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Neustart nach dem Umbruch

Neustart nach dem Umbruch

Marpingen. "Jeder freut sich, dass es jetzt wieder losgeht, aber wir haben einen Umbruch hinter uns, deswegen herrscht auch eine Ungewissheit, wo wir stehen", beschreibt Timo Klein, neuer Kapitän des Handball-Saarlandligisten HSG Nordsaar, die Gefühle kurz vor dem Auftakt

Marpingen. "Jeder freut sich, dass es jetzt wieder losgeht, aber wir haben einen Umbruch hinter uns, deswegen herrscht auch eine Ungewissheit, wo wir stehen", beschreibt Timo Klein, neuer Kapitän des Handball-Saarlandligisten HSG Nordsaar, die Gefühle kurz vor dem Auftakt. An diesem Samstag trifft das Team um den neuen Trainer Dirk Werkle um 20 Uhr in der Oberthaler Sporthalle auf den HC Überherrn. Der besagte Umbruch bei den Nordsaarländern war tatsächlich gravierend: Dirk Werkle beerbte Manfred Wegmann als Trainer, brachte neue Trainingsmethoden mit nach Marpingen und setzte neue Schwerpunkte. Mit Pascal Seiler (HF Illtal) und Dominik Schön (Karriereende) verließen zwei Stammspieler die HSG, Neuzugänge gab es hingegen keine. Schon diese Faktoren wären Grund genug zur Ungewissheit vor der neuen Spielzeit, doch das soll nicht alles gewesen sein: Seit Ende der vergangenen Saison fehlt Thomas Dell im Kader der HSG. Der Rückraum-Spieler leidet immer noch an einer Adduktorenverletzung, verpasste die gesamte Vorbereitung. "Die Ursache ist letztlich noch immer unklar, aber Thomas wird uns noch längere Zeit fehlen", prophezeit Werkle. Klar ist, dass der Ausfall von Dell dem mit dreizehn Spielern sowieso schon dünnen Kader besonders zu schaffen macht. "Jetzt sind es eben andere, die Verantwortung übernehmen müssen, die sie vorher nicht tragen mussten", meint Neu-Kapitän Klein. Und Werkle konkretisiert: "Um den Ausfall zu kompensieren, müssen vor allem Björn Schwab und Sebastian Stoll, also jüngere Spieler, mehr Verantwortung übernehmen." Ob dies gelingt und vor allem wie gut, wird sich erst nach einigen Spieltagen zeigen. Das erste Pflichtspiel gegen Überherrn als Gradmesser zu nehmen, wäre keineswegs sinnvoll. Gegen den Tabellenvorletzten der vergangenen Saison geht es für die HSG vor allem darum, sich als Team zu finden. "Der Alltag geht wieder los", wie Werkle es schmunzelnd formuliert. Der Handball-Alltag in der Saarlandliga wird in dieser Saison auf alle Fälle länger sein als in den vergangenen Jahren. 14 Mannschaften sind dabei (zwei mehr als zuletzt), das macht 26 Pflichtspiele, dazu kommen die Pokalbegegnungen. "Für uns mit einem kleinen Kader ist das nicht unbedingt von Vorteil, jeder muss noch mehr Spiele bestreiten", meint der Trainer. In den letzten Tagen vor dem ersten Saisonspiel gab es bei den Nordsaarländern keine besonderen Trainingseinheiten. Werkle: "Wir müssen einfach das spielen, was wir können, dann brauchen wir uns auch nicht nach dem Gegner zu richten." Kapitän Klein warnt vor zu hohen Ansprüchen bei der Mannschaft und im Umfeld der HSG: "Man sagt schnell, dass Überherrn eine Pflichtaufgabe sei, aber das bringt auch immer einen gewissen Leistungsdruck mit sich." Und dennoch: Alles andere als ein Sieg wäre eine Riesen-Enttäuschung. Denn trotz des in der vergangenen Saison knapp verpassten Titels und dem Umbruch, will Trainer Werkle mit seiner Mannschaft vorne mitspielen. "Mit dem TV Homburg als Absteiger und einem weniger verletzungsanfälligen TBS Saarbrücken ist die Konkurrenz sicherlich nicht kleiner geworden, aber wir haben fast die gleiche Mannschaft wie letztes Jahr, also müssen wir wieder vorne mitspielen."