Heringsessen: Barth will Visionen umsetzen

Heringsessen : Barth will Visionen umsetzen

Wahlkampf-Auftakt an Aschermittwoch: Heringsessen der SPD mit rund 80 Gästen.

Ein SPD-Mitglied aus der Landesregierung hat die Fahrt zum Heringsessen des SPD-Gemeindeverbandes Nonnweiler ins Bürgerhaus nach Braunshausen nicht antreten müssen. Dieses Mal wohnt der Hauptredner, Bürgermeister Franz Josef Barth (parteilos), gleich um die Ecke. Und der Braunshausener (61) ist keiner, der den Aschermittwoch zum verbalen politischen Rundumschlag nutzt. Barth spricht lieber über Barth.

„Seit zehn Jahren bin ich jetzt an der Gestaltung in der Gemeinde Nonnweiler beteiligt“, erinnert er die 80 Gäste im Bürgerhaus. Von 2009 bis 2011 hat der Parteilose als SPD-Fraktionssprecher im Gemeinderat und Erster Beigeordneter fungiert. Seinerzeit noch als Feierabend-Politiker. Im Hauptjob unterrichtet der Ingenieurwissenschaftler damals Studenten an der Technischen Uni Kaiserslautern. Und, als doziere er wieder vor neugierigen Kommilitonen im Hörsaal, so locker fließen Barths Worte im Bürgerhaus seines Heimatortes.

„Ich habe mir ein paar Punkte, die mir wichtig und nachhaltig sind, zusammengestellt“, beginnt er seine Rückschau, die für ihn 2011 im Bürgermeistersessel beginnt. Er zählt die später unpolitisch gegründete Gemeindestiftung Wagner Pizza auf, die Gründung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald, das Nationalparktor im Keltendorf Otzenhausen und aktuell den Freizeitweg zwischen Freisen und Bierfeld auf.

Sicherstellen will Barth die Wasserversorgung in der Gemeinde. „Ein Drittel des Wassers wird im Gewerbegebiet Otzenhausen verbraucht, und einer neuen Produktionsstätte könnten wir gar nicht zustimmen“, erklärt Barth. Die Wasserversorgung will er künftig auf neue Füße stellen, um das Gewerbegebiet autark zu schalten.

Als persönlichen Misserfolg wertet er, dass die Gemeinschaftsschule Primstal nur noch als Dependance der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle weitergeführt werden kann. „Ich bin mir mit dem Schulleiter wie ein Einzelkämpfer vorgekommen“, bedauert Barth, dass statt der geforderten 30 Anmeldungen zur Weiterführung nur 18 eingegangen sind.

In diesem Jahr läuft seine achtjährige Amtszeit ab, und die SPD hat den weiterhin parteilosen Barth einstimmig zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl nominiert. „Ich mache das, weil es mir sehr viel Spaß macht, für die Gemeinde zu arbeiten“, begründet er. Zudem wolle er noch ein paar Sachen zu Ende bringen und sie nicht in andere Hände geben.

Im Gegensatz zu Bürgermeisterkollegen und dem St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU), taucht der Name Barth nicht als Spitzenkandidat auf der Gebietsliste der Kreistagswahl auf. „Wenn ich mich auf einer Liste aufstellen lasse, dann muss ich hinterher das Mandat auch annehmen“, sagt Barth. Denn sich aufstellen zu lassen, nur um eine Wahl zu gewinnen, sei für ihn der falsche Weg. „Das führt bei den Menschen zur Politikverdrossenheit. Die Glaubwürdigkeit in der Gemeinde, dafür stehe auch ich“, betont Barth. Allerdings weiß er, dass sich die Nonnweiler auf dem bislang Erreichten nicht ausruhen können. „Das Erreichte und die Visionen für die Zukunft glaubhaft umzusetzen wird der Weg sein. Dazu haben wir genügend Material“, sagt der zweifache Familienvater, der den Fokus auf die Dorfentwicklung legen will. Barth freut sich nach eigenen Worten auf den Wahlkampf. Bei den Sozialdemokraten sieht er eindeutige Vorteile: „Weil wir gute Argumente haben, und im Grunde können wir uns nur selbst schlagen“. Überzeugend, bescheiden und informativ, so rät er abschließend, müssten die Sozialdemokraten nun im Wahlkampf auftreten. Und verlässt unter Applaus das Rednerpult.

Dann gibt es Saures, aber nur in Form des Herings auf dem Teller. Die Erfolge der SPD in der Bundes- und Landespolitik hat der Kreisvorsitzende Magnus Jung eingangs des Aschermittwochstreffen herausgestellt.