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Museen im Landkreis St. Wendel öffnen

Kostenpflichtiger Inhalt: Museen in Corona-Zeiten : Manche Museen dürfen, können aber nicht

Ein Überblick über die kulturellen Einrichtungen im St. Wendeler Land: An diesem Wochenende öffnen nur wenige.

Die Corona-Krise trifft den Kulturbetrieb hart. Peu à peu kehrt jetzt das Leben zurück, den Anfang machen die Museen. An diesem Sonntag, 17. Mai, wird der Internationale Museumstag wegen der Corona-Pandemie lediglich in digitaler Form gefeiert. Hier ist aus dem Landkreis das St. Wendeler Adolf-Bender-Zentrum dabei. Der freie Träger für Kinder- und Jugendhilfe zeigt auf seiner Facebook-Seite den „Moorsoldatenzyklus“ von Adolf Bender in digitaler Form.

Nach und nach öffnen nun auch wieder die Galerien im St. Wendeler Land für den Publikumsverkehr. Die SZ gibt einen Überblick. Ab Dienstag, 19. Mai, steht dem Besuch im Theulegium, dem Museum des Schaumberger Landes zu Tholey, nichts mehr im Wege. „Wir wollen das Museum langsam wieder hochfahren. Bei uns herrscht eh kein Riesenansturm, und wir können kleine Gruppen bis fünf Personen durchschleusen“, sagt Nico Leiß, Vorsitzender des Historischen Vereins zur Erforschung des Schaumberger Landes. Mit einem entsprechenden Hygienekonzept werde das Museum seinen Betrieb wieder aufnehmen. Besucher müssen  Mundschutz tragen und die Abstands- beziehungsweise Hygieneregeln einhalten. Außerdem wird die Besucherzahl begrenzt. Die bislang nur wenige Tage zu sehende Sonderausstellung „Esskultur im Mittelalter“ wird fortgesetzt. Die Öffnungszeiten: dienstags bis freitags, jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 16.30 Uhr. Samstags, sonntags und feiertags jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr, Telefon (0 68  53) 5 08 80.

Das Kreismühlenmuseum auf der Johann-Adams-Mühle in Theley ist ab diesem Sonntag, 17. Mai, wieder sonn- und feiertags geöffnet, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Führungen und Brotbackkurse können zurzeit jedoch nicht angeboten werden. Ebenso ist an diesem Sonntag wieder der Blick in die Ferne vom Tholeyer Schaumbergturm möglich. Es gelten folgende Öffnungszeiten: Ausstellungen und Aussichtsplattform sind dienstags bis sonntags, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet, montags ist der Schaumbergturm geschlossen. Führungen sind derzeit noch gestrichen.

Das Neipeler Heimatmuseum „Haus am Mühlenpfad“ bleibt noch geschlossen. Eine Wiedereröffnung ist für den 21. Juni geplant. Ebenso wird das Nohfelder Museum für Mode und Tracht zu einem späteren Zeitpunkt öffnen. Zum Neustart wird dann die Sonderausstellung „50 Jahre Saarländischer Volkstanz- und Trachtenverband“ zu sehen sein.

Christiane Barth, bei der Freisener Gemeindeverwaltung für kulturelle Angelegenheiten zuständig, teilt auf SZ-Anfrage mit: „Derzeit werden die Museen in der Gemeinde nicht geöffnet“. Das Mineralienmuseum in Freisen und das Reitscheider Landwirtschaftsmuseum befinden sich also weiterhin in der Warteschleife. „Die Gegebenheiten bei uns sind zu klein, und wir sind nicht auf Gruppenführungen ausgelegt“, erklärt Alois Schaadt, der das Landschaftwirtschaftsmuseum in Reitscheid betreut. Ähnlich sieht es im Café Edelstein inklusive Mineralogischem Museum in Oberkirchen aus. „Unsere Räume sind zu klein, deshalb können wir nicht öffnen“, bedauert Erwin Raddatz, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Weiselberg. Nach der Eröffnung Ende 2017 hat sich das Café Edelstein mit Veranstaltungen und  Vorträgen zu einem wichtigen Kommunikationstreff in Oberkirchen entwickelt. „Feiern und Treffen verschiedener Art dürfen jetzt nicht mehr stattfinden“, klagt Raddatz. Deswegen ist er dabei, ein Konzept zu erstellen, damit der Außenbereich künftig wieder als Treffpunkt genutzt werden kann.

Das Missions- und Völkerkundliche Museum der Steyler Missionare in St. Wendel bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Der Keltenpark in Otzenhausen öffnet indes am 28. Mai seine Tore, gibt Thomas Finkler, Leiter Tourismus bei der Gemeinde Nonnweiler, bekannt. „Die Saison läuft bis zum 25. Oktober“, ergänzt er. Offen ist das Keltendorf von donnerstags bis sonntags, jeweils von 13 bis 18 Uhr. In den Ferien: Montag bis Samstag, jeweils von 13 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Im Mai und Juni wird kein Eintritt verlangt. „Alle Veranstaltungen wie Vorträge, Workshops, Aktionstage und Gästeführungen sind bis auf Weiteres abgesagt“, teilt Finkler mit.

Die Historische Nagelschmiede Sitzerath ist wegen der Coronakrise am Sonntag, 17. Mai, nicht zur Besichtigung geöffnet. Das teilt Ortsvorsteherin Lieselene Scherer mit.

Laut Gemeinde Marpingen ist die Öffnung der Alten Mühle mit seinem Museumsteil aktuell nicht geplant.

Das Theulegium in Tholey steht in den Startlöchern. Foto: Evelyn Schneider
Das Museum für Mode und Tracht kann noch nicht öffnen.   Foto: Melanie Mai
Die "Untergehende Sonne" im Museum Oberkirchen kann noch nicht besichtigt werden. Foto: Melanie Mai
Das Landwirtschaftsmuseum in Reitscheid bleibt vorerst noch geschlossen. Foto: Melanie Mai
Die Ausstellungen im Schaumbergturm öffnen wieder. Foto: Elke Kunz
Das Kreismühlenmuseum auf der Johann-Adams-Mühle ist ab diesem Sonntag  offen. Foto: Evelyn Schneider
Die Historische Nagelschmiede Sitzerath ist am Sonntag,  17. Mai, nicht zur Besichtigung geöffnet. Foto: Alfred Schmitt.
Das Mineralienmuseum in der Freisener Schulstraße ist weiterhin noch geschlossen. Foto: Melanie Mai
Der Keltenpark Otzenhausen öffnet am 28. Mai – ohne Kelten.  Foto: Anton Didas
Das Missions- und Völkerkundliche Museum bleibt  geschlossen. Foto: Evelyn Schneider
Die Alte Mühle Marpingen ist noch zu. Foto: Florian Rech/Gemeinde Marpingen

Nach dem „Kultur-Entzug“ rechnet eigentlich keiner der Museumsbetreiber in den nächsten beiden Wochen mit Besucherströmen. Und der Kunstgenuss mit Maske wird ein eingeschränkter sein. Alles, worauf Museen in den vergangenen Jahren hingearbeitet haben, ist nicht mehr erlaubt: Keine Interaktion oder Gespräch über die Kunst – stattdessen anonymes, stummes Anbeten mit Distanzwahrung.