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Kultur : Mister Mops missfällt menschliche Maßlosigkeit

Kultur : Mister Mops missfällt menschliche Maßlosigkeit

So ein Haustier macht ganz schön viel Arbeit. Mister Mops ist der beste Beweis dafür. Der Vierbeiner hält das Ehepaar Recktenwald auf Trab – und verlangt vor allem abends jede Menge Aufmerksamkeit.

Dabei handelt es sich bei ihm nicht mal um einen echten Hund, sondern um eine fiktive Figur. Denn Mister Mops spielt die Hauptrolle in zwei Kurzgeschichten, welche Udo und Andrea Recktenwald gemeinsam zu Papier gebracht haben.

„Schreiben ist meine Leidenschaft. Ich habe schon als Kind in der Grundschule gerne Geschichten und Gedichte erfunden“, erzählt der Autor. Den Menschen im St. Wendeler Land ist dieser wohl eher als Landrat und aktuell als Leiter des Krisenstabs bekannt. Seit Beginn der Corona-Pandemie verbringt er viel Zeit im Lagezentrum des Gesundheitsamtes. Telefonieren, organisieren, Entscheidungen treffen – nach einem vollen Arbeitstag falle es da manchmal schwer abzuschalten. „Am besten gelingt mir das beim Sport. Oder wenn ich mich mit meinem Laptop auf die Terrasse setzen kann und einfach drauf lostippe“, verrät Recktenwald. Dabei könne er sich voll und ganz in eine Geschichte vertiefen.

Vor Ostern kam dem Hobby-Autor die Idee, die aktuellen Ereignisse in einem Text aufzugreifen. Die Erzählung sollte sich um das Coronavirus drehen, unterhaltsam sein und gleichzeitig das gesellschaftliche Zusammenleben hinterfragen. „Mit diesen Grundgedanken im Kopf habe ich einfach drauf losgeschrieben. Meine Frau hat das gelesen, ihre Vorschläge eingebracht und danach habe ich wieder umformuliert“, berichtet Recktenwald von der Herangehensweise. Pünktlich zum Fest sei die erste Kurzgeschichte mit dem Titel „Mister Mops und das Maß aller Dinge“ fertig geworden. Sie erzählt von Meisterdetektiv Rosso und seinem Hund.

Als die beiden Gassi gehen, treffen sie auf die Brüder Max und Manni Maßlos. „Die personifizierten Sünden“, wie der Autor erklärt. Sie verkörpern die schlechten Eigenschaften der Menschen: Habgier, Neid, Hass, Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Mister Mops beißt den Männern in die Beine, daraufhin beginnen diese zu niesen und husten. Kleine Coronaviren fallen auf die Straße. Und der Vierbeiner bemerkt, dass er mit ihnen reden kann. Im Gespräch findet der Spürhund heraus, dass das Virus gekommen ist, um die Menschen von ihren Sünden zu befreien. Nachdem dieses Geheimnis gelüftet ist, verlassen die Brüder Maßlos die Stadt. Danach kehrt wieder Ruhe ein. „Das Virus führt dazu, dass wir uns auf das Wesentliche, auf die wahren Werte beschränken“, findet Recktenwald und kann der Pandemie so auch im wahren Leben etwas Gutes abgewinnen.

In der zweiten Kurzgeschichte spielt der moralische Aspekt ebenfalls eine wesentliche Rolle. In „Mister Mops und der betörende Klang der Versuchung“ sorgt eine Dame namens Eva für chaotische Zustände in der Stadt. Sie betört die Menschen und führt diese vom rechten Weg ab. Wieder liegt es in den Händen von Detektiv Rosso und seinem Vierbeiner, den Frieden in die Gesellschaft zurückzubringen.

„Das Schreiben hat uns großen Spaß bereitet“, sagt Recktenwald. Die ganze Familie sei an dem Projekt beteiligt gewesen. Denn Tochter Chiara habe schließlich noch die passenden Illustrationen gezeichnet. „Wir haben uns dann gefragt, wie wir die Geschichten veröffentlichen könnten“, erzählt der Hobby-Schriftsteller. In den sozialen Medien habe er beobachtet, dass sich aktuell viele Menschen künstlerisch betätigten, um anderen Unterhaltung zu bieten. „Also habe ich die Erzählungen vorgelesen und davon ein Video gedreht“, erläutert er. Dieses können sich Internet-Nutzer nun auf Facebook und Youtube ansehen.

Und wie geht die Autoren-Karriere nun weiter? „Wir haben bereits am 6. Januar 2019 begonnen, ein Buch zu schreiben“, verrät Recktenwald. Ein Kriminal-Roman mit dem Titel „Gaslighting – Bis ans Ende der Sonnenfinsternis“. Es sei wieder ein Gemeinschaftsprojekt, wie der 57-Jährige verrät. „Meine Frau hat unheimlich viel Phantasie. Sie ist die Ideengeberin und ich bringe diese zu Papier.“ In den vergangenen Monaten habe das Ehepaar viel Zeit damit verbracht, über den Inhalt zu diskutieren. Diese Gespräche würden meist harmonisch ablaufen. „Aber manchmal tue ich mir schon schwer damit, andere Vorschläge zu akzeptieren“, gesteht Recktenwald. Er habe immer davon geträumt, ein eigenes Buch zu schreiben. Allerdings habe er befürchtet, nicht genug Disziplin aufzubringen, um das Werk auch zu beenden. „Wenn man zu zweit daran arbeitet, kann man sich gegenseitig motivieren weiterzumachen. Das hilft ungemein“, findet der Hobby-Autor.

Die Hauptrollen in dem bislang rund 200 Seiten umfassenden Roman spielen übrigens Detektiv Rosso und sein vierbeiniger Freund. „Die Story ist im Grunde fertig, allerdings steht jetzt das Korrekturlesen an“, sagt Recktenwald. Mister Mops werde seiner Familie also wohl auch in Zukunft noch eine Menge Arbeit bereiten.

Die Videos zu den beiden Kurzgeschichten gibt es im Internet zu sehen – und zwar auf folgenden Webseiten: www.facebook.com/udo.recktenwald und www.youtube.com/channel/
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