1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Namborn

Die unendliche Furschweiler Geschichte

Die unendliche Furschweiler Geschichte

Nach langem Hin und Her soll der Umbau am einstigen Schulgebäude starten. Dort soll der Kindergarten einziehen.

Wenn in Furschweiler von einer unendlichen Geschichte die Rede ist, geht es gemeinhin nicht um das Buch des Autors Michael Ende. Vielmehr ist damit das Hin und Her rund um den kommunalen Kindergarten der Gemeinde Namborn in Furschweiler gemeint. Jetzt könnte möglicherweise das letzte Kapitel geschrieben werden und der seit langem anvisierte Umzug in die Annenschule Realität werden.

Derzeit ist der Kindergarten in Furschweiler im Gebäude der ehemaligen Volksschule untergebracht. 2011 war man in der Gemeinde übereingekommen, in Furschweiler zusätzliche Krippenplätze zu schaffen. Zunächst sollte das derzeit genutzte Gebäude umgebaut werden. Das stellte sich jedoch aufgrund des Aufwandes als unwirtschaftlich heraus. "Das Gebäude wurde nie grundsaniert. Die Wasserleitungen, die Elektrik, das ist alles marode", berichtet Thomas Rein (CDU), Ortsvorsteher von Furschweiler und erster Beigeordneter der Gemeinde Namborn bei einem Ortstermin mit Furschweiler Bürgern und der Saarbrücker Zeitung.

Ende 2015 sei dann der Entschluss gefallen, den Kindergarten in die ehemalige Annenschule zu verlegen, berichtet Rein. Das Gebäude war 2009 energetisch saniert worden, stand seit Juli 2015 aber leer. Bis dahin hatte dort die Grundschule Namborn übergangsweise ihren Sitz. Vonseiten der Verwaltung habe man als künftigen Standort das nun leer stehende Gebäude für die Nachmittagsbetreuung ins Auge gefasst. "Doch das machte aufgrund der baulichen Beschaffenheit auch keinen Sinn", berichtet Rein. Allerdings fand der Gemeinderat Gefallen am Obergeschoss des Schulgebäudes als neuem Kindergartenstandort. Schließlich war es beschlossene Sache. Am 7. September 2016 stellte die Gemeinde beim Bildungsministerium den entsprechenden Antrag.

Wochen und Monate vergingen, doch es passierte wenig bis nichts. "Die Planung für den Umbau des Schulgebäudes verlief schleppend", erklärt dazu Marija Herceg, Pressesprecherin des Bildungsministeriums auf SZ-Nachfrage, denn "für die baufachliche Prüfung notwendige Informationen - zum Beispiel im Hinblick auf notwendige Brandschutzmaßnahmen - waren nicht ausreichend dokumentiert, mussten nachgefragt werden oder änderten sich während der Planungsphase." Doch am 24. Februar dann die gute Nachricht aus Saarbrücken. Herceg: "Bei uns ist die baufachliche Prüfung abgeschlossen. Zu der gehört auch die Feststellung der zuwendungsfähigen Kosten." Mit 450 000 Euro plant die Gemeinde. Zuwendungsfähig sind nach Ansicht des Ministeriums, so Informationen der SZ, allerdings lediglich 434 000 Euro - 282 000 Euro für den Kindergarten und 152 000 Euro für die Krippe. Außerdem, was vom Ministerium aber ebenfalls weder bestätigt noch dementiert wird, befürchte man, dass die von der Gemeinde kalkulierten 450 000 Euro für den Umbau nicht ausreichen werden.

Bislang ist die Gemeindeverwaltung nach Angaben von Bürgermeister Theo Staub (SPD) davon ausgegangen, dass sowohl vonseiten des Ministeriums als auch vom Landkreis jeweils 146 000 Euro kämen, wobei der Landeszuschuss analog zum Resolutionsbeschluss des Kreistags vom 20. Juli 2015 vom Landkreis vorfinanziert werde. Doch wie Lukas Kowol von der Pressestelle des Landratsamtes erklärt, werden vonseiten des Kreises lediglich 130 200 Euro fließen. Zusammenaddiert sind das 276 200 Euro, bleiben 174 800, die die Gemeinde selbst schultern muss. Zwar rechnet Bürgermeister Staub nach eigener Aussage noch mit einer Bedarfszuweisung durch das Saar-Innenministerium. Doch wie hoch die ausfallen wird, so sie denn kommt, stehe noch offen. "Ursprünglich zugesagt, allerdings noch von der damaligen Ministerin Bachmann, waren 60 000 Euro", berichtet Staub. Die restlichen knapp 115 000 Euro - oder mehr, falls die Bedarfszuweisung geringer oder ganz ausfällt - müsste die Gemeinde selbst stemmen. Das gehe nur mit Sonderkrediten, hält der Namborner Bürgermeister fest. Vom Landkreis ist jedenfalls nichts mehr zu erwarten. "Da der Landkreis schon den Landesanteil vorfinanziert und den Kreisanteil schultert, können die übrigen Kosten nicht vorfinanziert werden", heißt es dazu. Und mehr noch: Es sei erstaunlich, wenn einerseits das Bildungsministerium den Landesanteil an der Investition verweigere und dafür der Landkreis vorfinanzierend einspringe, andererseits das Land über Bedarfszuweisung aber Mittel zuschieße. "Eigentlich müssten diese Mittel die nicht gewährten Landesmittel ersetzen und nicht den Gemeindeanteil."

Wie geht es jetzt weiter? Staub sagt: "Theoretisch kann es in zwei bis drei Wochen losgehen und der Architekt die einzelnen Gewerke ausschreiben." Praktisch könnten angesichts der finanziellen Unklarheiten weitere Kapitel hinzukommen.