Gedenktag soll Zeichen sein

Aufgrund von Fliegerangriffen und dadurch oft ausfallendem Unterricht wurde die Kommunion 1945 nicht am Weißen Sonntag, sondern im Sommer gefeiert. 70 Jahre später gab es dazu einen Gedenkgottesdienst.

Am 22. Juli 1945 gingen 76 Kinder aus acht Dörfern zum ersten Mal zur Kommunion , 29 davon sind schon gestorben. 20 Jubilare feierten jetzt nit Pastor Marco Hartmann, der aus Furschweiler stammt, mit der ganzen Pfarrei einen Dankgottesdienst.

Gleichzeitig war dies der Kirmesgottesdienst in der altehrwürdigen Pfarrkirche St. Anna. Alle Jubilare stehen kurz vor ihrem 80. Lebensjahr. Die Pfarrei St. Anna Furschweiler bestand zur damaligen Zeit aus den Dörfern Eisweiler, Gehweiler, Hofeld, Reitscheid, Furschweiler , Grügelborn, Pinsweiler und Roschberg. Wie kam es zu dem Termin für eine Erstkommunion mitten im Sommer, wo doch der Weiße Sonntag immer am ersten Sonntag nach Ostern ist? Dazu der Initiator, Alfons Münster aus Roschberg zu dem seltenen Jubiläum: "Der damalige Pastor Peter Klinkner konnte die vielen Kinder 1945 nicht in dem nötigen Umfang auf den Weißen Sonntag vorbereiten, weil die Fliegerangriffe in diesen letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges so häufig und auch tagsüber kamen.

Fliegerangriffe hieß, sich verstecken, im Haus im Keller. Keinsfalls draußen bleiben. Kein Unterricht konnte zu Ende geführt werden und so wurde die Feier zur Erstkommunion verschoben. Denn der Krieg in Furschweiler war erst am 19. März 1945 mit dem Durchzug der Amerikaner zu Ende und auch die Fliegerangriffe". Und weiter: "Viele Väter und Brüder waren entweder gefallen oder in Gefangenschaft. Es gab kaum was zum Essen. Unsere Mütter wussten nicht wie sie den Weißen Sonntag vorbereiten sollten. Sie mussten Butter, Eier, Speck und Mehl, Dinge die sie selbst notwendig brauchten, eintauschen gegen Stoff oder Macherlohn für Kleider.

Mancher schwarze Samtrock der Großmutter wurde umgeschneidert in einen Matrosenanzug ", so Alfons Münster. Mit ihrem Gedenktag wollten die Jubilare auch ein Zeichen setzten. "Flüchtlinge die zu uns kommen sind Menschen in Not, sie brauchen unsere Hilfe. Uns wurde auch nach dem Krieg aus Armut und Not geholfen."