Reise in die Vergangenheit

So manches bunte Volk ist einem am Wochenende an der Liebenburg über den Weg gelaufen. Zum dritten Mal kehrte in den alten Gemäuern in Eisweiler für zwei Tage mittelalterliches Leben ein.

Karin und Janina Dünner arbeiten am Spinnrad.

"Daran hätten bestimmt auch die früheren Gutsherren der Liebenburg ihren Spaß gehabt", sagte schmunzelnd Paul Haßdenteufel aus Neunkirchen. Der 41-Jährige meinte damit das dritte mittelalterliche Treiben auf der 1209 zum ersten Mal erwähnten Namborner Liebenburg in Eisweiler. "Es ist, als sei das Mittelalter zurückgekehrt", sagten die Eltern Gisela und Anton Brunner mit ihren Kindern Marie und Philip, fünf und sechs Jahre alt, aus Zweibrücken. Zu dem bunten Markttreiben boten Händler ihre Waren feil und Handwerksleute demonstrierten längst vergessene Techniken.

Die Familie Elke und Hilmar Brück aus Völklingen bot Felle an. Vorgestellt und erklärt wurden auch einige über hundert Jahre alte Spinnräder. Bei Angelika Jung, Natura und Historia aus Ottweiler, war ein Weberknecht bei der Arbeit. "Auf einem Webbrett werden Fäden eingezogen mit Schussfäden. So entstehen Bordüren für mittelalterliche Gewänder und Gürtel", erklärte Michael Dörrenbächer. Karin und Janina Dünner aus dem Bergischen Land zeigten kreative Natur- und Woll-Ideen. Ein Laden für Kinderfantasien aus Perl bot Gewänder , Schwerter , Armbrüste und Ritterhelme an. Im Schmuckatelier von Gabriela Darga gab es Geschmeide und Kleinode. Die Designerin erklärte den Besuchern auch die Technik zur Herstellung von Glasperlen.

Die Wolfsbrüder Saar Merowinger Franken aus dem 5. und 6. Jahrhundert haben Anhänger aus dem ganzen Saarland, darunter auch aus dem Kreis St. Wendel. Sie hatten sich für ihre Zelte ein schattiges Plätzchen ausgesucht. Die Gruppe hatte Waffen von dieser Zeit, Kampfschwerte, Kampf- und Wurfaxt, Langaxt, erbeutete Waffen , Helme und vieles mehr. Etwas weiter erkannte man die Gruppe Der Liebenburger. William der Zauberer verblüffte mit seinen Tricks Jung und Alt. Mit den Heidweilers und Pipes 'n' Strings waren zudem auch zwei Musikgruppen dabei.

Zum Verweilen lud eine Taverne ein. Ritter Baldemar von Odenbach (Rüdiger Andres) berichtete den neugierigen Besuchern über Anfang und Untergang der festen Mauern und alles, was so mit der Liebenburg im Laufe der Jahrhunderte geschah. Viele Besucher interessierten sich auch für den vom Heimat- und Verkehrsverein neu gestalteten Innenraum der Burg. Vier Wappenbanner mit 24 Wappen erinnerten an die Lehnsleute von 1180 bis 1722.

Zu den weiteren Akteuren und Aktionen auf der Liebenburg gehörten Gaukler, Magier, Tänzer, Bogenschützen und Schaukämpfe. Ein Höhepunkt war das Feuerwerk am Samstagabend.