Soziales Engagement als Tugend

Urexweiler. Zwei Jahre nach der Gründung der Erzbruderschaft Ottweiler durch den bekannten Pfarrer Anton Hansen wurde im Jahre 1858 in Urexweiler die St. Barbara-Bruderschaft aus der Taufe gehoben. Die einzigen Informationen über die Gründung sind im Archiv der Diözese Trier zu finden. Dort ist das Gründungsjahr 1858 zu finden

Urexweiler. Zwei Jahre nach der Gründung der Erzbruderschaft Ottweiler durch den bekannten Pfarrer Anton Hansen wurde im Jahre 1858 in Urexweiler die St. Barbara-Bruderschaft aus der Taufe gehoben. Die einzigen Informationen über die Gründung sind im Archiv der Diözese Trier zu finden. Dort ist das Gründungsjahr 1858 zu finden. Eine Urkunde ist allerdings nicht vorhanden, bis 1881 auch keine Nachweise über die Vereinstätigkeit. Wahrscheinlich hat die Bruderschaft in dieser Zeit ohne Vorstand, ohne feste vereinsmäßige Bindung der Mitglieder und ohne Statuten bestanden. Das Vereinsgründungsjahrbuch ist erst auf das Jahr 1881 datiert. Genauer gesagt, auf den 4. Dezember 1881, dem St. Barbaratag. Sie ist die Schutzpatronin der Bergleute und Artilleristen.Bruderschaft seit 1881Über die Aufnahme der ersten 102 Mitglieder aus Urexweiler, Berschweiler und Hirzweiler berichtet die Chronik: "Am 4. Dezember 1881 versammelten sich die aufzunehmenden Bergleute vor dem Hochamt in der Kirche. Dort wurden von dem zeitlichen Pfarrer Schwaab die Statuten der Bruderschaft vorgelesen. Nachdem sich die Bergleute bereit erklärt haben, diese Statuten zu achten, wurden sie aufgefordert, öffentlich das Glaubensbekenntnis abzulegen. Der Pfarrer hielt darauf eine Ansprache über die Bedeutung und den Zweck der Bruderschaft. Danach erfolgte die Übergabe der Medaille und dessen Segnung."In den folgenden Jahren wurde eine große Anzahl an Bergleuten in die St. Barbara-Bruderschaft aufgenommen. So hat der Pfarrer Schäffer am 26. März 1905 weitere 97 Bergleute im Mitgliederbuch registriert. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb es lange ruhig im Verein. Pfarrer Groß bat 1956 die noch lebenden Mitglieder um eine Neubelebung der Bruderschaft. 60 Männer fanden sich wieder zusammen. Zu dieser Versammlung im Gasthaus Recktenwald kamen auch die Mitglieder des damals 100 Jahre alten Fahnenvereins und des Männer- und Jünglingsvereins. Diese beiden Vereine schlossen sich der St. Barbara-Bruderschaft an. Eine große Gemeinschaft war entstanden. Weit über 100 kamen in den nächsten Jahren hinzu. 1960 wurde durch Präses Pastor Herbert Jung eine neue Fahne gesegnet. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Bruderschaft bereits 827 Mitglieder. Die Bergbaukrise hatte schon begonnen, als sie 1968 ihr 110-jähriges Bestehen feierte. Feste gab es auch 1988 (130 Jahre) und 1993 (135 Jahre). Im Jubiläumsjahr 2008 hat die Bruderschaft 150 Mitglieder. "Das Hauptziel des Vereins ist auch nach 150 Jahren das soziale Engagement im Dorf", sagte Vorsitzender Ralf Schmitt gegenüber der SZ. "Das ist eine echte bergmännische Tugend." Zum regelmäßigen Programm gehören Ausflüge, Familienabende, Vorträge und Besuche bei anderen Bruderschaften. Dieses Jahr feiert ganz Urexweiler das Jubiläum des Vereins mit, denn der 150. Geburtstag ist in das Dorffest am 6. und 7. September eingebettet. Die Bruderschaft gestaltet die Eröffnung um 18 Uhr mit, bei der das Brass-Ensemble der Bergkapelle spielen wird. Um 18 Uhr gibt es Samba Total am Stand des Vereins. Im Festgottesdienst am Sonntag um 9.30 Uhr, der unter dem Leitwort "Den Glauben feiern, das Feuer weitergeben" steht, singt der Saarknappenchor. Anschließend gibt es eine große Bergparade über die Festmeile mit 16 Vereinen und den Spielmannszügen aus Alsweiler, Marpingen und Bliesen über die Festmeile. Sie startet in der Illbachstraße und wird vom Schirmherrn Walter Fuß vom Bergwerk Saar abgenommen. Danach wird der Ehrenwein gereicht. gtr

Auf einen BlickDer Vorstand der St. Barbara-Bruderschaft Urexweiler: Erster Vorsitzender Ralf Schmitt, Stellvertreter Erwin Recktenwald, Schatzmeister Wolfgang Bartzen und Joachim Thönes, Schriftführerin Petra Schmitt, Beisitzer Edith Blinn, Norbert Gansert und Hans L'hoste, Fahnenträger Rigo Volz, Günter Weirich und Roland Riehm, Delegierte: Rigo Volz, Michael Schledorn und Günter Weirich. gtr