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Wolfgang Trost gibt letztes Konzert

Wolfgang Trost gibt letztes Konzert

Bekanntes, Beliebtes, aber auch neu Entdecktes gab es beim Konzert in Marpingen zu hören. Zum letzten Mal hielt Wolfgang Trost den Dirigentenstab in der Hand, um seine Musiker und Solisten durch den Abend zu führen.

 Regionalkantor Wolfgang Trost gab sein letztes großes Konzert.
Regionalkantor Wolfgang Trost gab sein letztes großes Konzert.

Im voll besetzten Marpinger Gotteshaus herrschte grenzenlose Begeisterung, als Regionalkantor Wolfgang Trost mit dem Kirchenchor "Maria Himmelfahrt" und einem Kammerorchester sein letztes großes Konzert gegeben hatte. Dechant Teklik, selbst im Chor mitwirkend, hatte schon eingangs das Programm als "das Schönste und Beste aus 40 Jahren" bezeichnet.

Daher gestaltete sich das Konzert als spannende Folge von Musik verschiedener Inhalte, Formen und Epochen, und verband das allseits Bekannte und Beliebte mit lohnenden Neuentdeckungen, die Trost immer wieder zu finden wusste. Die "Messe brève" des französischen Romantikers Léo Delibes zählt dazu mit einem wirkungsvollen mehrsätzigen Gloria und der schönen Melodik des Agnus Dei, auch ein "Ave Maria" des Tschechen Emanuel Horak (1800-1871), in dem die über 60 Sänger, vorbildlich in Deklamation und Dynamik, einen angenehm runden Chorklang entfalteten.

Als sozusagen hauseigene Solistinnen präsentierten sich Astrid Meisberger (Sopran) und Susanne Rauber (Flöte) unter anderem in einem ausdrucksstarken "Ave Maria", das überraschenderweise dem Renaissancekomponisten Caccini zugeschrieben wird, und im Wechsel mit dem Chor in "Nicht uns allein" von Georg Philipp Telemann . Mozarts "Ave verum corpus" hatte Trost dem klangschönen Bariton Gerhard Spaniol als Solo anvertraut. Als sehr hörenswert erwiesen sich auch zwei Sätze von Mozarts Salzburger Freund Michael Haydn.

Vertreten waren auch Bach ("Jesus bleibet meine Freude") und Händel. Aus den Psalmvertonungen durch Felix Mendelssohn-Bartholdy interpretierte die ebenfalls im Chor mitsingende Altistin Sandra Wern mit großer, tragender Stimme "Es segne euch je mehr und mehr (der Herr)", und für den Chor wurde "Wie der Hirsch schreit" (Ps. 42) durch die dramatische Darbietung heller und dunkler Farben zu einer eindrucksvollen Leistung, bevor er mit der Komposition des 150. Psalms von César Franck den Höhepunkt und Abschluss erreichte.

Ganz besonderes Lob gebührt den Mitgliedern der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, die in kleiner Besetzung und ohne jede Pause engagiert musizierten. Sehr einfühlsam unterstützen sie den Gesang; besonders die Geigen nutzten bei Haydn und Mozart die Gelegenheiten, den Chor mit ihren schmückenden Figuren wahrhaft zu beflügeln. In zuverlässig dienender Funktion assistierte Dekanatskantor Thomas Martin an der Orgel dem Dirigenten, der in scheinbarer Gelassenheit hier die gereiften Früchte seiner Lebensarbeit erntete und als unübertroffener Meister der Motivation für künftige Chorarbeit Maßstäbe gesetzt hat.