Gute Laune zu Hasnas Gerichten

In Gehweiler läuft die Integration der Flüchtlinge glänzend. Davon sind alle Beteiligten überzeugt. Berlin könne sich hier ein Beispiel nehmen, heißt es, wobei das ländliche Klima und die saarländische Mentalität eine Rolle spielen.

"Einer für alle, alle für einen" steht auf einer Tafel im Gehweiler Kultursaal. Eigentlich gehört sie der ansässigen Feuerwehr, doch auf die Gruppe, die sich dort trifft, passt der Spruch auch perfekt. Es sind ehemalige Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer, die im Kultursaal zusammenkommen, um über ihre momentane Situation und auch ihre Zukunft im Ort zu beratschlagen. Auf der Tagesordnung stehen Themen wie ein deutsch-syrisches Café für Frauen, die Integration von Flüchtlingen in die Vereine des Ortes und auch der Deutsch-Sprachkurs, der jeden Morgen abgehalten und immer gut besucht wird. Während die Anwesenden beratschlagen, verteilt Kalil Mohamad an alle Essen, das seine Frau Hasna zubereitet hat. Die Stimmung ist ungezwungen. Man merkt, dass hier ein gutes Miteinander besteht.

Ländliches Klima wirkt positiv

"In punkto Flüchtlingsarbeit läuft hier einiges so gut", meint Hans-Peter Schwan, der gemeinsam mit seiner ganzen Familie die Flüchtlinge in Gehweiler betreut, "dass sich Städte wie Berlin noch eine Scheibe von uns abschneiden könnten". Grund dafür sei, so Schwan, das ländliche Klima, die kurzen Amtswege und auch die saarländische Mentalität des "Ich kenne jemand, der jemanden kennt". Nur so sei es möglich, eine gute Integration zu gewährleisten. Und das sei in Gehweiler der Fall.

In dem kleinen Ort mit seinen nicht ganz 700 Einwohnern leben zurzeit elf Flüchtlingsfamilien, die von Familie Schwan und Kordula Funk betreut werden. Den Anfang machte vor zwei Jahren Kaled Emen mit seiner Familie. Damals noch nicht von allen mit offenen Armen empfangen, ist Emen - oder wie er in Gehweiler mittlerweile genannt wird: Armin - akzeptiert und integriert. Er selbst beteiligt sich nicht nur bei der momentanen Renovierung des Bürgerhauses, sondern unterstützt auch Peter Schwan in seiner Flüchtlingsarbeit . Er geht auf die Menschen zu und schafft Verbindungen.

Natürlich läuft es nicht immer so rund, wie bei Kaled Emen. "Wir haben selbstverständlich auch ein paar Probleme", gesteht Hans-Peter Schwan zu. "Die Pünktlichkeit ist zum Beispiel eines davon". Und auch an der Akzeptanz der Flüchtlinge wird noch gearbeitet. "Dazu machen wir Spaziergänge durchs Dorf, stellen uns vor, setzten uns gemeinsam an einen Tisch und schaffen so Vorurteile ab." Die regelmäßigen Mittwochstreffen können auch von jedem, der es gerne möchte, besucht werden. Außerdem werden die Flüchtlingsfamilien dazu angehalten, sich in Vereinen und generell am Ortsleben zu beteiligen. "Das läuft gut", findet Hans-Peter Schwan

Stolz auf die Helfer

Alles in allem ist Hans-Peter Schwan sehr stolz, auf die Arbeit die in Gehweiler von den Helfern, aber auch von den Flüchtlingen selbst geleistet wird. "Es funktioniert einfach."