„Kerniger als Fußball“

Neben den Saarland Hurricanes und dem im Schwarzenbach spielenden Oberligisten Saarland Steelers gibt es seit Kurzem im Namborner Gemeindeteil Baltersweiler ein Football-Team. Bereits jetzt fiebern die South West Wolves ihrer ersten regulären Saison im nächsten Jahr entgegen.

Auf dem Kunstrasenplatz in Baltersweiler wird jetzt auch viel Englisch gesprochen. Normalerweise kicken im Urwiesstadion die Fußballer des SV 1913, doch seit einiger Zeit treffen sich hier auch die Kraftpakete mit Helm und den dicken Schulterpolstern. "Ich bin eben nicht so der Fußballtyp", sagt Björn Sprunck. "Football ist in meinen Augen taktischer und härter. Das reizt mich einfach mehr, da kann man sich selbst richtig schön pushen."

Abteilung hat 70 Mitglieder

Der 23-Jährige war es leid, für seinen Sport weite Fahrten in Kauf zu nehmen. Also ergriff er letztes Jahr die Initiative und startete, wie es heute üblich ist, über ein soziales Netzwerk einen Aufruf. Die Resonanz war beeindruckend. Was im November 2015 mit etwa 20 Leuten begann, wurde am 1. Januar bereits eine offizielle Abteilung, der heute rund 70 Mitglieder angehören. Neben Bundesligist Saarland Hurricanes und den Saarland Steelers, deren aktive Mannschaft diese Saison in der Oberliga pausiert, ist es das dritte Football-Team im Saarland.

Auch ihren Trainer haben die "South West Wolves" im Internet gefunden. Bill Roberts schaute beim Training ganz genau hin. Beim Sportfest absolvierte sein Team vor Kurzem ein Show-Training. Immer wieder unterbrach der 44-Jährige, der 1993 aus Akron im US-Bundesstaat Ohio zum Militärstützpunkt ins pfälzische Bruchmühlbach-Miesau kam, das Trainingsspiel zwischen Offensive und Defensive.

Fast alle sind Neulinge

Roberts zeigt seinen Jungs genau auf, was sie besser machen können. Und das hat aus seiner Sicht in den letzten Monaten klasse funktioniert: "Outstanding", also herausragend, sieht er den Fortschritt des Teams: "Fast alle sind Football-Neulinge, haben vorher noch nie gespielt. Es sieht richtig gut aus, wie sie sich entwickelt haben", sagt der Ex-Spieler der Saarbrücker "Black Shadows", der auch Quarterback bei den 2004 aufgelösten St. Wendel "Griffins" war und in Luxemburg spielte. Jetzt hat er sein erstes richtiges Traineramt übernommen. Seine primären Ziele? "Dass die Leute motiviert bleiben, sich sportlich weiter verbessern und dass wir weitere Menschen für Football begeistern." Letzteres ist wie erwähnt bestens geglückt.

Seit einigen Wochen trainiert auch Roman Thum bei den "Wölfen" mit: "Ich habe einfach mal vorbeigeschaut und war direkt vollends überzeugt", verrät der 34-Jährige aus Schönenberg-Kübelberg und nennt die Vorzüge: "Es ist kerniger als Fußball . Und beim Football spielen der Zusammenhalt und der Teamgedanke aus meiner Sicht eine noch größere Rolle."

Das sieht Maurice Laufer ganz genauso. Der 30-Jährige ist bereits seit sechs Jahren Footballer, aktuell bei den Pirmasens Praetorians. Nachdem er dort zuletzt Meister wurde, hat Laufer den geplanten Wechsel nach Baltersweiler vorerst verworfen. Er lässt es sich aber nicht nehmen, dem neuen Club durch die Teilnahme am Training zu helfen, denn: "Man kann sich nur verbessern, wenn man auch gegen Bessere spielt. Also habe ich angeboten, das Team zu unterstützen", sagt Laufer. Bis es für die "Wölfe" richtig ernst wird, werden noch etliche Übungseinheiten folgen. Erst im April 2017 steigt die Mannschaft in der untersten Liga in den offiziellen Spielbetrieb ein.

Das Training der South West Wolves findet montags von 19 bis 21 Uhr und mittwochs von 20 bis 22 Uhr im Urwiesstadion in Baltersweiler statt.

Kraftpakete mit Helm und breiten Schulterpolstern: Die South West Wolves präsentierten sich am Sonntag den Zuschauern beim Sportfest des SV Baltersweiler. Fotos: Bonenberger & Klos.

sw-wolves.de

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