27. Auflage des Mundartsymposiums in der Bosener Mühle

In der Bosener Mühle : Liedermacher bringen Herzen zum Bubbern

Bei der 27. Auflage des Mundart-Symposiums in der Bosener Mühle brachten vier Musiker die Vielfalt der Sprache ins St. Wendeler Land.

Vier Mundartliedermacher aus unterschiedlichen Sprachregionen waren bei der 27. Auflage des Mundartsymposiums in der Bosener Mühle zu Gast. Sie wohnten, lebten und arbeiteten vier Tage lang gemeinsam – und präsentierten bei der Abschlussveranstaltung, welcher Ergebnisse sie dabei zu Stande gebracht haben.

Drei Musiker und eine Musikerin brachten die Vielfalt der Sprache ins St. Wendeler Land. Alfons Hasenknopf als bayrisches Urgestein verknüpft die klassische, bajuwarische Liedkultur mit modernen Elementen und einem fast schon bluesigen Gitarrenstil zusammen mit seiner glockenklaren Stimme zu einem harmonischen Ganzen. Charles Gräber bringt Lokalkolorit ein in das Ensemble. Ist er doch in St. Wendel geboren und seit Jahren mit saarländischer Mundart erfolgreich. Bluesig, soulig ist seine Stimme und wenn man ihn lässt, dann kommt auch schon mal der Joe Cocker in ihm zu Tage. Eine geballte Ladung weiblichen Charme brachte Insina Lüschen auf die Bühne. 1978 in Ostfriesland geboren ist sie das Küken des Quartetts.

Nach Bayrisch, Plattdeutsch und saarländisch brachte Serge Rieger die elsässische Lebensart ins Spiel. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Kindern in den Schulen seiner Heimat „elsässerditsche Lieder“ näherzubringen. So konnte das Publikum in der Bosener Mühle zuhören, wie man sich über Landesgrenzen hinweg verstehen kann.

SR-3-Moderatorin Susanne Wachs, die die Künstler während des Symposiums begleitete, führte durch den Abend. „Hallo – wir freuen uns, dass sie da sind“, hieß sie sie Gäste und Künstler gleichermaßen willkommen. Musikalisch begrüßten alle vier Musiker gemeinsam die Zuschauer mit dem SR-3-Jodler. Anschließend richteten die vier Künstler ihre Worte an die Besucher.

„Es passiert mir selten, dass ich am Anfang schon so bewegt bin, dass das Herz bubbert“, sprach Susanne Wachs den Gästen aus der Seele. „Der erste Song hat schon so berührt, ist tief ins Herz gegangen“, stellte sie fest. „Als wenn ein Katzenschwanz über das Herz streicht“, hat später Insina Lüschen es auf den Punkt gebracht, was es heißt, Gefühl in Lieder zu fassen.

Zum zweiten Mal waren nur Liedermacher am Start und das machte wohl auch den besonderen Charme aus. Das Gänsehautfeeling hielt den ganzen Abend an. Zum Abschluss stand dann noch ein Höhepunkt an: Die Musiker sangen ein Kanon mit dem Publikum und gaben zwei Zugaben.

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