1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Namborn

Narren verhaften Namborner Bürgermeister

Sturm auf Namborner Rathaus : Bürgermeister Hilpüsch muss sich Narrenschar ergeben

In Namborn sind bis Aschermittwoch die Narren an der Macht.

Bürgermeister Sascha Hilpüsch (SPD) hatte nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr zwar lautstark angekündigt, das Liebenburg-Rathaus mit einer neuen ausgetüffelten Taktik zu verteidigen. Doch die gut ausgerüsteten Bataillonen des Karnevalvereins Gehweiler mit ihren Kommandeuren Henning Fries und Andreas Gerhart stürmten am Fetten Donnerstag mit ohrenbetäubendem Kanonendonner und farbenfrohem Konfettiregen im Handumdrehen das Rathaus. Sie nahmen den Burgherrn trotz großer Verteidigung seiner Mannen fest und enthoben in seines Amtes.

Und so überreichte der Hausherr den Schlüssel und sage: „Aus Baltersweiler bin ich gekommen und habe als Bürgermeister Sascha I. die Regentschaft übernommen.“ Dann verwies er auf ein Zitat von Wilhelm Busch: „Die Zeit ist wie ein Husch, doch keiner wird es ernstlich bestreiten, wir leben in närrischen Zeiten. Es bleibt vielleicht der Wunsch bestehen, so kann es auf keinen Fall weitergehen".

Henning Fries von der närrischen Staatsanwaltschaft Gehweiler erhob Anklage gegen den entmachteten Bürgermeister und warf ihm als schwerwiegendes Vergehen vor, absichtlich im Bürgerhaus Gehweiler randaliert und damit den Saal demoliert zu haben, nur damit der Karnevalverein Gehweiler dort keine Veranstaltungen organisieren kann. Außerdem beschuldigten die Narren den Bürgermeister: „Auch möchten Sie unbedingt eine Fotovoltaikanlage in Namborn errichten, allerdings nicht um Solarstrom zu generieren, sondern damit Sie durch die Sonnenreflektion immer im richtigen Licht stehen. Dann würde man Sie den Sonnenkönig Sascha nennen.“

Das närrische Gehweiler Gericht verurteilte Rathauschef Sascha Hilpüsch. Zur Strafe müsse er unter anderem bei der Gala-Prunksitzung des Karnevals Gehweiler an diesem Samstag in der Turnhalle Furschweiler eine Büttenrede halten. Anschließend feierten Angreifer und Verteidiger gemeinsam im Rathaus.