18 Siebenmeter bis zum Sieg

Wiebelskirchen. "Es war ein bisschen wie bei diesem Eishockeyspiel", sagte Thomas März von der SVGG Hangard nach dem Finale. Er meinte damit das DEL-Spiel München gegen Straubing, bei dem im Penalty-Schießen 42 Mal geschossen wurde, bis ein Sieger feststand. Ganz so dramatisch war es am vergangenen Sonntag in der Wiebelskircher Ohlenbachhalle nicht

Wiebelskirchen. "Es war ein bisschen wie bei diesem Eishockeyspiel", sagte Thomas März von der SVGG Hangard nach dem Finale. Er meinte damit das DEL-Spiel München gegen Straubing, bei dem im Penalty-Schießen 42 Mal geschossen wurde, bis ein Sieger feststand. Ganz so dramatisch war es am vergangenen Sonntag in der Wiebelskircher Ohlenbachhalle nicht. Aber 18 Mal mussten die Spieler an den Punkt, bis Hangard Borussia Neunkirchen mit 9:8 (1:1) niedergerungen hatte. Tobias Jost faustete den entscheidenden Siebenmeter gegen Neunkirchens Tim Cullmann aus dem linken Eck. "Das ist viel schwerer als bei einem Elfmeter", sagte Jost. Fünf Meter breit ist ein Tor in der Halle, der Ball nur sieben Meter entfernt. "Wenn der platziert in die Ecke kommt, hast du als Torhüter keine Chance", erklärt Jost. "Ich muss mich früh für eine Ecke entscheiden." Er hielt den einzigen Siebenmeter des Abends, zwei andere gingen neben das Tor."Es war trotzdem in Ordnung von uns", brummte Neunkirchens Trainer Kurt Knoll nach dem Finale. Sein Hangarder Kollege Heinz Histing war ebenfalls zufrieden. "Das war sehr gut von uns. Wir hatten ja nur zwei Auswechselspieler. Wir waren mit Neunkirchen auf Augenhöhe."

Das Finale zwischen Hangard und Neunkirchen war die logische Folge des Turnierverlaufs. Beide Mannschaften gewannen zuvor alle Spiele, Hangard mit einem Torverhältnis von 35:8, Borussia mit 31:8.

Im Halbfinale setzte sich die Borussia gegen die FSG Schiffweiler mit 3:2 durch. Jeremy Groß entschied zwei Sekunden vor Schluss das Spiel für den Oberligisten, nachdem Schiffweilers Kevin Schmidt zwanzig Sekunden vor Ende quer legte statt selbst zu schießen und so die Überraschung für den Verbandsligisten verpasste. Hangard spielte sich gegen Blaubach-Diedelkopf ins Endspiel. Mit 7:2 kombinierte der Verbandsligist die Pfälzer aus. Der sehr starke Hangarder Steven Kuntz schoss drei Mal ins gegnerische Tor, nachdem er die Partie mit einem Eigentor eröffnet hatte. Er wurde zusammen mit Neunkirchens Jeremy Groß mit neun Toren Torschützenkönig. Im Spiel um Platz drei setzte sich Blaubach mit 3:2 nach Verlängerung gegen Schiffweiler durch. 450 Zuschauer waren an beiden Tagen gekommen, eine angesichts des Wetters gute Resonanz.

Neben dem Turniersieg vermeldete Hangard, dass Trainer Heinz Histing seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. "Das ist eine Entscheidung für die Zukunft. Wir sind sehr glücklich, dass es geklappt hat", sagt Sebastian Brüßel, Geschäftsführer der Hangarder. "Wenn man so ein Turnier gewinnt, ist das eine schöne Nebensache. Die Vertragsverlängerung war wichtiger", sagt Histing zu der Entscheidung. "Wir wollen uns weiterentwicklen. Ich bin mir mit dem Vorstand einig, dass weitere Spieler kommen werden. Unser Kader ist noch zu klein", sagt Histing.

Hangard liegt aktuell auf Platz drei der Verbandsliga. Das Wort "Aufstieg" will aber niemand in den Mund nehmen. "Das war und ist bei uns kein Thema", sagt Brüßel. "Unser Ziel ist es, junge Spieler weiter zu entwicklen. Dafür ist Heinz Histing der richtige Mann." "Das ist viel schwerer als bei einem Elfmeter."

Hangards Torhüter Tobias Jost zu Siebenmeter