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Naturpark Saar-Hunsrück empfiehlt Gänseblümchen

Naturpark Saar-Hunsrück : Gänseblümchen: schmackhaft und heilsam

Die Experten des Naturparks Saar-Hunsrück geben Tipps, wie sich die Wiesenblume in der Küche verarbeiten lässt.

Schon die Universalgelehrte Hildegard von Bingen berichtete von der heilsamen Wirkung des Gänseblümchens. „Dieses wächst das ganze Jahr über auf nährstoffarmen sonnigen und halbschattigen Wiesen und zählt zu den bekanntesten Pflanzenarten bei uns im Naturpark“, erläutert ein Sprecher des Naturparks Saar-Hunsrück. Wie Löwenzahn und Margerite gehört es zur Familie der Korbblütler. Ähnlich eines Korbs, beherbergen die außenliegenden weißen Scheinblüten häufig mehr als 100 winzige, gelbe Einzelblüten.

„Wie auch die Sonnenblume, richtet das Gänseblümchen seine Blüte nach der Sonne aus“, weiß der Sprecher. Das Gänseblümchen sei vor allem für die ersten Nektarsammler im Jahr eine wichtige frühe Nahrungspflanze (durch Pollen) für Wildbienen und Falter. Bekannt sei die Furchenbiene, die die Pollen des Gänseblümchens bevorzugt. Auch für die Raupenarten wie Blattspanner und Dickleibspanner biete das Gänseblümchen eine beliebte Futterpflanze.

„Während die Blätter des Gänseblümchens eine milde Säure aufweisen, schmecken die Blüten zart nussig“, informiert der Sprecher. Die Blüten sind ein wahrer Hingucker und verfeinern zusammen mit Blättern und Blütenknospen Salate, Smoothies, Suppen, Gemüsegerichte, Kräuterquark, -käse und -butter. Auch können Tee, Limonade und Frischsaft aus dieser Pflanze hergestellt werden. „In Süßspeisen empfiehlt es sich, das Innere der Blüte zu entfernen“, rät der Sprecher.

Ein weiterer Tipp aus dem Naturpark-Büro: Genüssliches Gänseblümchenbrot mit frisch gepflückten Gänseblümchen als Brotbelag, zusammen mit Radieschen und einer Essig-Öl Marinade, Salz und Pfeffer. Daraus lasse sich auch ein frischer Salat zubereiten.

Das Gänseblümchen könne zudem als Tee, Tinktur, frisch oder äußerlich als Salbe zur Wundheilung oder als Gesichtsmaske gegen Akne verwendet werden. Wertvolle Inhaltsstoffe sind Calcium, Kalium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Saponine, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Fette, Öle, Gerbstoffe, Vitamin C, Provitamin A, Flavonoide sowie ätherisches Öl. Es wirke schleimlösend, leicht krampf- und schmerzstillend, stoffwechsel- und appetitanregend, blutreinigend, entgiftend und entzündungshemmend. Die Pflanze habe heilende Wirkung bei Hauterkrankungen, Magen- und Leberleiden, bei Asthma und Rheuma. Als Auflage helfe das Gänseblümchen bei Prellungen, Zerrungen und Muskelverletzungen. Auch eine Wildkräutersuppe oder ein Wildkräutersalat mit Gänseblümchen, Brennnessel, Vogelmiere und Giersch gebe im Frühling besonders viel Energie, stärke die Leber und reinigt das Blut.

Der lateinische Name „Bellis“ (schön) und „perennis“ (ausdauernd), gibt Hinweise, dass ein regelmäßiger Schnitt das Wachstum von Blättern und Blüten das ganze Jahr über anregt. „Häufig blühen die kleinen Farbtupfer bereits wieder einen Tag nach der Mahd“, erklärt der Sprecher. Bei der Ernte sei darauf zu achten, Blätter vom Randbereich der Pflanze zu pflücken, damit das Herz in der Mitte geschont bleibt. Bei etwas milderen Temperaturen blühen Gänseblümchen bereits im Januar.

Weitere Informationen über den Naturpark erhalten gibt es bei der Naturpark-Geschäftsstelle Hermeskeil, Tel. (0 65 03) 9 21 40 und per E-Mail info@naturpark.org. Informationen auch im Internet.

www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/gaensebluemchen/