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Oliver Thomé spricht über Absagen von Konzerten und Musicals bei Popp-Concerts

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise : Mehr Aufwand, aber keinerelei Einnahmen

Der aus Alsweiler stammende Konzertveranstalter Oliver Thomé spricht über Absagen von Konzerten und Musicals bei Popp-Concerts.

„Es ging mir schon besser“, sagte Oliver Thomé, Geschäftsführer von Popp Concerts, als ihn die SZ in seinem Unternehmen in Trier erreicht. Jammern will der Konzertveranstalter, der aus Alsweiler stammt, allerdings nicht. „In diesen Zeiten haben viele Grund zum Klagen.“ Auch wenn seine Branche nach den in der vergangenen Woche behördlich angeordneten Veranstaltungsabsagen besonders hart getroffen schien. Mittlerweile gelten die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für alle Menschen. „Da fühlen wir uns nicht als Mittelpunkt der Welt“, sagt Thomé.

Zeit zum Grübeln hat der Popp-Concerts-Chef sowieso keine. Er spricht von einer absoluten Ausnahmesituation, „auf die niemand vorbereitet war“. Enormem Mehraufwand stünden null Einnahmen gegenüber. Existenzangst hat Thomé noch keine. Als Selbstständiger in dieser Branche sei man ständig mit Fragen rund um die finanzielle Absicherung konfrontiert, aber im Laufe der Jahre habe sich das Unternehmen einen Puffer erarbeitet, der nun eine Hilfe sei. Thomé hofft aber auch auf staatliche Unterstützung. Und er sagt: „Es wird weitergehen.“ Arbeitsplätze sehe er derzeit (noch) nicht gefährdet.

Neun Personen arbeiten in den Büros von Popp Concerts in Trier und Saarbrücken. Und das derzeit unter Hochdruck. Es gilt, die nun abgesagten Veranstaltungen neu zu planen. Zunächst einmal, so erklärt Thomé, müssen die Agenturen der Tournee-Produktionen ein Zeitfenster nennen, wann das jeweilige Konzert, Musical oder Theaterstück denn eingeplant werden kann. Das liegt in erster Linie an den Folgeveranstaltungen der Stars, aber auch an den Verpflichtungen der Tournee-Mitarbeiter. Haben die Sänger oder Bands eventuell für Sommer schon Studioaufnahmen oder eine Tournee geplant? So sei es schon vorkommen, dass ein Konzert genau um ein Jahr verschoben worden sei. Einfach, weil vorher kein Termin frei war. Für andere Veranstaltungen stehe noch kein Ersatztermin fest, so Thomé: „Wir sind dran.“

Stehen die Zeitfenster mit den Agenturen fest, gelte es für den Konzertveranstalter, die „logistischen Herausforderungen“, wie es Thomé nennt, zu meistern. Wie sehen die Pläne bei Hallen, bei Technikern, Hotels und Caterern aus? Dabei versuche das Team, die Nachholtermine möglichst nah an das geplante Datum zu legen. „Damit die Kunden nicht zu lange auf das warten müssen, worauf sie sich doch so freuen.“ Daher liegen einige neue Termine bereits im Mai oder Juni. Wobei Thomé hofft, dass diese Termine auch gehalten werden können. Aber wer weiß das schon? „Da haben wir alle keinen Einfluss drauf.“

30 Veranstaltungen seien es etwa, die Popp-Concerts derzeit verschieben muss. Thomé nennt eine weitere Zahl: „Etwa 20 000 Tickets sind für den betroffenen Zeitraum im Umlauf.“ Die Kunden reagieren mit Verständnis auf die aktuelle Situation, sagt der Veranstalter. Ihnen sei wohl auch bewusst, dass es einfach keine Alternative gebe.