Schüler debattieren um die Wette

Schüler debattieren um die Wette

Tastatur statt Handschrift und lebensnaher Unterricht: Zu diesen Themen haben Schüler der Gemeinschaftsschule Marpingen debattiert. Anlass war der schulinterne Rhetorikwettbewerb „Jugend debattiert“.

"Vir bonus dicendi peritus." ("Ein Ehrenmann, der des Redens kundig ist") - das sagte Cato der Ältere einst in Rom. War es in der Antike den Männern vorbehalten, sich in der Kunst des Redens zu üben, so sind es heute die Frauen, die als Meisterinnen der Rhetorik von sich reden machen. Zumindest in Marpingen , wo in der vergangenen Woche zum zwölften Mal der schulinterne Wettkampf des bundesweiten Rhetorikwettbewerbs "Jugend debattiert" stattfand. Im Wettkampf überzeugten Ann-Kathrin Metzinger und Lena Norden in ihren Klassen die Jury, besetzt aus Lehrern und Schülerinnen der Klassenstufe 13.

16 Lehrer, die in der Kunst des Redens geschult sind, unterrichten Schüler der Stufen acht bis 13 hierin. Einer von ihnen ist Max Schlosser (Klasse 11b): "Ich habe in der zehnten Klasse ‚Jugend debattiert' im Politikunterricht kennengelernt. Besonders die politischen und sozialen Themen haben mich angesprochen. Es war ein richtiger kleiner Debattierclub, jeden Donnerstag nach dem Unterricht." Inzwischen hat Max zwei Schulwettbewerbe, einen Regionalwettbewerb und den Saarlandentscheid in Saarbrücken kennengelernt. "Es ist bei den Debatten auf regionaler und saarlandweiter Ebene auch dieser Wettbewerbscharakter, der eine ganz neue Perspektive eröffnet: Da kämpfen Schüler verschiedener Schulen rhetorisch um das beste Argument, die überzeugendste Formulierung. Sie werden danach bewertet, ob sie aufeinander abgestimmt argumentieren können und auch sachlich gut informiert sind."

Schule ist Thema der Debatten

Beim diesjährigen Schulwettbewerb standen in der Wettbewerbsklasse des achten bis zehnten Schuljahrs Christopher Folz, Steven Dörr, Simon Junk und Ann-Kathrin Metzinger vor der Aufgabe, die Frage zu klären, ob die Schule im Stundenplan vermehrt lebenspraktische Themen aufgreifen solle. Ein Schüler fiel wegen Krankheit kurzfristig aus. Kurzerhand übernahm Max seine Position, außer Konkurrenz zwar, denn Max ist zu alt für diese Jahrgangsklasse, aber mit großem Engagement: "Der Aufhänger dieses Debattenthemas war der Blog der Schülerin Naina, die vor einem Monat im Internet für Furore sorgte, als sie beklagte, eine Gedichtinterpretation in vier Sprachen erstellen zu können, aber bei vielen lebenspraktischen Angelegenheiten scheitere." Die Großen griffen ebenfalls ein schulspezifisches Thema auf: Soll das Erlernen der Handschrift durch Tastaturschreiben ersetzt werden? War Max noch spontaner Mitdebattant in der vorangehenden Debatte, kümmerte er sich anschließend darum, dass Micros und Beleuchtung funktionierten.

Nach einer engagierten Debatte von Severin Rech, Simon Kappenstein, Lara Leist und Lena Norden stand am Ende Lena als Siegerin fest und wird zusammen mit Simon, Lara, Christopher und Ann-Kathrin die Gemeinschaftsschule Marpingen beim Regionalwettbewerb im Arnold-Janssen-Gymnasium in St. Wendel vertreten. "Ganz sicher wird das wieder sehr spannend", sagt Max abschließend, "und wir wollen Ende März dann auch einen, vielleicht sogar zwei unserer Mitschüler zum Landesfinale nach Saarbrücken begleiten." Außerdem wäre das Bundesfinale in Berlin eine Premiere für die Schule.

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