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Standesgemäß trafen Gäste im Flugzeug ein

Standesgemäß trafen Gäste im Flugzeug ein

Marpingen. Luftsport beflügelt, so steht auf der Info-Mappe, die der Aero-Club Saar (AeCS) anlässlich seines 60. Geburtstags, der mit einem Flugplatzfest gefeiert wurde, herausgebracht hat. Das Flugplatzfest begann mit einem "Fly-In", also dem Eintreffen der Gäste per Flugzeug. Zuvor hatte aber am Samstagabend der offizielle Teil auf dem Programmplan gestanden

Marpingen. Luftsport beflügelt, so steht auf der Info-Mappe, die der Aero-Club Saar (AeCS) anlässlich seines 60. Geburtstags, der mit einem Flugplatzfest gefeiert wurde, herausgebracht hat. Das Flugplatzfest begann mit einem "Fly-In", also dem Eintreffen der Gäste per Flugzeug. Zuvor hatte aber am Samstagabend der offizielle Teil auf dem Programmplan gestanden. Zum Festakt anlässlich des 60-Jährigen waren nicht nur Ministerpräsident Peter Müller sowie Klaus Koplin, der Präsident des Deutschen Aero-Clubs, geladen. Sondern neben zahlreichen weiteren Ehrengästen auch der Generalkonsul der Französischen Republik, Philippe Cerf. Das hatte seinen Grund, wie Ralf Hubo, Präsident des Aero-Club Saar, erklärte: "Der Luftsport an der Saar ist vier Jahre älter als der in Deutschland. Denn der Hohe Kommissar Grandvalle, der im Saarland in der Nachkriegszeit mehr oder weniger das Sagen hatte, war selbst begeisterter Sportflieger und setzte sich seinerzeit für eine Freigabe des Luftsports ein." "Wir haben damals klein angefangen. So richtig in Schwung kam der Luftsport an der Saar erst, als Mitte der 60er Jahre die verschiedenen Ortsvereine gegründet wurden", erzählte Hubo von den Anfangszeiten, als der saarländische Aero-Club noch in Ensheim beheimatet war. "Als dort aber der Verkehrsflughafen den Betrieb aufnahm, wurde es für den Luftsport schwierig." In Marpingen existierte seit 1969 bereits ein Segelflughafen, das Gelände eignete sich zum Ausbau, und so wurde 1981 das Landes-Leistungszentrum für Segelflug in Marpingen eingeweiht. "Mit Helmut Reichmann als Zugpferd", sagte Hubo. Der 1992 gestorbene Reichmann war Professor für Kunst und Design an der Fachhochschule des Saarlandes und dreimaliger Segelflug-Weltmeister. Heute zählt der Aero-Club Saar 1400 Mitglieder, die in 30 Vereinen ihrem Luftsport nachgehen. "In der Bundesrepublik sind wir der einzige Luftsport-Verband, der nach wie vor steigende Mitgliederzahlen hat", berichtete Hubo. Die Gründe dafür sieht der AeCS-Präsident in der guten Nachwuchsarbeit in den Ortsvereinen. Gute Nachwuchsarbeit ist wichtig für die Zukunft. Da hat der Aero-Club seine Weichen gestellt und seine Zusammenarbeit mit den Landesverbänden Rheinland-Pfalz und Hessen intensiviert: "Jeder dieser drei Landesverbände hat eine Spezialisierung: Das Zentrum in rheinland-pfälzischen Sobernheim spezialisiert sich auf die Ausbildung und das in Allendorf/Eder auf Motorflug. Marpingen ist für alle drei Landesverbände das Leistungszentrum für Segelflug." Das bedeutet auch, dass ein Ausbau der Infrastruktur ansteht. "Wir brauchen Hotelbetten, und der Campingplatz wird ausgebaut", erklärt Hubo. Unterstützt bei diesem Vorhaben wird er von Marpingens Bürgermeister Werner Laub. Der war am Sonntag auf den Flugplatz gekommen, um sich wie viele hunderte Zuschauer auch die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten anzuschauen. "Mitfliegen tue ich heute aber nicht", erzählte Laub am Rande der Startbahn, auf der in diesem Moment ein historischer Doppeldecker seine Startposition einnahm. "Wir haben ein gutes Verhältnis mit den Fliegern. Deren Interessen bezüglich des Ausbaus der Infrastruktur decken sich mit den Zielen der Gemeinde Marpingen, die ja bestrebt ist, den Tourismus weiter voran zu bringen." tog