Vier Parteien treten bei der Kommunalwahl in Namborn an.

Kommunalwahl : Vier Parteien, 27 Sitze – Namborn wählt

Die Linke, SPD, CDU und Freie Liste wollen am 26. Mai in den Namborner Gemeinderat einziehen. Dort gab es jüngst bereits einige Veränderungen.

Alles fließt, wusste der griechische Philosoph Heraklit. Und „alles“ beinhaltet auch den Namborner Gemeinderat. Der hat seit der Kommunalwahl im Mai 2014 die eine oder andere Veränderung erlebt – ist sozusagen im Fluss geblieben. Vor fünf Jahren hatten die Namborner per Stimmabgabe der CDU 14 der insgesamt 27 Sitze im Rat zugebilligt – die absolute Mehrheit also. Die Freie Liste Namborn (FLN) kam auf fünf Sitze, die SPD auf sieben und die Linkspartei auf einen Sitz. Bürgermeister war Theo Staub von der SPD.

Heute heißt der Verwaltungschef Sascha Hilpüsch (SPD). Am 1. Dezember des vergangenen Jahres hat er die Amtsgeschäfte von Theo Staub, der aus Altersgründen ausscheiden musste, übernommen. Der frühere Baltersweiler Ortsvorsteher Hilpüsch hatte sich bei der Bürgermeisterwahl im zurückliegenden Frühsommer gegen die CDU-Kandidatin Judith Jung und Konrad Haßdenteufel, der für die FLN ins Rennen um den Chefsessel im Hofeld-Mauschbacher Rathaus gegangen war, durchgesetzt.

Im Vorfeld der Namborner Bürgermeisterwahl war es zur ersten Umbildung des Rates gekommen: Nachdem die CDU ihr damaliges Mitglied Konrad Haßdenteufel nicht als Kandidaten für die Wahl zum Verwaltungschef nominiert hatte und stattdessen Judith Jung ins Rennen schickte, kehrte der Hirsteiner Ortsvorsteher der Union den Rücken. Seither sitzt und stimmt er für die FLN im Gemeinderat.

Zur Freien Liste wechselte Anfang des Jahres auch Markus Gisch – allerdings kam Gisch von der SPD. Grund für seinen Wechsel war, dass er sich bei der Listenaufstellung im Vorfeld der anstehenden Kommunalwahl von seiner Partei übergangen sah. Aus dem gleichen Grund nahm auch Horst-Josef Breyer bei den Sozialdemokraten den Hut – er jedoch hängt ihn seither an den Haken der Linkspartei. Dort unterstützt er Klaus-Peter Scheid und kandidiert hinter dem Spitzenkandidaten der Linkspartei auf Listenplatz zwei um den Wiedereinzug in den Gemeinderat.

Themen gibt es in Namborn reichlich. Was die Kommune nicht reichlich hat, ist Geld, um Themen kurzerhand umsetzen zu können. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass Namborn lange Jahre als reine Wohn-Gemeinde galt. Gebiete für Industrie oder Gewerbe waren nicht oder nur rudimentär vorhanden. In der jüngeren Vergangenheit hat sich hier aber bisschen was getan. Genauer gesagt im Gewerbegebiet Allerburg, wo heute unter anderem Nahversorger und Discounter Dinge des täglichen Bedarfs feilbieten.

Ein Dauerthema im Gemeinderat während der nun zu Ende gehenden Wahlperiode war der Umbau der ehemaligen Grundschule in Furschweiler zur Kita. Seit Anfang April ist der Umbau abgeschlossen, rund 734 000 hat er gekostet – nicht ganz das Doppelte von dem, was ursprünglich avisiert war. Wobei Namborn selbst nur knapp 127 000 Euro beizusteuern hatte. Ansonsten floss Geld zur Feuerwehr und in die Friedhöfe sowie in den Erhalt der Infrastruktur. Aktuell wird die Liebenburghalle saniert, und auch die Schulturnhalle an der Marienschule wird demnächst in Angriff genommen.

Die Ruine der Liebenburg soll belebt und der Premiumwanderweg Schmugglerpfad herausgeputzt werden. Auch Wege und Plätze sollen aufgehübscht, saniert oder ausgebaut werden. So etwa der Floriansweg in Namborn.

Die Kreditschulden der Gemeinde wurden unter Ex-Bürgermeister Staub zwar um 3,5 Millionen Euro reduziert. Dennoch drückt die Kommune nach wie vor eine Schuldenlast von nun 20 Millionen Euro. Wenn der Saarlandpakt greift, wird sich diese Summe zwar weiter verringern, große Sprünge werden dennoch nicht drin sein – unabhängig davon, welche Partei nach dem 26. Mai die Mehrheit im Rat haben wird.

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