Ein Mahnmal für den Frieden

Hirstein. Auf dem Friedhof in Hirstein wird künftig eine Glocke für jeden läuten, der hier beerdigt wird. In den vergangenen Jahren war dies für Personen, die zuvor von der evangelischen Kirche Wolfersweiler zur evangelischen Kirche St. Wendel wechselten, nicht der Fall (wir berichteten mehrmals)

Hirstein. Auf dem Friedhof in Hirstein wird künftig eine Glocke für jeden läuten, der hier beerdigt wird. In den vergangenen Jahren war dies für Personen, die zuvor von der evangelischen Kirche Wolfersweiler zur evangelischen Kirche St. Wendel wechselten, nicht der Fall (wir berichteten mehrmals). Während einer kleinen Feierstunde wurde am vergangen Sonntag das von der evangelischen Frauenhilfe Hirstein beschaffte neue Totengeläut offiziell eingeweiht und anschließend uneingeschränkt in das Eigentum der Gemeinde Namborn übergeben. Die Vorsitzende der evangelischen Frauenhilfe Hirstein, Lotte Remus, begrüßte die Gäste und überreichte dem Gemeindebeigeordneten Thomas Rein die Stiftungsurkunde mit den Unterschriften der Vorstands-Frauen. Die Urkunde wird in der Hirsteiner Leichenhalle aufbewahrt. "Aus der Not geboren", sagte Remus, "mussten wir diesen nicht leichten Weg gehen und viele Stolpersteine beseitigen." Auf der Suche nach einem passenden Geläut, berichte die Vereinschefin, hatten wir das große Glück, bei der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe, die auch die Glocken für die Dresdener Frauenkirche gegossen hat, eine Glocke nach unseren Vorstellungen zu finden. Es ist eine Glocke, die 1994 gegossen wurde und für die evangelische Kirche in Göttingen bestimmt war. Dort, so Remus weiter, musste die Glocke im letzten Jahr aus technischen Gründen ausgetauscht werden. Nur so sei man in den Besitz dieser Glocke gekommen. "Jetzt ist es endlich geschafft", freut sich die evangelische Frauenhilfe Hirstein. Ihre Vorsitzende dankte allen, die durch ihr Engagement dazu beigetragen haben, durch Spenden oder durch ihren persönlichen Einsatz. Remus dankte auch Gerd Stephan für die ordnungsgemäße Lagerung der Glocke und Karl Heinz Zuschlag für die Stiftung der Pflanzenschale und sagte: "Möge die Glocke mit ihrem Läuten ein Mahnmal für den Frieden sein, in unserem Ort, in unserem Land und auf der ganzen Welt". Glocken gehören zu unserer Kultur und sind ein Zeichen der Versöhnung und des Miteinanders, betonte Gemeindebeigeordneter Thomas Rein. Dem schloss sich Pfarrer Markus Karsch von der evangelischen Kirche St. Wendel an. Wenn eine Glocke erklingt, so Karsch weiter, ist die Botschaft Gottes zu hören. Sie verbinde die christliche Hoffnung von Anfang an bis zum Ende des Lebens. Hirsteins Ortsvorsteher Manfred Gondolf betonte das große Engagement der evangelischen Frauenhilfe Hirstein als kleiner Verein mit einer geradezu beispielhaften Spendebereitschaft für ihr rundum gelungenes Vorhaben. Und fügte hinzu: "Die Glocke ist Symbol und Mahnmal für den Frieden und der möge auch für unseren Ort lange Bestand haben". Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von der Singgruppe Eitzweiler unter der Leitung von Lorenz Trippen.

Auf einen BlickZu dem neuen Totengeläut auf dem Friedhof in Hirstein stellten die Gemeinde Namborn und der Ortsrat von Hirstein je 1000 Euro bereit. Weitere 3 000 Euro kamen von der Agentur Ländlicher Raum des Saarlandes mit dem Förderprogramm "Tatort Dorfmitte". Damit soll auch das Umfeld gestaltet werden, wie es das Landesprogramm vorsieht. Alle übrigen Kosten wurden aus Spenden finanziert. se