Obstbau- und Vogelschutzverein Hirstein braut Kellerpils

Zum Wohl : Hirsteiner brauen ihr eigenes Bier

Das eigene Pils brauen und testen stand beim örtlichen Obstbau- und Vogelschutzverein auf dem Programm.

Schnapsbrennen ist beim Obstbau- und Vogelschutzverein Hirstein Usus (nicht Ouzo). Zudem wird Apfelsaft gepresst. Jetzt kommt noch Bier hinzu. Hirsteiner Kellerpils nennt sich das edle Gebräu. „Mehrere unserer jungen Mitglieder hatten die Idee mit dem Bier“, berichtet der Vereinsvorsitzende Hermann Backes. Er erzählt: „Die jungen Leute besuchten einen Braulehrgang in Walhausen, bildeten sich anschließend weiter und haben sich genug Wissen für das Bierbrauen angeeignet.“ Der Verein habe die notwendigen Gerätschaften beschafft, beispielsweise Braukessel, Gerberbehälter und Bierbrauset sowie verschiedene Gewürze besorgt und das Brau-Vorhaben beim Finanzamt angemeldet. „Im Oktober wurde dann damit begonnen, Bier zu brauen. Das Ergebnis war hervorragend. Deshalb haben wir uns spontan entschlossen, das letzte Türchen zum lebendigen Adventskalender in Hirstein mit einem Schaubrennen zu öffnen.“

Thomas Schreiner vom Brauer-Team erklärt den Brauhergang: „Zuerst wird das Brauwasser erwärmt, unter ständigem Rühren wird geschrotetes Getreide hinzugegeben.“ Dann darf die Masse abkühlen. Danach erfolgt die Jodprobe, um die vollständige Verzuckerung der Maische zu überprüfen. Hiernach wird die Maische geläutert – also gefiltert beziehungsweise gereinigt. Dann werden die Maischereste und Hopfenpartikel aus der Würze entfernt und die Hefe angesetzt. Die Hauptgärung erfolgt laut Schreiner bei 17 bis 21 Grad und ist in fünf bis sieben Tagen beendet. Zum Schluss wird das Bier abgefüllt und darf mindestens sechs Wochen reifen. „Deshalb haben wir schon im Vorfeld einige Liter Hirsteiner Pils gebraut“, fügte Brauer-Kollege Michael Klees hinzu.

Das Hirsteiner Pils ist ein vollmundiges Kellerbier mit einer Bernsteinfarbe, naturtrüb und ungefiltert. Der Vereinsvorsitzende Hermann Backes: „Unser Bier wird nicht zum Verkauf und heute gegen eine Spende angeboten.“ Dazu werde ein genaues Brauprotokoll für das Hauptzollamt als Nachweis geführt. „Das Bierbrauen war keine Eintagsfliege und soll zu besonderen Anlässen in Hirstein wiederholt werden“, vertröstet Backes all jene, die noch nicht Hirsteiner Pils-Genuss gekommen sind.

Backes wertet das Schaubrauen als ein tollen Erfolg für die Hobbybrauer. Der Andrang war jedenfalls groß. „Insgesamt waren 60 Liter Hirsteiner Pils schnell ausgeschenkt“, freute sich auch der Hirsteiner Ortsvorsteher Konrad Haßdenteufel, denn: „Es wurden Spenden für das nächte Hirsteiner Kinderfest im August gesammelt.“

Parallel zum Schaubrauen hatten die Herschdemer Schreppscher den Holzbackofen angeworfen und Flit mit Lyoner beziehungsweise Chili-Lyoner darin gebraten und außerdem süße Waffeln angeboten. Auch hier wurden Spenden für das Hirsteiner Kinderfest gesammelt.

Die Hirsteiner Hobby-Bierbrauer auf einen Blick: Thomas Schreiner, Michael Klees,Tobias Zuschlag, Lisa Schade, Bernd Fries, Michelle Düpre, Tobias Backes, Dennis Stephan, Hermann Backes und Rüdiger Lukas.