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Namborner Kasse: Halbe Million vom Sparkonto

Namborner Kasse: Halbe Million vom Sparkonto

Um dieses Jahr finanziell über die Runden zu kommen, muss die Gemeinde Namborn abermals - wie seit unzähligen Jahren usus - ans Ersparte. Mehr als 500 000 Euro stammen aus den Rücklagen, um die Ausgaben von rund 11,2 Millionen Euro zu decken.

Denn die seit Jahren klamme Kommune rechnet nur mit knapp 10,7 Millionen Euro Einnahmen.

Während ein Privatmann oder Firmenchef ob der desaströsen Lage längst Krokodilstränen weinen würde, zeigte sich Bürgermeister Theo Staub (SPD ) trotz dieser erheblich klaffenden Lücke zuversichtlich. Andere wiederum würden eher von Galgenhumor sprechen. Denn: "Nach der neuen Berechnung sind wir nicht 2016, sondern erst 2017 pleite." Dann seien alle Rücklagen aufgebraucht. Aber bis dahin werde Namborn keinen neuen Kredit brauchen, sicherte Staub dem Gemeinderat zu. Ohnehin sitzt die Gemeinde auf einem 30 Millionen Euro hohen Schuldenberg. Doch der Rathauschef hofft auf Finanzspritzen des Kommunalen Entlastungsfonds (Kelf). Worauf im Übrigen zahllose weitere Bürgermeister im Saarland setzen. Laut Staub seien zurzeit 37 Gemeinden Sanierungsfälle. Dazu gehöre auch die Landeshauptstadt Saarbrücken, der das Wasser längst bis zum Hals stehe. Staub: "Dort sind schon Mitte 2015 die Rücklagen aufgebraucht."

Auf große Sprünge bei Investitionen setzte angesichts der Misere kein Kommunalpolitiker im Rat. In erster Linie habe Namborn indes ein Einnahmeproblem. So attestierten die Fraktionen der Verwaltung eine ordentliche Vorlage zum Haushalt.