Theaterabende beim Karnevalverein in Alsweiler

Theater in Alsweiler : Geistige Hilfe für die pfiffigen Nonnen

Der Karnevalverein Alsweiler präsentierte an drei Tagen die Komödie „Heribert, der Klosterfraunarzissengeist“.

Für drei Tage stand der große Saal im Pfarrheim in Alsweiler ganz im Zeichen des Theaters. Auf dem Programm standen die Vorstellungen des Karnevalvereins Alsweiler. In wochenlangen Proben hatten die Laienschauspieler die Komödie „Heribert, der Klosterfraunarzissengeist“ einstudiert. Zwölf Darsteller, eine Souffleuse, ein Moderator, zwei Regisseure und hinter den Kulissen ein mehrköpfiges Team für Technik, Maske sowie Bühnenbild und Bühnenaufbau waren im Einsatz. Für die drei Theaterabende zauberten Robert Rauber, Torsten Brill, Michael Rauber und ihr Team mit ihrem beinahe schon kunstvoll anmutenden Bühnenaufbau eine gelungene Klosteratmosphäre. Die Basis für die Komödie aus der Feder von Beate Irmisch.

Im kleinen Kloster Abendrot herrscht helle Aufregung. Die Diözese unter Domkapitular Hansemann möchte den unrentablen Betrieb veräußern und der hinterlistige Bürgermeister die Pacht über die ertragreichen Weinberge und Obstwiesen kündigen. Darüber sind die drei alten Nonnen – köstlich gespielt von Nicole Glaab-Kühn, Marliese Brill und Uschi Lorenz – gar nicht erbaut, wo sie doch gerade einen Ausweg aus der Misere gefunden haben. Sie haben die alte Tradition des Weinkelterns und Schnapsbrennens wiederaufleben lassen.

Nicole Glaab-Kühn mimt Schwester Appolonia mit trockenem Wortwitz. „Kreuz-Donner-Wetter nochmal. Ich komme zum Verrecken nicht darauf, was in meinem Klosterfreu fehlt“, ruft die resolute Brennmeisterin aus. Domkapitular Hansemann, ehrwürdig gespielt von Thomas Bauerfeld, gefällt das Treiben im Kloster überhaupt nicht. Er besucht die drei aufmüpfigen Nonnen mit der Mission, das Kloster zu verkaufen.

Zwei Kaufinteressenten hat er auch gleich im Schlepptau. Elvira von Suppenhuhn (Tanja Kirz) und Bruno Schnappes (Moritz Neis) geben vor, in dem klösterlichen Anwesen ein Waisenhaus ansiedeln zu wollen. Tatsächlich soll aber ein Vergnügungshaus mit Trabrennbahn entstehen. Doch das Nonnentrio lässt sich nicht einschüchtern. Wahrsagerin Babette Fenchel (Dagmar Morsch) gibt nach ein paar guten Tropfen Selbstgebranntem und einem Blick in ihre Kugel die Legende von dem Klosterfraunarzissengeist preis. Dieser, der Legende nach im Kaminofen des Klosters eingemauert, hilft den Nonnen, nicht nur die Kaufinteressenten los zu werden, er verrät auch noch Brennmeisterin Appolonia die fehlenden Zutaten für ihre Klosterfraunarzissenmixtur.

Die Schauspieler des Karnevalvereins haben mit einer überzeugenden Bühnenleistung ihrem Publikum drei unterhaltsame Theaterabende serviert. Die Szenen lebten von witzigen Dialogen, gespickt mit Sprichwörtern, lustigen Hörfehlern und altklugen Weisheiten. Die Darsteller brillierten jeder auf seine individuelle Weise überzeugend in ihren Rollen. Etwa 800 Zuschauer kamen zu den Vorstellungen in den großen Saal im Alsweiler Pfarrheim.

Mehr von Saarbrücker Zeitung