Netzwerk gibt Freisen neue Impulse

Freisen. Das Freisener Netzwerk ist innerhalb von fast drei Jahren mit vielen Maschen dicht und erfolgreich geknüpft worden. Das Modellvorhaben des saarländischen Umweltministeriums zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs, kurz "Melanie" genannt, soll sich den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen, Lösungen entwickeln und kreativ arbeiten

Freisen. Das Freisener Netzwerk ist innerhalb von fast drei Jahren mit vielen Maschen dicht und erfolgreich geknüpft worden. Das Modellvorhaben des saarländischen Umweltministeriums zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs, kurz "Melanie" genannt, soll sich den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen, Lösungen entwickeln und kreativ arbeiten. Im Freisener Rathaus berichteten jetzt die Vertreter der vier im Jahre 2006 gegründeten Arbeitsgruppen von dem, was sie seither in der Gemeinde und ihren Ortsteilen bewegt haben und welchen Erfolg sie dabei hatten.Ursula Schäfer hat mit der Arbeitsgruppe "Vereine und Freizeit" versucht, alle 140 Vereine zu "durchforsten", um etwas über ihre Arbeit erfahren: "Manche Vereine haben sich allerdings verweigert." 40 Vereine wurden für die Vereinsbörse im Herbst 2008 in der Bruchwaldhalle gewonnen. Neben der neuen Vereins-Internet-Homepage gelang es zudem, das "Freisener Nachrichtenblatt" übersichtlicher zu gestalten. Auch die Gruppe "Jung und alt", geleitet von Manfred Becker, hat viel vorzuweisen. Im Kindergarten, in dem die Senioren mit den Kleinen schon gebastelt haben, soll eine Begegnungsstätte für alle Generationen eingerichtet werden. Die Computerkurse für ältere Menschen wurden von Anfang an sehr gut angenommen. Manfred Becker hat mit seinen Mitstreitern noch viel vor: alte und neue Spiele - vom Murmelspiel bis zur Playstation - anbieten, Besuchsdienste einrichten, wandern, Yoga, Bewegungsspiele, Nachbarschaftshilfe, Talentbörse - natürlich alles für Jung und Alt. Otmar Weber von der Agentur Ländlicher Raum versuchte zu bremsen: "Passt auf, dass ihr euch bei so vielen Aktivitäten nicht kaputt macht!"Achatwege in der Planung2008 und 2009 hat die Gruppe "Gemeindegeschichte(n)" Heimatkalender mit alten Fotos herausgebracht. Agnes Wahl sorgte dafür, dass das Heimatbuch "Birnenmus und schmuggelnde Zöllner" erscheinen konnte. Die Arbeitsgruppe hat derweil personelle Schwierigkeiten, soll jedoch bald wiederbelebt werden. "Unsere Gemeinde morgen" hat sich die Gruppe um Wolfgang Klein auf ihre Fahne geschrieben. Sie arbeitet zurzeit an der Konzeption "Freisener Achatwege". Von den vier Touren, die die Touristen anziehen sollen, könnte, so Klein, auch die Gastronomie und der Einzelhandel profitieren, auf lange Sicht vielleicht neue Arbeitsplätze schaffen werden. Das Ausarbeiten neuer Energiekonzepte hat zur ersten Energiemesse in Freisen geführt, die nächstes Jahr eine Neuauflage erleben soll. Im Herbst soll sich eine Bürger-Energie-Genossenschaft gründen. Wolfgang Klein: "Den Bürgern wird es dann leichter fallen, gemeinsam etwas zu tun."Der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) sprach von einem "gut arbeitenden Netzwerk", dessen Ergebnisse an andere saarländische Gemeinden zum Nachahmen weitergeleitet werden. "Freisen zeigt, dass es besser ist, nicht alles laufen zu lassen, sondern etwas zu bewegen", sagte der Umweltminister. "In einer Gemeinde gibt es viele Möglichkeiten, zu kooperieren." Freisens Bürgermeister Wolfgang Alles (CDU) kündigte an, dass es, voraussichtlich im Oktober, für das Netzwerk eine Abschlussveranstaltung geben werde: "Natürlich werden die Arbeitsgruppen ihre Tätigkeit nicht einstellen. Was angeschoben ist, wird weiterlaufen."