Mittelaltermarkt auf der Liebenburg in Eisweiler

Wie im Mittelalter : Gaukler und Gäste werden zur kleinen Familie

Auf der Liebenburg in Eisweiler ging der siebte Mittelaltermarkt über die Bühne. Höhepunkt der Veranstaltung war eine Feuershow.

Eine Reise in die Vergangenheit konnten diejenigen erleben, die am Wochenende den Weg nach Eisweiler gefunden hatten. Dort, genauer gesagt am Fuße der Liebenburg auf dem Schlossberg, hatten sowohl Händler, Ritter und Gaukler als auch das Lagervolk ihre Zelte aufgebaut, um gemeinsam mit Besuchern das siebte mittelalterliche Fest zu feiern. Die passenden Gewandungen fehlten dabei nicht. „Ich komme wegen des besonderen Flairs und Ambientes immer wieder gerne her“, sagte der 52-jährige Andreas Müller aus Sulzbach. „Es ist ein schöner kleiner Markt und wie eine große Familie“, fügte Jakob Schmidt hinzu. „Das hätte bestimmt auch früheren Gutsherren der Liebenburg gefallen“, mutmaßte Erwin Seidel, der mit seinen Kindern Ulli und Silke (sechs und acht Jahre alt) zu den Gästen zählten.

Veranstalter des mittelalterlichen Treibens waren die Gemeinde Namborn, der Verein die Tafelrunde und der Heimat- und Verkehrsverein Namborn. Schmuck aus dem eigenen Atelier wie Glasperlen, Ketten und keltische Replikien bot Gabriele Darga aus Überherrn an. Außerdem zeigte sie, wie Glasperlen mit verschiedenen Mustern hergestellt werden. Hans Jörg Marx von den Wolfsbrüdern war mit einer alten Schmiede gekommen „Ich habe sie mit Holzkohle befeuert, Eisen erwärmt und daraus große und kleine Messer, lange Schwenkerwender und Gewandspangen angefertigt“, sagt der Oberthaler. Hinter den Wolfsbrüdern verstecken sich übrigens die Mehringer Franken aus dem fünften- und sechsten Jahrhundert. Verschiedene Reiterhelme und Taschen aus Leder bot ein Trierer Händler an. Bei Niklas Pedorski gab es Kinderspiele wie Drachenschnappen, Einhornangeln und Drachenspiele. Bei der Bruderschaft von Hagen konnten die Besucher ihr Können beim Weitwurf mit verschieden Äxten und beim Bogenschießen zeigen. Gäste aus Neunkirchen, die Gruppen Skippa Flotti und Valhall, zeigten sich als Wikinger mit Lagerleben. Die Musikgruppe Pipes’n’Strings spielte mit Flöten, Saiteninstrumenten, Trommeln und Dudelsack traditionelle Folkmusik und Werke des Mittelalters – aus der Renaissance und dem Frühbarock.

Niklas versucht sich mit dem Schwert gegen Nadine Wendehausen. Foto: B & K/Franz Rudolf Klos

Ritter Baldemar von Odenbach (Rüdiger Andres) berichtete den Besuchern über Anfang und Untergang der festen Mauern und alles, was so mit der Liebenburg im Laufe der Jahrhunderte geschah. In einer Taverne boten der Förderverein der Grundschule Namborn und die Fördervereine der Kitas Hirstein, Furschweiler und Namborn Kaffee und Kuchen an. Zum weiteren mittelalterlichen Treiben rund um die Burg gehörten William der Zauberer, Tänze und Schwertkämpfe. Ein Höhepunkt war die Feuershow am Samstagabend mit Pois und brennenden Feuerdochten an Ketten mit Fingerschlaufen. „Es war wieder ein gelungenes Fest“, resümierte Ludwig von Sötern (Ludwig Heil), der Chef der Tafelrunde. So sieht es auch der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, Rüdiger Andres. „Um noch mehr Besucher auf die Burg zu locken, soll das schon traditionelle mittelalterliche Treiben am zweiten August-Wochenende vorverlegt werden“, kündigte Namborns Bürgermeister Sascha Hilpüsch (SPD) an. Damit will er auch den vielen anderen Veranstaltungen in der Umgebung aus dem Weg gehen.

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