1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Namborn

Der Torwart Oliver Dreke vom SV Baltersweiler wird an diesem Samstag 50

Fußball : Dreke lenkt noch immer Bälle um den Pfosten

Er ist Stamm-Torwart beim Bezirksligisten SV Baltersweiler. Dabei feiert Oliver Dreke an diesem Samstag bereits seinen 50. Geburtstag.

Wenn Oliver Dreke Flanken abfängt, Hechtsprünge macht oder Bälle um den Pfosten lenkt, dann ist der aus Hofeld stammende Torhüter in seinem Element. „Fußball macht mir einfach super viel Spaß. Und so lange ich noch kann, will ich den Sport auch weiter ausüben“, antwortet der Torwart voller Enthusiasmus auf die Frage, warum er auch im fortgeschrittenen Fußballer-Alter noch immer zwischen den Pfosten steht.

Dreke, der aktuell beim Tabellenzweiten der Bezirksliga St. Wendel, dem SV Baltersweiler, Stamm-Schlussmann ist, feiert an diesem Samstag seinen 50. Geburtstag. Zum SV wechselte der Torhüter zu Beginn dieser Saison vom Ligakonkurrenten STV Urweiler.

Dort war Dreke in der Runde 19/20 eingesprungen, als Stamm-Schlussmann Julian Loch sich eine Auszeit vom Fußball nahm. Nachdem der STV dann etwas später mit Luca Fuchs einen jungen Keeper verpflichtete, sagte Dreke zu, die Rolle als Torwart-Trainer zu übernehmen.

Doch dabei fehlte ihm etwas. „Irgendwie habe ich gemerkt, dass ich selbst wieder spielen will. Dann kam die Anfrage aus Baltersweiler, und dann habe ich dem SV und eigentlich auch mir selbst einen Gefallen getan und habe diese angenommen“, verrät der 50-Jährige lachend.

Vor seinem Engagement in Urweiler spielte Dreke in den vergangenen Jahren jeweils eine Saison für den SC Alsweiler und den TuS Hirstein. Davor hatte er auch noch für die SG Hirstein-Gehweiler die Fußball-Stiefel geschnürt.

„Das sieht so aus, als hätte ich mich zur Trikot-Hure entwickelt (so bezeichnet man abfällig Spieler die häufig den Verein wechseln, Anm. d. Redaktion)“, erklärt Dreke lachend. „Aber es gibt scheinbar viele Vereine, die Probleme haben, einen guten Torwart zu finden.“

So seien in den vergangenen Jahren immer wieder befreundete Verantwortliche von Vereinen auf Dreke zugekommen – und baten ihn, ihrem Clubs auszuhelfen. Um alten Weggefährten einen Gefallen zu tun, sagte Dreke, der von seinem siebten bis zum 38. Lebensjahr ausschließlich für seinen Heimverein SV Hofeld (beziehungsweise die SG Furschweiler-Hofeld) spielte, schließlich mehrmals zu. Auch für seinen Wechsel nach Baltersweiler war ein persönlicher Kontakt ausschlaggebend.

„Den Vorsitzenden des SV, Christian Glöckner, kenne ich schon seit Kindertagen“, berichtet der 50-Jährige. Und, dass er sich bei seinem neuen Club pudelwohl fühlt. „Es macht mir super viel Spaß. Der Verein ist super geführt, hat mit Daniel Jung und André Mittermüller ein gutes Trainer-Duo, und in der Mannschaft gibt es eine hervorragende Mischung aus jungen Spielern und erfahrenen Akteuren“, berichtet Dreke.

Rein sportlich läuft es ebenfalls besser als erwartet: Zur Winterpause ist der SV Zweiter – mit nur zwei Punkten weniger als Spitzenreiter SG Peterberg. Sollte es für Baltersweiler nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs so weiterlaufen, könnten die Schwarz-Weißen eventuell sogar in die Landesliga aufsteigen. Dreke hält diesbezüglich aber den Ball flach – auch weil der SV vor der Saison nicht zu den Titelkandidaten zählte. „Wenn wir einen Platz im oberen Mittelfeld erreichen würden, wären wir zufrieden“, erklärt der „Torwart-Methusalem.“

Das Gefühl, von der Bezirks- in die Landesliga aufzusteigen, kennt Dreke aber nur allzu gut. Denn dies gelang dem 50-Jährigen im Laufe seiner Karriere mit seinem Heimatverein aus Hofeld mehrmals. Der Vertriebsleiter einer Krankenversicherung, der mittlerweile mit seiner Lebensgefährtin in Saarbrücken wohnt, sagt: „Dabei habe ich alle Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt.“

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm die Saison 2000/01. Vor mittlerweile fast 20 Jahren beendeten Hofeld und der SV Wolfersweiler nach einem bis zur letzten Minute spannenden Titelrennen die Runde im Mai 2001 punktgleich an der Tabellenspitze. „Dabei hatten wir stellenweise schon neun Punkte Rückstand auf Wolfersweiler gehabt“, blickt Dreke zurück. Doch den holte Hofeld auf, und es kam zu einem Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in Namborn. „Da war die Hölle los, und es war Gänsehaut pur.“ Nach dem Schlusspfiff knallten die Sektkorken: Hofeld hatte mit 3:0 gewonnen.

„Das war schon ein echtes Highlight“ schwelgt Dreke in Erinnerungen. Für ihn war es auch ein sehr emotionaler Moment. „Früher war ich nämlich immer noch sehr impulsiv. Ich war eher so der Typ Oliver Kahn als Torwart.“

Doch mit der Zeit sei er ruhiger geworden, berichtet der 50-jährige Schlussmann. „Diesbezüglich habe ich mich schon sehr gewandelt. Früher war ich immer ‚on fire‘. Heute versuche ich, bei hektischen Situationen eher beruhigend einzuwirken. Mir ist es jetzt wichtig, ein Vorbild für jüngere Spieler zu sein, gerade was den fairen Umgang mit Schiedsrichtern und Gegenspielern angeht.“

Dreke bilanziert: „Mit dem Alter kommt halt auch eine gewisse Gelassenheit rein.“ Zu der gesellt sich noch jede Menge Erfahrung. „Was jüngere Torhüter mit Reflexen machen, mache ich mit Routine“, erklärt der 50-Jährige. Die Tatsache, dass dies in seinem Fall super funktioniert, zeigt ein Blick auf die Statistik: Dreke musste bislang in dieser Saison erst sechs Gegentreffer hinnehmen – das ist der Bestwert in der Liga.