Marpinger Schüler reist zu "Jugend debattiert"-Finale in Berlin

Finale des Jugend-Wettbewerbs steht an : Gute Argumente für Berlin

Der Marpinger Schüler Justus Gerber debattiert an diesem Samstag in Berlin. Der 17-Jährige vertritt das Saarland beim Bundesfinale.

Er fährt nach Berlin:  Justus Gerber von der Gemeinschaftsschule Marpingen vertritt das Saarland beim Bundesfinale „Jugend debattiert“ an diesem Samstag, 22. Juni, in der Hauptstadt. Der 17-Jährige kommt Alsweiler und geht in die Klasse 10b. Er ist der erste Schüler der Gemeinschaftsschule Marpingen der Landesssieger in dem Wettbewerb wurde. Wie die Schule weiter berichtet, wird Justus Gerber in Berlin gegen die anderen 15 Landessieger antreten, um die Jugend-debattiert-Krone zu erringen. Der 17-Jährige hatte sich zunächst innerhalb der Klasse als bester Redner qualifiziert. Dann setzte er sich gegen seine Mitdebattanten aus drei Gymnasien im Regionalwettbewerb der Sekundarstufe eins durch, anschließend debattierte er sich auf Platz eins beim Landesfinale in Saarbrücken kurz vor Ostern. Mächtig stolz sei die Schulgemeinschaft auf ihn. Seit mehr als 15 Jahren nehmen zahlreiche Klassen der Stufen neun bis zwölf an der Rhetorikschulung teil.

„Diskutiert habe ich schon immer und über alles Mögliche“, erklärt Justus. Und zwar so lange, bis seine Mutter abwinkte und meinte, er habe ja sowieso Recht. Und das nicht nur wegen seiner überzeugenden Argumente, sondern auch wegen seiner Freude an der sprachlichen Auseinandersetzung und seinem sympathischen Auftreten. Vor allem sei Offenheit gefragt, führt Justus weiter aus. Es gehe ja bei „Jugend debattiert“ nicht um Selbstdarstellung oder um die Durchsetzung einer eigenen Meinung auf Biegen und Brechen. Für ihn heißt diskutieren auch, sich überraschen zu lassen von neuen Sichtweisen, die auch die eigene Position durchaus in Frage stellen können. Daher hat er sich auch schon früh für den Rhetorikwettbewerb begeistern können, der nach klaren Regeln abläuft, bei dem Sachwissen, faires Debattieren und klare Positionierung im Mittelpunkt stehen.

Ob es um die künstliche Beschneiung in Skigebieten geht, ob die Einstellung von Nicht-Pädagogen in den Schuldienst zur Debatte steht, Justus bereitet sich akribisch vor, recherchiert umfassend Hintergründe, Folgen und Argumente für oder gegen eine Position. Zumal er ja nie weiß, welche Partei er in der Viererdebatte bei zwei Pro- und zwei Contra-Positionen nun ergreifen wird. Systematisch geht er vor, gliedert seine Argumentation nach Oberbegriffen, und kann so auch spontan Gegenargumente entkräften. So habe er zuerst seine Lehrer, dann die Juroren des Regional- und später des Saarlandwettbewerbs überzeugt.

Wenn der 17-Jährige nicht gerade Argumente abwiegt, engagiert er sich im Alsweiler Löschbezirk, ist in der Schülervertretung der Gemeinschaftsschule, spielt Theater oder joggt. Kreativität sei ihm wichtig, etwas Neues ausprobieren. Wie eben jetzt die Teilnahme am Bundesfinale, die er – getreu dem olympischen Motto: „Dabeisein ist alles“ – eher gelassen nehme. Zwei mehrtägige Rhetorikschulungen habe er schon erhalten, viel Selbstvertrauen dazugewonnen, sein Wissen erweitert. Das sei schon mehr als erwartet und ganz unabhängig von der Platzierung ein Riesengewinn.

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