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Musikschüler erzählen Märchen

Musikschüler erzählen Märchen

Die Mini-Big-Band der Kreismusikschule hat zusammen mit der Band Teenitus und der Trommelgruppe ein musikalisches Märchen gestaltet. In den Uchtelfanger Leico-Studios nahmen sie „Die Seelenflieger“ auf.

Toningenieur Harald Wesely sitzt an seinem Mischpult und gibt den Sängern in der gegenüberliegenden Aufnahmebox Anweisungen übers Mikrofon. Und nach einigen Versuchen passt der erste Gesangs-Part. "Viele Kinder machen das besser als so manche Erwachsene", berichtet Wesely.

Für diesen Tag hat die Mini-Big-Band der St. Wendeler Musikschule lange geprobt. Heute sind sie alle in die Uchtelfanger Leico-Studios gekommen, vierzig insgesamt. Während sich die Streicher im großen Aufnahmeraum aufwärmen, campieren die Bläser in den Fluren und warten auf ihren Einsatz. Ganz wichtig: Hier drinnen herrscht striktes Handy-Verbot, denn die Mobilfunkwellen können die empfindlichen Aufnahmegeräte stören.

Von morgens um 10 bis abends um 18 Uhr ist das Studio angemietet. Dann muss alles im Kasten sein. Die Rhythmus-Parts wurden eine Woche zuvor von der Schüler-Band Teenitus aufgenommen; sie dienen heute als Play-back. Jürgen Brill, Organist von Mini-Big-Band und Teenitus, ist sich sicher, dass es wie geplant klappt. Schließlich ist dies nicht die erste CD, die sie gemeinsam aufnehmen. Eine Balance aus Fördern und Abfordern sei wichtig, damit es den Kindern nicht langweilig wird. "Während der Aufnahmen sind alle voll bei der Sache, weil sie so lange darauf hingefiebert haben", sagt Brill. Bei Texten und Liedern konnte sie eigene Ideen beisteuern.

Das Big-Band-Märchen handelt vom Grundschulkind Willi, das die Schule wechseln muss. Da Willis Eltern in den großen Ferien arbeiten müssen und keine Zeit für ihn haben, besucht er seinen Großvater im Schwarzwald. Auf dessen Pferd Ringo reiten sie zum Indianerstamm der Seelenflieger, die Willi helfen, den bösen Geist der Langeweile zu besiegen.

"Das Stück ist wie ein Musical ohne Schauspieler", beschreibt Brill, der mit seinen Schülern gut zwei Jahre in die Ausarbeitung des Märchens und die Vorbereitungen für die Aufnahmen investiert hat. Die Uraufführung fand im vergangenen Jahr am Gymnasium Wendalinum statt. Bei den Auftritten steht das Orchester auf der Bühne und die Geschichte wird vorgelesen. Die Geschichte wird durch Projektionen von Aquarellen der Alsweiler Künstlerin Beate Plein illustriert.

Die CD-Aufnahme verschlang über 60 Stunden im Studio und der Nachbearbeitung. Im Herbst wird das Musik-Märchen als Tonträger und digital, im Download-Shop der Leico-Studios, veröffentlicht.

musikschule-st.wendel.de