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Nachgefragt beim SaarVV: Schüler-Ticket wird zwei Monate lang günstiger

Nachgefragt beim SaarVV : Schüler-Ticket des SaarVV wird zwei Monate lang günstiger

Die Corona-Krise stellt viele Menschen vor finanzielle Herausforderungen. Nicht nur Unternehmen, auch zahlreiche Familien haben Schwierigkeiten, sich über Wasser zu halten. So wie eine Mutter zweier Kindern, die sich Hilfe suchend an die Redaktion gewandt hat.

„Wir dürfen uns im Gegensatz zu wahrscheinlich vielen anderen immer noch glücklich schätzen“, schreibt sie. Schließlich erfreue sich die ganze Familie bisher guter Gesundheit. Nichtsdestotrotz seien die finanziellen Sorgen belastend. Die SZ-Leserin ist normalerweise in einer Klinik tätig, musste jedoch auf unbestimmte Zeit in Kurzarbeit. Das Einkommen des Vaters, der selbständig ist, sei ebenfalls gesunken.

Aus diesem Grund lebt die Familie aktuell auf Sparflamme. „Wir vertagen nötige Baumaßnahmen und unterlassen unnötige Ausgaben“, erzählt die Mutter. So habe sie beispielsweise den Musikunterricht der Kinder pausiert. Gleiches hatte sie auch mit den Bustickets vor. Die beiden Schüler besitzen jeweils ein Landkreis-Schüler-Ticket, das pro Person rund 60 Euro kostet. „Zurzeit gehen sie ja nicht zur Schule und es herrscht eine Ausgangsbeschränkung, weshalb die Tickets verständlicherweise unbenutzt bleiben“, erklärt die Mutter. Sie habe daher beim SaarVV nachgehört, ob es möglich wäre, das Abo bis zum Ende des Schulstopps stillzulegen. Doch ihre Anfrage sei abgelehnt worden. Der Grund: Die Busse könnten theoretisch auch weiterhin genutzt werden. „Aber wo sollen meine Kinder denn bitte hinfahren in der jetzigen Zeit? Alle gesellschaftlichen Verpflichtungen oder Freizeitaktivitäten sind gestoppt“, beklagt sich die Leserin. Sie habe noch mehrmals versucht, mit einem Mitarbeiter des SaarVV über ihr Problem zu reden. Erfolglos.

Auch auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung erklärte ein Sprecher des Verkehrsverbundes zunächst, dass es nicht möglich sei, ein Abo zu pausieren. Allerdings gebe es eine Kulanzregelungen für Abo-Kunden. Dank des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr sei es gelungen, in den Monaten Mai und Juni die entsprechenden Preise bei den Schülerabonnements um je 50 Prozent und bei den Jedermann-Abos um je 25 Prozent zu reduzieren. „Wir berücksichtigen die reduzierten Preise automatisch bei den kommenden Abbuchungen“, erklärt ein Sprecher. Die Kunden selbst müssten nicht tätig werden.

Die SZ-Leserin freut sich über diese Kulanzregelung. „Es ist keine perfekte Lösung, schließlich bezahlen wir immer noch für einen Service, den wir nicht in Anspruch nehmen. Aber es ist ein entgegenkommen“, findet sie und fügt hinzu: „In der jetzigen Situation ist jegliche finanzielle Entlastung eine große Hilfe.“