Gorßer Zuspruch bei Nachtführung auf der Liebenburg in Namborn

Führung in Namborn : Des Nachts die Liebenburg erobert

Eine Nachtführung mit Ludwig von Sötern lockt zahlreiche Geschichtsinteressierte zum Namborner Wahrzeichen.

„Das hatten wir nicht erwartet, aber insgeheim erhofft“, sagt Burgführer Rüdiger Andres zufrieden. Und meint damit den Zuspruch bei der jüngsten Nachtführung auf der Liebenburg in Namborn.

Im Anbruch der Dämmerung versammelten sich an die 30 Gäste an der Treppe zur Burg, um den Eröffnungsworten zu lauschen. Die Laternen waren angezündet und der Zug bewegte sich rund um die aus dem Dunkeln aufragenden Mauern, immer wieder kurz anhaltend, um den erklärenden Worten des Burgführers Ludwig Heil alias Ludwig von Sötern Gehör zu schenken. In verschiedenen Nischen erhellten Laternen gespenstisch die Silhouette der Mauerkronen, beschreibt Andres die Stimmung.

Wie groß war die ursprüngliche Kernburg? Was wurde wann hinzugebaut? Wo war die Küche der Burg, wo der große Rittersaal? All diese Fragen seien beantwortet worden.

Im Inneren des heutigen Turmes übernahm dann Rüdiger Andres alias Baldemar von Odenbach die Regie und führte die Gäste zurück in der Geschichte der Liebenburg bis zu den Gründen ihrer Erbauung. Die sehr wechselvolle Geschichte der im 13. und 14. Jahrhundert bedeutenden Anlage, das Schicksal als Lehens- und Pfandobjekt unter den jeweiligen Landesfürsten und die Beschreibung des Zusammenlebens auf einer Burg beeindruckte die kaum in ihrer Anzahl ins Innere des Turms passenden Zuhörer. „Die jüngeren Gäste fanden vor allem den Schöpfbrunnen, die verschiedenen Wappen der Burgherren auf den Bannern und die Teilrüstung mit Turnierhelm des Baldemar bestaunenswert“, verrät Andres.

Als Baldemar von Odenbach führt Rüdiger Andres die Besucher übers Burggelände. Foto: Anton Didas

Vollgestopft mit Informationen, aber mit leerem Magen und durstiger Kehle kletterten die Besucher wieder den Burgberg hinunter und labten sich an den vom Tross der Edelleute angerichteten Brote und tranken kräftig Met dazu. Im Gespräch stellte sich heraus, dass eine Familie aus Mandelbachtal wohl die weiteste Anreise zur Burg auf sich genommen hatte. „Ein wirklich krönender Abschluss der Burgführer-Saison“, bilanziert Andres.

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