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Verkehrserziehungsprogramm gastiert in der Grundschule in Namborn

Aktion „Achtung Auto“ in Namborn : Wann ein Auto erst zum Stehen kommt

Viertklässler der Namborner Grundschule lernen spielerisch, Bremswege im Straßenverkehr richtig einzuschätzen.

„Achtung Auto“, hieß es schon am frühen Morgen für die Viertklässler der Namborner Grundschule. Bei einem Wettlauf über zehn Meter wurden sie schlagartig hellwach. Gerhard König, Moderator des ADAC Saarland, war mit dem bundesweiten Verkehrserziehungsprogramm „Achtung Auto“ auf dem abgesperrten Schulhof zu Gast. Damit sollen gezielt Kinder ab zehn Jahren angesprochen werden. „Sie neigen zu besonders spontanem Verhalten im Straßenverkehr“, erklärte König. Fast täglich würden sie im Auto sitzen und könnten dennoch die Risiken, die das Auto zwangsläufig in sich berge, nicht oder nur unzureichend einschätzen. Mit verschiedenen Übungen versuchte König die Schüler der Klasse 4c für den Brems- und Reaktionsweg zu sensibilisieren, um so den Gefahren im Straßenverkehr vorbeugen zu können. Zuerst lernten sie den eigenen Bremsweg einzuschätzen. Beim vorausgegangenen Lauf über zehn Meter mussten sie versuchen, auf der Ziellinie abrupt stehen zu bleiben. „Ihr merkt, dass Ihr nicht auf der Stelle anhalten könnt“, sagte König zu den Schülern. Anschließend markierte er die Haltepunkte der Schüler und fragte, wie der Weg vom Zielstrich bis dorthin genannt wird. „Bremsweg“, entgegnete ihm Julia sofort.

Daraufhin flitzten die Schüler erneut los und versuchten auf ein Fahnensignal abzustoppen. „Der Weg, bis Ihr abgestoppt habt, ist der Reaktionsweg“, erläuterte König. Und daraus ergab sich die Lehrformel: Reaktionsweg plus Bremsweg ist der Anhalteweg. Das Wissen, dass sich die Kinder erlaufen hatten, wurde mit einer Demonstration mit drei Fahrrädern erweitert und vertieft. „Ihr dürft nie ohne Helm mit dem Rad fahren“, verdeutlichte der ADAC-Moderator die Helmpflicht. Nun wurde die erlernte Regel auf das Auto übertragen. „Wo kommt ein Auto zum Stehen, was glaubt Ihr?“, fragte König. Dazu mussten die Schüler an jenem Punkt Pylonen aufstellen, von dem sie glaubten,  dass das von König gesteuerte Auto zum Stillstand kommen würde. Der kam mit Tempo 30 und Tempo 50 angefahren und legte jeweils eine Vollbremsung hin. König fuhr mit dem Auto an die Ziellinie heran und bekam, wie die Schüler ein Fahnensignal und leitete die Notbremsung ein. Mit Erstaunen mussten die meisten Kinder feststellen, dass sie sich verschätzt hatten und im Ernstfall nicht in Sicherheit gewesen wären.

Die Schüler der Klasse 4c der Namborner Grundschule haben am bundesweiten Verkehrserziehungsprogramm „Achtung Auto“ teilgenommen. Nun wissen sie, wie lang ein Bremsweg sein kann – theoretisch und praktisch. Foto: Frank Faber

„Da haben aber viele von Euch falsch gelegen. Das Auto bleibt nicht dort stehen, wo die Vollbremsung begonnen hat“, so König. Darüber hinaus erfuhren die Grundschüler, wie viel die sogenannte Schrecksekunde ausmacht und wie gefährlich und unberechenbar verschiedene Untergründe beim Fahren – und vor allem beim Bremsen sein können. Im nächsten Schritt sprach König noch die Ablenkung beim Autofahren durch digitale Medien an. „Dabei werden die Gefahren oft zu spät wahrgenommen“, mahnte der Fachmann. Zum Abschluss erhielten alle Schüler als Beifahrer die Gelegenheit, eine Notbremsung zu erleben. Ihnen wurde dabei auch die Notwendigkeit der richtigen Sicherung im Auto vor Augen geführt. Die Kinder durften nur ordnungsgemäß gesichert im Auto mitfahren. Sie spürten dabei am eigenen Leib, wie der Gurt sie hielt. Zur Vertiefung des Erlebten im Unterricht wurden der Namborner Grundschule zur Nachbereitung Übungsblätter zur Verfügung gestellt.