Tanzend neue Wege gehen

Theley. Unter dem Motto "Wenn Wörter tanzen" öffnete jetzt eine neue Ausstellung in der Johann-Adams-Mühle in Theley. Gemälde werden zusammen mit abgedruckten Gedichten gezeigt, um dem Betrachter zwei Seiten der Kunst vor Augen zu führen. Der Weg zum Ausstellungsraum im Kleintierstall ist mit einer langen Papierrolle bedeckt, auf der Gedichte stehen

Theley. Unter dem Motto "Wenn Wörter tanzen" öffnete jetzt eine neue Ausstellung in der Johann-Adams-Mühle in Theley. Gemälde werden zusammen mit abgedruckten Gedichten gezeigt, um dem Betrachter zwei Seiten der Kunst vor Augen zu führen.Der Weg zum Ausstellungsraum im Kleintierstall ist mit einer langen Papierrolle bedeckt, auf der Gedichte stehen. Passend zum Namen der Ausstellung müssen die zahlreichen Besucher um die Rolle herumgehen, um die Gedichte lesen zu können. Auch von der Decke hängen Gedichte, die sich im Wind drehen und somit die Wörter sprichwörtlich zum Tanzen bringen. Zudem sind überall auf dem Gelände der Mühle Gedichte verteilt, wie an den Sonnenschirmen und im Blumenbeet. Die Gäste können die Gedichte abnehmen und behalten.

Der Bürgermeister der Gemeinde Tholey, Hermann-Josef Schmidt, eröffnete die Ausstellung und lobte die Initiatorin Martina Merks-Krahforst aus Tholey für ihre Arbeit und ihr Engagement. Sie selbst sagt über sich: "Es gibt Beruf und Berufung. Die Lyrik ist ganz klar beides für mich."

Die Künstlerin bietet seit 2007 Gedichtswerkstätten an, um den Menschen aus ihrer Region den Umgang mit Worten näher zu bringen. Merks-Krahforst überlegte schon länger, wie sie die Gedichte, die dort entstehen, an den Mann bringen könnte. Die Idee, einige der Werke der 14 Sprach-Spielerinnen in einem Buch zusammenzufassen, machte dies möglich. Die Sprach-Spielerinnen sind eine Gruppe von Frauen, die an den Gedichtswerkstätten teilnehmen. Das Buch trägt genau wie die Ausstellung den Titel "Wenn Wörter tanzen".

Die Illustrationen, die an den Wänden des Raumes hängen und im Buch abgedruckt sind, stammen von Karin Schiesser aus Saarbrücken und Carmen Weber aus Marpingen. Beide kannten die Gedichte vorher nicht, sondern lediglich den Titel des Buches. Die Leiterin des Projektes, Martina Merks-Krahforst, wollte dadurch verhindern, dass Bilder und Gedichte in Konkurrenz zueinander stehen. Unter den Gästen war ein weiterer Lyriker anzutreffen. Johannes Kühn kam zur Eröffnung der Ausstellung und beglückwünschte die Dichterinnen zu ihrer Arbeit.

Am Sonntag, 2. September, dem letzten Ausstellungstag, werden die Sprach-Spielerinnen ihre Gedichte im Glas gegen eine Spende abgeben. Dabei handelt es sich um Gedichte auf zerknülltem Brotpapier, die in einem Marmeladenglas stecken. Der Erlös aus dem Gläserverkauf geht an die Peter-Maffay-Stiftung, die benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt. sj

Öffnungszeiten: Bis zum 2. September an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr, Lesung: Donnerstag 30. August.