum klatschte begeistert und forderte "Zugabe". Jay war mit ihrer Fire-Fingers-Show einer der Stars des ersten Gauklerspektakels am Bostalsee, zu am Wochenende rund 7000 Zuschauer kamen. Am Samstag ging das Spektakel bis in den späten Abend. Und Dunkelheit ist der Hintergrund, den die Flammenkünstlerin für ihre spektakuläre Show braucht. Immer wieder gab es Szenenapplaus für die atemberaubenden Kunststücke von Fire Fingers. So schüttete Jay eine brennende Flüssigkeit aus einer Gießkanne auf den Boden des Pavillons. Und als aus den Lautsprecherboxen Regenprasseln zu hören war, spannte sie einen Schirm mit brennenden Fackeln auf. Beeindruckend war zudem die Feuerakrobatik von Jay, die in der Regel in Spanien und Italien auftritt. So wirbelte die Israelin zwei brennende Bänder so schnell durch die Luft, dass man die Flammen fauchen hören konnte. Und es schien so, als ob sie wehende Feuertücher in den Händen hielt. Am Stand der Bosener Donna-Anna-Pizzeria spitzte Verkäuferin Alexandra Heinemann zur Festwiese hinüber, wo "Die Buschs" das Publikum zum Lachen brachten. "Man kriegt nicht wirklich den Inhalt mit, aber die Atmosphäre ist einfach toll", sagte die Bosenerin. Sie fand, dass das Gauklerspektakel eine "Bereicherung" sei. "Gut", antwortete Heinemanns Kollege Rainer Biehl auf die Frage, wie die Geschäfte laufen. Neben dem Hotel-Restaurant Donna Anna zählten auch die Wirtegemeinschaft Bostalsee und die Gemeinde Nohfelden zu den Sponsoren, die die Veranstaltung des Landkreises unterstützt hatten. Dass man als Zuschauer schnell zu einer Rolle in den Programmen der 17 Straßenkünstler aus Europa und Übersee kommen konnte, diese Erfahrung machte Sascha Riebel aus Nohfelden. Eben erst hatte er sich am Donna-Anna-Stand ein Stück Pizza gekauft. Während er das belegte Fladenbrot verdrückte, schaute er sich die Comedy-Show des Schweizers Samuelito an. Der Künstler im blauen Anzug sah Riebel essen und bot ihm vor rund 200 lachenden Zuschauern unter anderem ein Eis aus Plastik an, um an die Pizza des Nohfelders zu kommen. Gleich zu einer Tänzerin machte Samuelito Janine Krieger aus Mackenrodt. Als die Rheinland-Pfälzerin zum ersten Mal vor dem Publikum die Choreographie des Comedians getanzt hatte, fragte Samuelito erstaunt: "Janine, bist du Tänzerin?" Als die 23-Jährige die Frage verneinte, sagte der Schweizer trocken: "Das sieht man." Dann zog er Janine einen Müllsack mit Löchern für Arme und Kopf über. Das war als Schutz gedacht. Denn in seiner Abschlussnummer schoss Samuelito mit einem kleinen Katapult rohe Eier durch die Luft. Als ein Zuschauer unter dem Jubel des Publikums ein Ei fing, warf sich der Comedian aus Anerkennung vor dessen Füße. Das durfte man auch symbolisch verstehen. Denn die Künstler waren alle sehr angetan vom Publikum am Bostalsee und wollen im nächsten Jahr wiederkommen. Und auch Festival-Leiter Georg Lauer war mit der ersten Auflage des Gauklerspektakels "sehr zufrieden".