Bauvorhaben: Marpingens Bürgermeister hat große Pläne

Bauvorhaben : Marpingens Bürgermeister hat große Pläne

Rathauschef Volker Weber hat sich überlegt, wie man das Verkehrschaos in der Marienstraße und die Platzprobleme in den Schulen gleichzeitig aus dem Weg räumen könnte.

Manchmal sind Visionen gefragt. Manchmal braucht es den Mut, eine Nummer größer zu denken. Und genau das hat Marpingens Bürgermeister Volker Weber (SPD) in den vergangenen Wochen getan. „Ich habe mir überlegt, wie wir in der Ortsmitte mehrere Probleme auf einmal lösen können“, sagt der Rathauschef. Er breitet eine Karte auf dem Tisch aus und umkreist mit dem Finger das Tal der Jugend. So habe man früher den Bereich in Marpingen genannt, in dem der Sportplatz, die Sporthalle, der Kindergarten und die Schulen angesiedelt sind. „Dort wird sich in Zukunft einiges ändern müssen“, erklärt er.

Denn in der Marienstraße herrscht täglich Verkehrschaos. Vor allem kurz vor Schulbeginn, wenn sich Busse, Eltern und Lehrer gleichzeitig auf den Weg zu den Bildungseinrichtungen machen. „Einige Anwohner haben sich schon über die Situation beschwert“, verrät Weber. Außerdem sei der Verkehr für Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, nicht gerade ungefährlich.

Darüber hinaus haben sowohl die Grundschule als auch die Gemeinschaftsschule mit Platzproblemen zu kämpfen. „Wir brauchen dringend mehr Räume, um die Kinder der Freiwilligen Ganztagsschule unterzubringen“, sagt Weber. 80 Prozent der Schüler würden in die Nachtmittagsbetreuung gehen. Tendenz steigend. Außerdem ist die Ganztagsschule noch auf zwei Standorte, Marpingen und Alsweiler, aufgeteilt. Laut Weber wäre es wünschenswert, wenn alle Kinder zentral in Marpingen betreut werden könnten.

Auch die Gemeinschaftsschule (GemS) benötige mehr Raum für Klassensäle und Parkplätze. Zwar ist der Landkreis Träger der GemS, doch Bürgermeister Weber sieht sich auch hier mit in der Verantwortung. „Die Gemeinde fühlt sich eng mit der Gemeinschaftsschule verbunden. Uns ist eine gute Entwicklung der Einrichtung wichtig“, betont er.

Und jetzt? Der Bürgermeister will am liebsten mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. „Ich habe mir überlegt, das Gebäude der Grundschule an den Landkreis zu verkaufen“, erläutert Weber. Dann könnte die Gemeinschaftsschule dieses nutzen und deren Platzprobleme wären gelöst. Die Grundschule soll am Sportplatz neugebaut werden. Genauer gesagt dort, wo momentan noch das FC-Hellas-Clubheim und der Mitfahrerparkplatz sind. „Das Clubheim könnte dann auf die andere Seite des Sportplatzes umziehen“, schlägt Weber vor. Es könnte beispielsweise direkt an die Sporthalle angebaut werden.

Um die Verkehrssituation zu verbessern, hat der Rathauschef an eine Entlastungsspur für Busse gedacht. Die könnte am Sportplatz, parallel zur Alsbach vorbeiführen. Dazu müsste eventuell ein Stück der Tartanbahn weichen.

„Das sind momentan alles nur Ideen“, betont der Bürgermeister. Trotzdem habe er schon mit dem Innenministerium und dem Landkreis darüber gesprochen. An beiden Stellen zeigte man sich laut Weber von den Plänen nicht abgeneigt. Ob sich die Ideen jedoch wirklich so in die Tat umsetzen lassen, müssen nun Experten klären. In der nächsten Gemeinderatssitzung steht der Punkt „Vergabe einer konzeptionellen Grobplanung für die Dorfmitte Marpingen“ auf der Tagesordnung. Das heißt, ein Ingenieursbüro wird damit beauftragt, sich der Sache anzunehmen. „Es wird auch prüfen, ob der Standort des jetzigen FC-Hellas-Clubheims für eine Grundschule geeignet ist“, sagt Weber.

Auf dem Parkplatz der Gemeinschaftsschule wird’s manchmal eng. Foto: Gemeinde Marpingen/Florian Rech
Die Grundschule in Marpingen braucht mehr Platz für die Schüler der Freiwilligen Ganztagsschule. Foto: Gemeinde Marpingen/Florian Rech
Diese drei Häuser in der Marienstraße wird die Gemeinde Marpingen in den Sommerferien abreißen. Foto: Gemeinde Marpingen/Florian Rech

Ihm sei bewusst, dass sein Plan ein riesiges Bauprojekt mit hohen Kosten nach sich ziehen würde. Nichtsdestotrotz: Es sollen Lösungen für die Probleme in Marpingens Tal der Jugend her. Und jetzt sei die perfekte Zeit, das Projekt in Angriff zu nehmen, da in dem Bereich ohnehin mehrere Baustellen anstehen würden: Das Clubheim des FC Hellas ist sanierungsbedürftig und auch der Rasenplatz muss demnächst erneuert werden. In den Sommerferien werden die drei maroden Häuser in der Marienstraße abgerissen, die im Besitz der Gemeinde sind. „Wir könnten auch diese Fläche für die Grundschule nutzen“, wirft Weber ein. Diese Variante war früher bereits angedacht. Doch damit wären weder das Platzproblem der Gemeinschaftsschule noch das Verkehrschaos beseitigt. „Wir haben jetzt die Chance, mehrere Probleme auf einmal anzugehen und zu lösen“, sagt der Bürgermeister, „Diese Chance sollten wir nutzen.“

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