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Mit einem Geistesblitz kam die Musik

Mit einem Geistesblitz kam die Musik

Musiklehrer Jürgen Brill bereitet sich mit seinem Orchester auf Premiere seines Werkes über den Heiligen Wendelin vor.

Bekannt ist der Heilige Wendelin in Form von Statuen, als geschnitzte Figur aus Holz oder im Porträtformat auf Bildern in Büchern. Oft taucht er als Schafhirte, Mönch und Abt auf. Nun hat der Marpinger Musiklehrer Jürgen Brill der legendären Existenz des St. Wendeler Stadtheiligen musikalisches Leben eingehaucht. Am kommenden Samstag, 17 Uhr, wird die musikalische Lebensgeschichte Wendelins "Wunder" in der Aula des St. Wendeler Gymnasiums Wendalinum uraufgeführt. "Die Idee dazu kam von Pastor Klaus Leist", sagt der 51-jährige Komponist Jürgen Brill während der Probenpause im Musiksaal der Gemeinschaftsschule. Der Kirchenmann aus der Kreisstadt habe ihn anlässlich des Jubiläumsjahres der Wendeliuns-Wallfahrt 2017 vor 18 Monaten darauf angesprochen. "Es ist sehr schwierig, eine Geschichte zu schreiben, die es schon gibt", stöhnt Brill, nachdem er zuvor intensiv die Literatur gewälzt hat.

Die Tradition vom Hirten Wendelin beruht wohl auf altem Wissen der keltischen Druiden über Viehhaltung und Gesundheit, das Wendelin mitbrachte. Bei seinen Recherchen schoss Brill der Geistesblitz durch den Kopf, Wendelins Leben in eine musikalische Erzählgeschichte zu packen. Wendy will zum Einstieg in die Geschichte während eines Gesprächs von ihrem Vater, einem Schafhirten, wissen: "Warum habt ihr mich denn Wendy genannt?". Der Papa antwortet: "Nun, wir fanden den Namen schön und du hast auch einen großen Namenspatron, den heiligen Wendelin, Freund der Menschen und der Schafe". Ein Erzähler, der Schafhirte und Töchterchen Wendy berichten anschließend jugendsprachlich aufgepeppt über den Lebensweg und das Wirken Wendelins. "Überhaupt beinhaltet Wendelins Geschichte eine lehrreiche Bedeutung für die Gegenwart", erklärt der Künstler und eine Hälfte des Marpinger Spaßduos Langhals und Dickkopp.

48 junge Musiker aus Formationen der St. Wendeler Musikschule (MiniBigBand und TennieTus) begleiten etappenweise die Vita Wendelins mit elf von ihm im irischen Musikstil komponierten und arrangierten Liedern. "Mal orchestral, mit vielen Streicherklängen oder Akkordeon und Flöte, vieles klingt vertraut", sagt Brill. Und dazu habe er sich hemmungslos mit pentatonischer Musik und Harmoniefolgen bedient, flachst der Komponist noch. "Mir war bei meinen Überlegungen wichtig, dass Jugendliche einen Zugang zu Wendelin bekommen." Denn auch die Hauptfigur in seiner Geschichte sei wohl als Jugendlicher im 6. Jahrhundert aus Irland auf das Festland gekommen. "Er ist ein Prinz", der später zu einem Schafhirten der Extraklasse werden soll, wechseln sich die eingängig klingenden Tonfolgen der Lieder mit der Handlung ab. Oh, Wendelin wird gar Abt in Tholey. "Ziemlich steile Karriere", meint Wendy. Die weltweite Verehrung des Heiligen huldigen Brill und seine Musiker mit Reggaerhythmen. Eines steht am Ende fest: "Das Finale ist in St. Wendel", wo auch an diesem Samstag die Premiere steigt.

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Die musikalische Geschichte "Wunder" von Jürgen Brill ist ein Programmteil der 14. Kulturwochen, die von der Musikschule im Landkreis vom 24. März bis 8. April veranstaltet werden. Beginn der Uraufführung ist am 1. April um 17 Uhr in der Aula des St. Wendeler Gymnasiums Wendalinum. Der Eintritt ist frei(willig). Weitere Termine: 5. Juni, Marpingen, Härtelwald und am 21. Oktober in der Basilika.