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Pastor macht sich zum Diener seiner Gemeinde

Pastor macht sich zum Diener seiner Gemeinde

Die Messe zum letzten Abendmahl Jesu: Pastor Michael Pauken kniet nieder. Er wäscht die Füße ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer. Seine Geste der Ehrerweisung für deren n Einsatz in der Pfarreiengemeinschaft Oberthal-Namborn.

"Ich will denen Respekt zollen, die sich der Herausforderung stellen", sprach Pastor Michael Pauken Gründonnerstag während der Messe vom Letzten Abendmahl in Gronigs Pfarrkirche St. Donatus. Zu den Füßen von acht Helfern kniete sich Pastor Pauken, um sie zu waschen. Diese Menschen standen stellvertretend für die ehrenamtliche Arbeit in der Pfarreiengemeinschaft Oberthal Namborn . Viele kümmern sich um die Flüchtlinge , die seit vergangenem Jahr in der Gemeinde Unterschlupf fanden.

Auch Jesus war Flüchtling

In den Kirchengemeinde Oberthal und Namborn - in der Pfarreiengemeinschaft zusammengefasst - leben momentan 33 syrische Flüchtlinge . Weitere werden hinzukommen. "Was die Flüchtlinge erzählen, erinnert mich sehr an die Kriegsberichte meiner Großeltern", sagte Pauken. Für Christen sei es mit Blick ins Evangelium Pflicht, zu helfen. "Jesus war Flüchtling, und seine Aufforderung, diesen Menschen beizustehen, ist in der Bibel mehr als deutlich." Die Anteilnahme der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in der Gemeinde sei groß: "Das macht mich als Pastor sehr stolz."

Allerdings vermisse er von der Politik einen Plan, mit der Situation auch künftig bei steigenden Flüchtlingszahlen umgehen zu können. "Das werde ich bei einem Treffen mit Innenministerin Monika Bachmann auch zur Sprache bringen." Kritisch sieht Pauken die Integration der Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt: "Da bewegt sich der Landkreis St. Wendel sehr träge." Die Menschen seien mit dem Papierkram überfordert, was wiederum von Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen aufgefangen werden müsse. Letztere müssten sich zudem um Fahrdienste kümmern, da in einigen Orten nur selten Busse halten. Das sorge bei einigen Flüchtlingen für Frust, weil sie beispielsweise nur schlecht zu Sprachkursen kommen. Einige zogen deshalb schon in größere Städte. Pauken: "Wir helfen den Menschen vor Ort gerne, aber wir wollen auch nicht zur Durchlaufstation werden."

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HintergrundDas Ritual geht auf die Fußwaschung Jesu während des letzten Abendmahls zurück, dem an Gründonnerstag gedacht wird. Eigentlich war dies Aufgabe von Sklaven und niederen Ständen. Durch das Waschen der Füße seiner Jünger zeigte Jesus, dass auch diese zum Dienen untereinander bereit sein müssen. ame