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Mehr Mitsprache beim Windrad-Bau

Mehr Mitsprache beim Windrad-Bau

St. Wendel. Im aktuellen Landesentwicklungsplan Umwelt sind so genannte Vorrangzonen für Windenergieanlagen ausgewiesen. Dort dürfen Windräder aufgestellt werden, während dies außerhalb dieser Gebiete ausgeschlossen ist. In der Stadt St. Wendel sieht der Entwicklungsplan solche Vorranggebiete am Buberg, am Kehrberg, am Schleifstein, am Hungerberg und östlich des Wendelinushofes vor

St. Wendel. Im aktuellen Landesentwicklungsplan Umwelt sind so genannte Vorrangzonen für Windenergieanlagen ausgewiesen. Dort dürfen Windräder aufgestellt werden, während dies außerhalb dieser Gebiete ausgeschlossen ist. In der Stadt St. Wendel sieht der Entwicklungsplan solche Vorranggebiete am Buberg, am Kehrberg, am Schleifstein, am Hungerberg und östlich des Wendelinushofes vor. Das saarländische Umweltministerium will diesen Landesentwicklungsplan ändern und die Regelung der Vorrangzonen aufheben. Dann dürften auch an anderen Stellen Windräder aufgestellt werden, diese aber auch abgelehnt werden. Die Genehmigung müssten dann die Kommunen erteilen. Zurzeit werden die Städte und Gemeinden angehört, so auch der Stadtrat St. Wendel in seiner jüngsten Sitzung.Zum einen begrüßt der Stadtrat, dass die Kommunen wieder ein Stück mehr Planungshoheit bekommen. Auf der anderen Seite fordert er das Land auf, das Verfahren zu koordinieren, damit sich Nachbarkommunen nicht gegenseitig die zum Teil unbeliebten und umstrittenen Windräder auf die Grenzen setzen, die Nachteile wie Lärm und Schattenwurf den Nachbarn zuschieben."Unsere Ortsräte und der Stadtrat wissen zweifellos besser um die örtliche Situation, als irgendwelche Ministerialbeamte in Saarbrücken", so der SPD-Fraktionsvorsitzende im St. Wendeler Stadtrat, Torsten Lang. In der Vergangenheit musste nach seiner Meinung die Kommune wegen der Vorgaben des LEP Umwelt Windkraftstandorte genehmigen, ohne planerisch - im Interesse eines angemessenen Ausgleichs zwischen der Förderung alternativer Energien und berechtigten Einwänden in der Bevölkerung vor Ort - eingreifen zu können. Insofern begrüße es die SPD, wenn die Planungshoheit der Städte und Gemeinden gestärkt werde.Allerdings dürfe das Land sich nicht aus der Verantwortung für eine echte und funktionierende Abstimmung zwischen benachbarten Gemeinden herausziehen: "In der Vergangenheit zeigten sich", so der SPD-Fraktionschef, "insbesondere Probleme, wenn Kommunen Flächen für Windkraftanlagen in Randlagen ihres Gemeindegebietes ausgewiesen haben, die zwar nicht von den Bewohnern ihrer eigenen Ortsteile sehr wohl aber von Menschen in Nachbarorten als belastend empfunden wurden." Das sahen auch die anderen Ratsfraktionen und die Verwaltung so. So forderte der Beigeordnete und Sitzungsleiter Peter Klär, CDU, ein koordinierendes Verfahren durch das Land, damit man sich die Windräder nicht gegenseitig auf die Grenze setze. Einstimmig verabschiedete der Rat eine entsprechende Stellungnahme zum Landesentwicklungsplan.