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weibliche B-Jugend der HSG Marpingen-Alsweiler im DM-Achtelfinale

Handball : Das nächste Kapitel der Erfolgsgeschichte?

Die B-Jugend der Moskitos kämpft um den Einzug ins DM-Viertelfinale. Zwei Spielerinnen können dabei in die Fußstapfen ihrer Mütter treten.

Sie scherzen, lachen und sind dennoch auf ein großes Ziel fokussiert: An diesem Samstag, 15.30 Uhr, wollen die B-Jugend-Handballerinnen der HSG Marpingen-Alsweiler in eigener Halle mit einem weiteren Erfolg über die SG BBM Bietigheim ins Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft einziehen.

 „Vor dem ersten Spiel haben alle in Bietigheim den großen Namen gesehen, jetzt sehen alle unsere realistischen Chancen“, sagt Trainer Sebastian Franz. Der sensationelle 18:17-Hinspielsieg seines Teams beim amtierenden deutschen Vizemeister hat den Moskitos noch mal einen heftigen Kick verpasst.

Alle Mädels bewegen sich locker in der Halle und strahlen dabei wie die Girls auf den Titelblättern von Pop-Magazinen. DJ und Mannschaftskassiererin Gianna Fuchs sorgt beim Trainingsbesuch der SZ für die technolastige Konservenmusik während des Aufwärmprogramms. Alt spielt gegen Jung. „Die Regeln dafür machen sie selbst“, erklärt der Trainer. Wurftraining und Entspannungsübungen stehen in der Einheit danach auf dem Programm.

Sein Team weiß, worauf es ankommt. Ungeschlagen ist es durch die Saison marschiert, zudem haben Jana Korn, Johanna Brennauer und Michelle Reis mit der ersten Mannschaft der Moskitos die Oberliga-Meisterschaft eingefahren und am Ostermontag den Saarlandpokal gestemmt. Doch gestillt ist der Erfolgshunger noch nicht. „Der Einzug ins Viertelfinale wäre jetzt noch mal gut“, sagt Rückraumspielerin Michelle Reis. Und das werde um einiges schwerer, als alle Heimspiele zuvor.

Über die Ostertage war der Moskitos-Nachwuchs noch mal im Trainingslager und nahm an einem Turnier im luxemburgischen Düdelingen teil. Nun freuen sich die Spielerinnen darauf, dass gegen Bietigheim die Marpinger Sporthalle knallvoll mit Zuschauern sein wird – auch wenn die Gefühle durchaus gemischt sind. „Vor dem Spiel ist man natürlich nervlich schon angespannt. Wenn man dann aber auf dem Platz steht, verschwindet die Aufregung schnell“, sagt Torhüterin Birte Brunke. Besonders auf die starken Rückraumschützinnen von Bietigheim müsse sie aufpassen, weiß sie. „Dafür stelle ich vor mir die Mädels in der Abwehr richtig hin“, sagt Brunke voller Selbstvertrauen.

Plötzlich blicken dann im Training alle zur Tür. Hoher Besuch. Die frühere Marpinger Zweitligaspielerin Aleksandra Jelicic schaut vorbei. Seit Saisonbeginn spielt ihre Tochter Sara in Marpingen. „Mir gefällt es hier sehr gut“, sagt Sara Jelicic, die zuvor für die VTZ Saarpfalz aktiv war. In Bietigheim war es die Kreisläuferin, die den 18:17-Siegtreffer erzielte. „Drei Minuten ist danach kein Tor mehr gefallen, dann hatten wir es endlich geschafft“, blickt Jelicic mit einem Grinsen im Gesicht zurück.

 Schon einmal hat eine weibliche B-Jugend aus Marpingen die nationale Handballszene aufgemischt und 1981 gar die deutsche Meisterschaft bejubelt. Damals waren unter anderem Anja Scherer und Sybille Leist (heute Klersy) dabei. Kurios: An diesem Samstag sind ihre Töchter Malin Scherer und Jolina Klersy auf dem Spielfeld gefordert und wollen ins DM-Viertelfinale.

Im Anschluss an die B-Jugend gibt sich dann der Meister und Pokalsieger die Ehre. Um 18 Uhr treffen die HSG-Damen im letzten Heimspiel der Saison auf den Tabellenzwölften Budenheim. „Die Mannschaft ist in einem richtigen Euphorie-Rausch und will auch die beiden noch ausstehenden Spiele gewinnen“, sagt Manager Reimund Klein. Neben dem Parkett ist der Verein mit den Planungen für die 3. Liga beschäftigt. „Dazu sind wir derzeit mit den Spielerinnen in Gesprächen“, so Klein.