Zwei neue Solarparks in der Gemeinde Marpingen

Zwei neue Solarparks : Marpingen setzt auf Sonnenenergie

Eine ist schon in Betrieb, eine weitere ist in Planung: Zwei Solar-Anlagen in Alsweiler sollen bald den gesamten Strombedarf der Gemeinde decken.

Es ist ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2050 will der Landkreis St. Wendel seinen Energiebedarf vollständig CO2 neutral decken. Null-Emission Landkreis lautet der Name dieser Initiative. Wie auf deren Webseite zu lesen ist, verfolgt sie in erster Linie drei Ziele: Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und regionale Identität. „Dieses Vorhaben unterstützen wir sehr“, erklärt Marpingens Bürgermeister Volker Weber (SPD). Gleich zwei neue Solar-Parks sollen daher in Zukunft dazu beitragen, dass der Plan aufgehe.

Einer der beiden wurde bereits im Februar fertiggestellt und ist seit dem 12. März am Netz. „In den dreieinhalb Monaten haben wir schon 370 Megawatt Strom erzeugt. Das ist bereits die Hälfte von dem, was wir im Vorfeld für ein ganzes Jahr kalkuliert hatten“, sagt Rainer Kirsch von den Kommunalen Diensten Marpingen (KDM). Zu verdanken habe man dieses positive Ergebnis ganz klar dem guten Wetter. „Allein am 2. Juli hat die Anlage 5300 Kilowattstunden erzeugt. Das würde genügen, um zwei Häuser ein Jahr lang mit Strom zu versorgen“, veranschaulicht Kirsch.

Die Anlage ist ein Hektar groß und steht direkt am Ortsrand von Alsweiler in der Feldstraße. Zu ihr gehören 2727 Module, 15 Modultische, 14 Wechselrichter und eine Trafostation. Insgesamt etwa 757 000 Kilowattstunden produziert der Solar-Park pro Jahr. Genug, um den Energiebedarf von 215 Einfamilienhäusern 365 Tage lang zu decken. Theoretisch jedenfalls. Denn: „Es werden keine Häuser direkt an die Anlage angeschlossen. Der Strom wird nur eingespeist. Wohin er letztendlich fließt, entscheidet die Energis-Netzgesellschaft“, erklärt Kirsch.

Betreiber dieses Solar-Parks ist die Gesellschaft KDM, eine gemeinsame GmbH der Gemeinde Marpingen und der Energis. Sie hat die Anlage für 762 000 Euro gebaut. Die Abschreibungsdauer liegt bei 20 Jahren. „Bis wir die Baukosten wieder eingenommen haben, wird es wohl so sieben Jahre dauern“, schätzt Kirsch. Er betont jedoch, dass der Solarpark vom ersten Jahr an einen Gewinn einbringe. Denn zum Verkaufserlös an der Strombörse gebe es noch eine sogenannte Marktprämie obendrauf. Dabei handele es sich um eine EEG-umlagenfinanzierte Zahlung an Anlagen-Betreiber, welche die Differenz zwischen dem Großhandelspreis für Strom und der anlagenspezifischen Förderhöhe ausgleicht.

Ein weiterer, deutlich größerer Solarpark soll  im Bereich Hinter der Wolfsheck/ Auf dem Junkerswald entstehen. Das Gebiert liegt nördlich von Alsweiler in Richtung Tholey  und wird derzeit noch landwirtschaftlich genutzt. Der Marpinger Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung bereits die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen (wir berichteten). Die Solar-Anlage soll sich über 21 Hektar erstrecken. Sie könnte theoretisch den Strombedarf der gesamten Gemeinde decken. Die hat etwas mehr als 10 000 Einwohner. Mit einem Energieertrag von rund 14 130 000 Kilowattstunden pro Jahr ist es möglich, 13 893 Einwohner zu versorgen.

In den kommenden Monaten sollen auf der Fläche 38 111 Hochleistungsmodule auf vier Anlagenfeldern, eine Trafostation und 137 Wechselrichter entstehen. Die Kosten dafür übernimmt die Firma Solar-Ruhr. Die Gemeinde zahlt nichts. Im Gegenteil. Durch Gewerbesteuer und Verpachtung fließen Einnahmen von mindestens 13 500 Euro pro Jahr in die Kassen. Wann genau die Anlage ans Netz geht, steht noch nicht fest. Die Firma Solar-Ruhr habe nach eigenen Angaben aber schon sämtliche Grundstücksbesitzer als auch landwirtschaftliche Betriebe in dem betroffenen Gebiet kontaktiert und über alle Privatgrundstücke bereits Nutzungsverträge über 25 Jahre geschlossen.

Laut Gemeindesprecher Florian Rech haben sich bisher noch keine Bürger über den geplanten Solar-Park beschwert. Und auch politisch ist das Projekt unumstritten. Die Mitglieder des Gemeinderates haben dem Bebauungsplan jedenfalls ohne Gegenstimme auf den Weg gebracht. „Klimaschutz fängt im Kleinen an. Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen wir auf regenerative Energien setzen“, findet Rathauschef Weber. Das Potenzial der Windkraftanlagen in der Gemeinde sei fast ausgereizt. „Daher machen wir uns dafür stark, dass auf städtebaulich und landschaftskulturell geeigneten Flächen Solar-Parks entstehen können“, erklärt der Bürgermeister.

Seit dem 12. März ist dieser Solar-Park am Netz. Er ist ein Hektar groß und steht in der Feldstraße in Alsweiler. Foto: Sarah Konrad

Neben diesen beiden großen gibt es in der Gemeinde Marpingen noch sechs weitere, kleinere Anlagen. „Wir haben schon vor Jahren angefangen, auf ziemlich jedes gemeindeeigene Gebäude, Solarpanels draufzubauen“, sagt Kirsch. Diese sind auf den Dächern des Rathauses, der Schule und der Schulturnhalle in Alsweiler, dem Flugplatz in Marpingen, dem Schullandheim in Berschweiler und dem Bauhof platziert. „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt Rech und ergänzt: „Auch diese kleineren Anlagen tragen dazu bei, das Ziel eines Null-Emission Landkreis zu erreichen.“