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Sebastianwallfahrt führte von Roschberg nach St. Wendel

Wallfahrt der Roschberger : Da gingen schon Mütter mit ihrer Mutter mit

Etwa 20 Bürger beteiligten sich an der 150. Sebastianwallfahrt von Roschberg nach St. Wendel.

„Ich gehe schon lange mit, und es gefällt mir immer wieder, in diesem Kreis zu beten“, sagte Marie Luise Steppuhn. Die 75-Jährige meinte damit die Sebastianwallfahrt von Roschberg zum Missionshaus in St. Wendel. Die Wallfahrt fand zum 150. Mal statt. Bei trockenem Wetter machte sich eine 20-köpfige Fußgruppe mit dem Roschberger Ortsvorsteher Norbert Jung, Pater Ignatius Maros und Namborns Bürgermeister Sascha Hilpüsch (SPD) um 7 Uhr in der Früh an dem Roschberger Kelterhaus auf die acht Kilometer lange Strecke. „Ich gehe wegen der Tradition mit“, sagte Sabine Johann. Für Gisela und Franz Pantzner, 67 und 75 Jahre alt, ist die Teilnahme an dieser Wallfahrt ein Muss. „Wir haben eine Landwirtschaft mit viel Großvieh. Früher gingen unsere Eltern mit und wir mussten den Stall machen. Heute machen das unsere Kinder“, so Gisela Pantzner. Jennifer Wiesen stammt aus Roschberg und wohnt jetzt in Hermersberg (Rheinland-Pfalz). Sie war mit ihrem Freund David Flammann zur Sebastianwallfahrt gekommen. „Meine Oma Ludwina Wiesen hat mich von klein auf zu dieser Wallfahrt mitgenommen“, erzählt die Enkeltochter. „Und ich wurde immer von meiner Mutter mitgenommen“, fügt Oma Wiesen hinzu. Ludwina Wiesen war mit 85 Jahren die älteste Teilnehmerin in dieser Gruppe.

Auch für Marlene Meier ist die Teilnahme an dieser Wanderung, wie sie sagte, Pflicht. Die weiteste Anreise zur Sebastianwallfahrt hatte Peter Malter. Der gebürtige Roschberger wohnt jetzt in Luxemburg. „Die Jubiläums-Wallfahrt war für mich ein besonderer Anlass, wieder einmal daran teilzunehmen und sich mit Bekannten zu treffen“, erzählte Malter.

Den Wallfahrtsgottesdienst mit Pater Ignatius Maros besuchten um die 60 Pilger. Der Männergesangverein Liederkranz Roschberg unter der Leitung von Konrad Ludwig begleitete die Messe unter anderem mit „Vater unser“, „Eines Tages soll Frieden sein“, Ave Maria“ und „Sanctus“. Alfons Münster blickte auf 150 Jahre Sebastianwallfahrt zurück: Die Wallfahrt ging nicht immer zum Missionshaus. 1870 bis 1900 gab es kein Missionshaus. Ziel der Wallfahrer war damals die 1750 erbaute Kapelle im Wendelstal. Die Strecke ging über Urweiler, bei jedem Wetter, egal ob Regen, Schnee, Eis oder Nebel. Die Kapelle hatte keine Heizung. Sie war kalt. Die neue Anlaufstelle der Roschberger Pilger war dann die Kapelle auf dem alten Hof. Seit Jahrzehnten wandern sie nun schon zum Missionshaus. Alfons Münster: „Danken wir den Patres, Brüdern und allen hier im Hause tätigen für diese Gastwirtschaft. Beten wir und sorgen wir dafür, dass dieses Versprechen unserer Vorfahren von unseren Nachkommen nicht vergessen wird.“ Münster erinnerte in diesem Zusammenhang an ein Lied, das der frühere Dirigent des MGV Liederkranz Roschberg, Alfons Berger, für die Sebastianwallfahrt getextet hat. „Leider können wir das Lied wegen fehlender Stimmen im Männergesangverein nicht mehr singen. So darf ich wenigstens den Text vorlesen.“

Jeder Wallfahrer bekam als Erinnerung eine Kerze mit dem Spruch „150 Jahre Sebastianwallfahrt“. Nach dem Gottesdienst wurde im Pilgersaal gefrühstückt. „Es war wieder eine rundum gelungene Sebastianwallfahrt“, sagte der Roschberger Ortsvorsteher. Namborns Bürgermeister Sascha Hilpüsch als Schirmherr der Wallfahrt lobte die Verbundenheit und den Zusammenhalt der Roschberger Bürger bei der Sebastianwallfahrt.