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Werke aus Barock, Romantik und Moderne waren in Alsweiler im Programm

Mit Orgel und Flöte : Geistliche Abendmusik erklang in „St. Mauritius“ Alsweiler

Werke des Barock, der Romantik und Moderne standen kürzlich in der Pfarrkirche „St. Mauritius“ auf dem Programm.

Orgel (Michael Klein, St. Wendel) und Blockflöte (Margit Trost, Alsweiler) erklangen kürzlich in der Pfarrkirche „St. Mauritius“ Alsweiler und lockten Freunde geistlicher Abendmusik an. Werke des Barock, der Romantik und Moderne standen auf dem Programm.

Einen wesentlichen Block des Programms bildeten hierbei die beiden barocken Blockflötensonaten C-Dur op. 3, Nr. 1 und g-moll, op3 Nr. 3. des belgischen Komponisten Jean Baptiste Loeillet (1680-17.30). Interessant die Vielfalt der einzelnen Sätze: Ausdrucksstark die langatmigen Bögen, tänzerisch und musikantisch bis äußerst virtuos die bewegten Teile in verschiedenen Taktarten, versehen mit individueller Ornamentik. Stets zuverlässig auch die Continuobegleitung durch die Orgel.

Spannungsgeladen auch die Liniengestaltung in „Adagio molto“ für Blockflöte und Orgel des 2015 früh verstorbenen englischen Komponisten Christopher Tambling. Ein meditatives Werk mit teilweise spätromantischen Wendungen. Der übrige Programmteil galt dem Orgelsolo. Zu Beginn Josef Gabriel Rheinbergers (1939-1901) Orgelsonate Nr.4 über den „Tonus peregrinus“. Ruhige grundtönige Einleitung, agogisch ausgestaltete Übergänge in den Variationen, was sich in einem Crescendo über Zungen und Mixturen zum Finale steigerte.

Auch ein Meister des frühen Barock war zu hören: Praeludium und Fuge g-moll von Nikolaus Bruhns (1665-1697), die Fuge ausgeführt in konsequentem Staccato. Johann Sebastian Bach (1685-1750) durfte nicht fehlen, interessant seine zweifache Gegenüberstellung des Chorals „Vater unser im Himmelreich“.

Nach Fritz Hartmanns (1926-2007) „Kleiner Orgelfantasie“, ein steter Wechsel von dissonanten Akkordblöcken und ruhigen Passagen, folgte César Francks (1822-1890) fulminanter Choral Nr. 3 a-moll. Zungenbetonte Akkorde bauen sich mehrfach auf, von ruhigen grundtönigen Zwischenspielen unterbrochen und leiten in aufbauendem Crescendo über in das charakteristische Solomotiv der Hauptwerkstrompete bis zur großen Schlusskadenz.

Fazit dieses Kirchen-Konzertes lautet: Auch auf einer nicht allzu großen Orgel kann man überzeugend spielen und eine Blockflöte erfüllt ihre Aufgabe nicht nur im einfachen Kinderlied, sondern auch in der künstlerisch anspruchsvollen Literatur. Mit herzlichem Applaus belohnte die aufmerksame Hörergemeinde diese reife musikalische Leistung.