Zweites Treffen zur Gründung eines Fördververeins für eine Demenz-WG

Demenz-WG im St. Wendeler Land : Förderverein soll gegründet werden

Die eigene Wohnung ist für die meisten Menschen der Lebensmittelpunkt, ein Rückzugsraum und Heimat zugleich. Dort vollzieht sich die soziale und nachbarschaftliche Einbindung in die Gemeinschaft. Besonders Menschen mit Demenz sind für ein selbstbestimmtes Leben auf passende Wohnformen angewiesen, die ihren individuellen Anforderungen und Vorstellungen Rechnung tragen.

„So entsprechen Wohngemeinschaften dem Wunsch vieler Menschen – nicht alleine sondern gemeinsam mit anderen – weiterhin selbstbestimmt und so lange wie möglich in vertrauter Umgebung und Nachbarschaft zu leben“, erklärt dazu Demenzexperte Hans-Peter Schwan aus Gehweiler, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern eine Demenz-WG im St. Wendeler Land initiieren will, „die erste im Saarland“, wie er sagt (wir berichteten). In WGs seien persönliche und gemeinschaftliche Wohnbereiche miteinander verbunden, gemeinschaftliche Alltagsgestaltung gebe es genauso wie die im Einzelfall erforderliche individuelle Unterstützung. Auch für die Dorferneuerung biete eine solche Wohngemeinschaft interessante Perspektiven. Sie könne eine Bereicherung für die Dorfgemeinschaft werden, ist Schwan überzeugt.

Es gibt etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland, die an einer Demenz erkrankt sind – und es werden immer mehr. Hier stelle sich die Frage: „Wie und wo möchte ich mit so einer Krankheit leben?“ Zur Gründung einer WG suchen Schwan und seine Mitstreiter Unterstützer. „Wir beabsichtigen einen Förderverein mit dem Ziel, Gründung einer selbstbestimmten WG, ins Leben zu rufen.“ Das nächste Treffen findet am kommenden Montag, 20. Januar, um 19 Uhr, in der Grundschule Namborn statt. Willkommen seien Angehörige von Demenzpatienten sowie potenzielle Unterstützer. Bei diesem Treffen sollte, wenn gewünscht, ein Förderverein oder eine Genossenschaft ins Leben gerufen werden.

Zum ersten Gedankenaustausch zu diesem Thema kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres waren übrigens 25 Interessierte gekommen. Auf diese hofft Schwan nun auch.