Rosenmontag mal anders: Statt auf der Straße gleich in den Saal

Rosenmontag mal anders: Statt auf der Straße gleich in den Saal

Sturmwarnung auch bei einer der größten Fastnachtsveranstaltungen im St. Wendeler Land - der Rosenmontagsumzug in Marpingen wurde abgeblasen. Doch gegen 14.11 lockt kurzzeitig durchblinzelnder Sonnenschein und rassige Samba-Klänge einige Fastnachter ins Freie: Die Trommlertruppe Samba-Total - mit dem Marpinger Kammerchor Belle Canto im Schlepptau - initiierte kurzerhand ihren eigenen Umzug.

Die Trommlertruppe Samba Total machte kurzerhand eine Bushaltestelle zur Fastnachtsbühne. Foto: Ames. Foto: Ames
Statt draußen spukten die Nationalpark-Geister durch die Kurhalle in Nonnweiler. Foto: Bernhardt. Foto: Bernhardt
Diese schicken Mäuse feierten ausgelassen in der Freisener Bruchwaldhalle. Foto: Bernhardt. Foto: Bernhardt
Nachdem der Rosenmontagsumzug in Gehweiler ausfiel, feierte diese Gruppe von Schäfchen im Bürgerhaus. Foto: B & K. Foto: B & K

"Als die Sonne raus kam hieß es spontan Abmarsch", berichtete Vortrommler Christof Thome. Als es dann doch ordentlich zu Schütten begann, wurde eine Bushaltestelle zur Konzertbühne umfunktioniert und die weitere Trommelei in die umliegende Kneipe verlegt. Üblicherweise ziehen die Narren nach dem Umzug in die Marpinger Schul-Aula weiter, um dort die Sause fortzusetzen. Dort trudelten gegen 16 Uhr nur vereinzelt Karnevalisten ein. "Dieses Jahr waren 52 Gruppen für den Rosenmontagsumzug gemeldet. Die fehlen uns jetzt hier in der Aula", sagte Marco Pignatelli vom Orga-Team. Derweil füllte sich das Festzelt auf dem Marktplatz zusehends.

Bollerwagen waren gerade noch zugelassen als Motivwagen in der Bruchwaldhalle, die den Freisener Narren als Zufluchtsort vor der Witterung diente. Ortsvorsteher Gerd Bonenberger wurde in der Not erfinderisch und ließ die Musikkapelle schon eine Stunde vorher antreten. Dazu kam eine weitere Attraktion: die Fußgruppen, die den Rosenmontagszug bereichert hätten, präsentierten sich vor der Bühne, einzeln vorgestellt von Moderator Michael Ewig. Ansonsten herrschte normaler Festbetrieb, ganz so, als hätte der Umzug stattgefunden. Die Absage quittierten die meisten Teilnehmer mit größtem Verständnis, denn nicht nur die Aufbauten der Wagen, sondern auch die meisten Kostüme hätten der widrigen Witterung wohl kaum standgehalten. So blieb es eben bei einem überschaubaren Parcours durch die Halle.

In der Nonnweiler Kurhalle herrschte zur ansonsten besten Umzugszeit gegen 14.30 Uhr dichtes Gedränge. "Es ist eigentlich wie immer", meinte ein Vertreter der Nonnweiler Karnevalsgesellschaft, "nur dass wir diesmal nicht gelaufen sind." Dafür lief aber in der Halle umso mehr. Auf der Bühne unterhielten "Schorsch und Bianca".

Zu einer Mischung aus Umzugstreffen und Kinderfaasenacht gedieh die Alternativ-Veranstaltung für den abgesagten Umzug im evangelischen Gemeindehaus. Hier war ab 14.30 Uhr Tanz angesagt. Die Juniorgarde aus Gonnesweiler hatte sich kurzfristig zu einem viel bejubelten Auftritt zusammengefunden. Der ein oder andere haderte noch ein wenig mit dem Schicksal, da just zu dem Zeitpunkt, an dem der närrische Lindwurm sonst durch den Ort gezogen wäre, der Himmel aufriss und sich für einige Zeit sogar die Sonne blicken ließ.

Bereits zum Frühstück kamen die Besucher ins Bürgerhaus und blieben auch über den Nachmittag dort. Der Umzug musste ausfallen. Statt draußen im Regen feierten Fußgruppen mit den kleinen und großen Narren in der trockenen Halle. Auch syrische Flüchtlinge kamen zu der Party.